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Spionagevorfall: Toyota streitet Absicht ab

27. März 2008 - 11:51 Uhr

Im Streit um das Roush-Bauteil, das auf unbekanntem Weg zu Toyota gelangte, streiten die Japaner ab, davon gewusst oder das ganze initiiert zu haben

Jack Roush
Jack Roush und Toyota - die Rivalität wird neben der Strecke ausgetragen
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Der Krieg zwischen Toyota und Jack Roush geht in die nächste Runde und der Vorfall gewinnt immer mehr Ähnlichkeit mit dem Spionagevorfall Ferrari gegen McLaren Mercedes. Man hätte es eigentlich erwarten können - in dem Zoff um das Bauteil, welches auf geheimnisvolle Weise von Roush zu Toyota wanderte, streiten die Japaner natürlich ab, davon gewusst zu haben und bedauern den Vorfall.

Bei dem Bauteil soll es sich übrigens laut den Toyota-Bossen um eine Feder handeln. Jim Aust, der Präsident von Toyota Racing Development bestätigte, dass das Teil an Roush wieder zurückgegeben worden sei. In einer ersten Stellungnahme versichert er gegenüber 'ESPN', er wisse nicht, wie die Feder, welche auf einem Tisch mit anderen Toyotabauteilen lag, dorthin gekommen sei, geschweige denn von welchem Team sie stamme.

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Aufgeflogen ist die ganze Geschichte nämlich während einer Demontage von einigen Fahrzeugen, welche von NASCAR-Offiziellen im Rahmen einer Routineuntersuchung nach dem Rennen auseinandergenommen wurden. "Ich verstehe nicht wirklich den ganzen Prozess der Demontage. Alles, was ich weiß, ist, dass die Geschichte mit Fahrzeugteilen begann, welche sich bei uns befanden und welche wir an Roush zurückgegeben haben. Es ist bedauerlich, dass die Dinge so gelaufen sind. Es geschah nicht mit Absicht. Es gibt keinen Grund, so etwas bewusst herbeizuführen. Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte", zuckt Aust mit den Schultern.

Feder oder nicht Feder, das ist hier die Frage

Bei Roush Fenway haben sich die Gemüter natürlich noch längst nicht abgekühlt. Roush-Präsident Geoff Smith sagte übrigens interessanterweise aus, dass es sich bei dem Bauteil eben nicht um eine Feder handle, näheres wollte er dazu aber auch nicht ausführen. "Jack (Roush, Anm. d. Red.) ist gegenwärtig der einzige, mit dem man darüber zu dem Zeitpunkt sprechen kann und gegenwärtig möchte er dazu keine weiteren Kommentare abgeben."

"Einem unserer Teams ist ein Teil abhanden gekommen, welches Eigentum von Roush Fenway ist, und wir haben es von einem Toyota-Team wieder erhalten. Ich werde nicht sagen, um welches Team es sich dabei handelt, aber wir sind am überlegen, ein Gericht oder NASCAR einzuschalten", lautet der Standpunkt des Teambesitzers Roush.

NASCAR will sich nicht einmischen

Apropos NASCAR einschalten - diese möchte sich aus diesem Streit eher raushalten und ist der Meinung, dass die Teams dieses Problem unter sich ausmachen sollten. "So was passiert ständig. Manchmal mit Absicht, manchmal ohne Absicht. Die Jungs müssen sich einfach zusammenreißen. Wir möchten uns nicht in die Geplänkel unter den Teams einmischen. Wir hören uns an, was sie zu sagen haben, aber letzten Endes sind sie selber dafür verantwortlich, wie sie sich in der Garage verhalten", erklärt NASCAR-Vizepräsident Robin Pemberton.

Ob es sich dabei um einen Racheakt von Roush für die Bestrafung von Carl Edwards handelt, kann auch nicht ausgeschlossen werden. Es mutet schon etwas seltsam an, dass sich der Vorfall ausgerechnet unmittelbar am Rennwochenende in Atlanta ereignete. Genau da holte Kyle Busch den ersten Sieg für Toyota in der NASCAR. Zuvor waren in Las Vegas Carl Edwards 100 Punkte für ein fehlendes Teil an seinem Wagen aberkannt worden.

Damals war die Geschichte umgekehrt - Toyota unterstellte dem Ford-Team Absicht, während Roush die Unschuld seines Rennstalls beteuerte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Austs Stellvertreter Lee White kann zumindest den Zorn von Roush verstehen: "Die Wahrheit ist, dass Jack vor Wut rot wie ein Krebs war. Er war dort sehr wütend und das wohl zu Recht. Ich habe das mit dem fehlenden Teil erst am Dienstag herausgefunden. Ich bin nicht in der Position, das zu kommentieren."