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NASCAR
 
Top 35: Fünf rein - fünf raus
 
von Pete Fink 20. März 2008 - 11:36 Uhr
 
Jamie McMurray ist sicherlich die größte Überraschung unter denjenigen Piloten, die sich nach Bristol außerhalb der so wichtigen Top 35 befinden
 
Jamie McMurray
Böse Überraschung für Jamie McMurray - sein Ford ist nicht mehr in den Top 35
Zoom © Ford
(Motorsport-Total.com) - Das Food City 500 von Bristol brachte eine erste Entscheidung im Kampf um die Top 35, und auch ein massives Stühlerücken. Gleich fünf Piloten sicherten sich einen festen Startplatz, während sich genauso viele Autos nach hinten verabschiedeten - inklusive ein paar faustdicker Überraschungen.

"Wir müssen uns gerade eine ganze Menge Dinge ansehen, aber wir müssen jetzt auch klug handeln", lautete etwa der ernüchterte Kommentar von Robbie Loomis, dem Vizepräsidenten von Petty Enterprises, nachdem klar war, dass mit Kyle Petty einer der beiden Petty-Dodge aus den Top 35 herausgefallen war.

 

Petty ist also einer der fünf Piloten, die sich nach Bristol mit einer unbekannten Situation konfrontiert sehen, denn nun beginnt das Leben in der harten Qualifikationsmühle der NASCAR. Während Dave Blaney (Bill-Davis-Toyota) dieses beschwerliche Dasein bereits aus der Saison 2007 kennt, betreten auch Dario Franchitti (Ganassi-Dodge) und Regan Smith (DEI-Chevrolet) Neuland.

Einen kleinen Trost hat Smith jedoch, denn dessen Crewchief Doug Richert kennt diese Situation nur allzu gut, schließlich war er 2007 eine Dreiviertelsaison lang der maßgebliche Mann am Toyota Camry von Red-Bull-Pilot Brian Vickers, bevor er dort im Spätsommer seinen Hut nehmen musste.

 
McMurray als negative Überraschung

Jamie McMurray Jack Roush
Bristol bereitete Jamie McMurray (li.) und Jack Roush eine böse Überraschung
Zoom © Ford
Überraschend jedoch ist, dass es mit Jamie McMurray auch einen Ford Fusion aus der ansonsten 2008 so stark auftrumpfenden Roush-Truppe erwischt hat. Im Vorjahr lag McMurray zu Saisonende noch auf Position 17 in der Gesamtwertung und gewann das Sommerevent von Daytona, jetzt müssen er und sein Team ums nackte Überleben kämpfen - so schell kann es in der NASCAR gehen.

Keine einzige Top-20-Platzierung in den ersten drei Saisonrennen, an die sich dann quasi zwei Totalausfälle knüpften, lautet die bittere Bilanz des 31-Jährigen. "Es ist kaum zu glauben, in welcher Position wir uns befinden", wunderte sich das einstige Supertalent McMurray. "Wir müssen nun dringend herausfinden, was bei uns schief läuft."

Drei Jahre lang fuhr Jamie McMurray den schwarzen Texaco-Dodge von Chip Ganassi, in dem jetzt Juan Pablo Montoya sitzt. Er belegte in der Gesamtwertung die Ränge 13 (2003), 11 (2004) und 12 (2005), schlitterte also dreimal in Folge nur knapp am Chase vorbei, doch seit seinem Wechsel zu Roush, Anfang 2006, war seine Performance nie mehr auf diesem Level.

Bezeichnend für die Situation ist, dass Roush einen durchaus möglichen Punktetausch mit Ex-Champion Matt Kenseth ablehnt, was andere NASCAR-Teams nicht so deutlich formulieren. Und McMurray läuft zudem die Zeit davon, denn das Ford-Team muss Ende 2009 von fünf auf vier Autos reduzieren. Außerdem beendet David Ragans Sponsor 'AAA' Ende des Jahres sein Engagement.

Ragan ist sicherlich auch der Hauptkonkurrent McMurrays im Kampf um den vierten Roush-Ford, und während der 21-jährige Youngster sicher auf Platz 21 steht, hat McMurray nun ein großes Problem, denn er muss sich zunächst in die Top 35 zurückfahren.

 
Kommt Terry Labonte zurück?

Kyle Petty
Auch Kyle Petty steht nicht mehr in den Top 35 der Ownerwertung
Zoom © xpb.cc
Im Gegensatz zu Roush ist man bei Petty einem Punktetausch nicht abgeneigt, das Problem ist offenbar der Hauptsponsor General Mills, der das Schwesterauto von Bobby Labonte in keinem Fall riskieren will. "Wir könnten Bruder Terry fragen und er könnte uns aushelfen", spekulierte Loomis mit einem Comeback von Terry Labonte, der sich mit seinen 51 Lenzen bereits in den Ruhestand verabschiedet hatte.

Denn auch Terry Labonte hat mit seinen beiden NASCAR-Titeln den Status eines Ex-Champions, der dem Petty-Dodge unter Umständen einen sicheren Startplatz in den Top 35 garantieren könnte. "Das ist sicher eine Option", bestätigte Loomis, der jedoch gleichzeitig unterstrich, dass man "am liebsten Kyle Petty als Fahrer behalten will, um mit ihm in die Rennen zu kommen."

Allerdings will man im Petty-Lager nichts voreilig entscheiden, denn "unvorsichtige Entscheidungen können dazu führen, dass ein ganzes Team auseinanderfällt." Die Frage sei nämlich, ob es überhaupt am Piloten Petty liegt, was Loomis bezwifelt: "Es ist eher so, dass das Team ihn aufgrund mechanischer Probleme im Stich gelassen hat."

Doch eine Entscheidung ist zumindest derzeit noch nicht getroffen: "Kyle ist gut, wenn er seinen Helm aufhat, er ist aber ebenfalls gut, wenn er die Rolle des Besitzers betrachtet. Er realisiert, dass es wichtiger ist, das Auto wieder in die Top 35 zu bringen, als die Frage, wer es dann fahren wird", versicherte der Petty-Vizepräsident.

 
Waltrip bleibt auf der Hut

Michael Waltrip
Michael Waltrip brachte alle seine drei Toyota Camry in die Top 35
Zoom © NASCAR
Auf der anderen Seite der Ownerwertung können erwartungsgemäß Kurt Busch im Penske-Dodge und Brian Vickers im Red-Bull-Toyota aufatmen. Die größte Erleichterung dürfte aber im Lager von Michael Waltrip Racing zu spüren sein, denn dort brachte man das Kunststück fertig, in den ersten fünf Saisonrennen gleich alle drei Toyotas in die Top 35 zu bringen.

Doch bei MWR bleibt man auf der Hut: "Es kann so schnell gehen", warnte Vizepräsident Ty Norris. "Ein Platz in den Top 35 bedeutet gar nicht. Entweder man macht auf diesem Perfomance-Level weiter, oder man fällt wieder raus. Es ist immer ein Kampf."

Ein Gutes hat die temporäre Erleichterung, denn nun hat das Team Zeit, um einige theoretische Entscheidungen durchzuspielen: "Ihr könnt mir glauben, jedes Szenario ist diskutiert worden, alles liegt auf dem Tisch", versicherte der MWR-Manager. "Der Papierkram ist versandfertig. Egal was wir machen müssen, wir wollen es richtig machen." Das beinhaltet auch einen Punktetausch, denn nur zwei der drei Waltrip-Toyotas haben ein sicheres Sponsoring über die gesamte Saison.

 
Ownerwertung - der Kampf um die Top 35:

30. 55 Michael Waltrip (Waltrip-Toyota) - 402 Punkte
31. 96 J.J. Yeley (Hall-of-Fame-Toyota) - 386
32. 70 Jeremy Mayfield (Haas-Chevrolet) - 374
33. 5 Casey Mears (Hendrick-Chevrolet) - 368
34. 44 David Reutimann (Waltrip-Toyota) - 367
35. 77 Sam Hornish Jr. (Penske-Dodge) - 356

36. 26 Jamie McMurray (Roush-Ford) - 352
37. 22 Dave Blaney (Bill-Davis-Toyota) - 334
38. 40 Dario Franchitti (Ganassi-Dodge) - 319
39. 01 Regan Smith (DEI-Chevrolet) - 317
40. 45 Kyle Petty (Petty-Dodge) - 296
41. 78 Joe Nemechek (Furniture-Row-Chevrolet) - 242
42. 49 Ken Schrader (BAM-Racing) - 224
43. 84 Mike Skinner (Red-Bull-Toyota) - 218

44. 21 Bill Elliott (Wood-Ford) - 194
45. 34 John Andretti (Front-Row-Chevrolet) - 178
46. 10 Patrick Carpentier (Evernham-Dodge) - 170

 
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