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Red Bull: Skinner ersetzt Allmendinger!

04. März 2008 - 09:25 Uhr

Mike Skinner wird bereits in Atlanta den zweiten Red-Bull-Toyota fahren - wie geht es langfristig mit Team Red Bull und A.J. Allmendinger weiter?

A.J. Allmendinger Red Bull
Das wars fürs Erste: A.J. Allmendinger tritt bei Red Bull in die zweite Reihe zurück
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - NASCAR-Veteran Mike Skinner wird mit sofortiger Wirkung A.J. Allmendinger als Piloten des Red-Bull-Toyotas mit der Startnummer 84 ersetzen. Der erste Einsatz des 50-Jährigen wird bereits beim Kobalt Tools 500 sein, während Allmendinger die Phoenix-Tests in dieser Woche noch selbst in Angriff nahm.

Skinner kommt auch aus der Toyota-Fraktion der NASCAR: Er war bereits Ende 2006 für Red Bull aktiv, als man sich für das damalige Debüt vorbereitete. Er fungierte als Coach für Allmendingers erste Truck-Einsätze, gleiches unternahm er später übrigens mit Jacques Villeneuve beim Toyota-Team von Bill-Davis-Racing.


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"Wir sollten nicht kindisch sein", erklärte Allmendinger. "Ich bin ein Rennfahrer und ich will Rennen fahren. Aber ich habe auch das große Bild im Auge und wir müssen unser Programm ganz klar verbessern. Natürlich will ich nicht aus dem Auto aussteigen, aber ich weiß, dass Skinner mir und meinem Team helfen kann."

Er werde, so Allmendinger, in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam mit Skinner "essen, trinken und schlafen. Gut, den Schlafteil können wir vielleicht weglassen, aber ich werde mich an seine Fersen heften und alles aufsaugen, was möglich ist."

Skinner nur als Übergangslösung

Mike Skinner
NASCAR-Routinier Mike Skinner ist der neue Red-Bull-Pilot im Sprint Cup
© mikeskinner.com

Skinner kennt den Kalifornier gut: "Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, habe ich ihn sofort gemocht. Er ist nicht nur eine großartige Persönlichkeit, sondern hat auch ein bemerkenswertes Talent. Er hat vergangenes Jahr eine große Herausforderung angenommen, als er zu den StockCars wechselte. Ich bin froh, dass ich es sein kann, der ihm und seinem Team helfen kann herauszufinden, wo die Fallen in ihrem Programm stecken."

Der ganze Wechsel sei positiv für Allmendingers Erfahrungen und das Red Bull Team, aber auch für ihn selbst, denn "dies ist für mich die Gelegenheit, einem weiteren Toyota-Team zu helfen, das großartiges Equipment und Potenzial" besitze.

Jay Frye, der General Manager von Team Red Bull, betonte, dass man an einer Kreuzung angekommen sei, an der ein Wechsel das Nummer-84-Team zum Erfolg führen solle. "A.J. ist unser Mann und ist ein wirklich talentierter Fahrer, aber derzeit wird eine Menge von ihm abverlangt."

"Damit er Erfolg haben kann, müssen wir das Team in die richtige Richtung bringen, und wir hoffen dies, mit Hilfe eines erfahrenen Veterans zu erreichen", begründete Frye den temporären Fahrertausch. Skinner unterstrich seine Qualitäten, als er in Las Vegas den Bill-Davis-Toyota, den zuvor Jacques Villeneuve gefahren hatte, aus dem Stand heraus auf Platz fünf qualifizierte.

Droht ein Shoot-Out mit Scott Speed?

Scott Speed
Ist vielleicht Scott Speed der Mann der Zukunft bei Team Red Bull?
© Red Bull

An dieser Entscheidung erkennt man gut die gesamte Härte der NASCAR-Qualifikationsmühle: Allmendinger war in allen drei Cup-Rennen 2008, die er nicht erreichte, der erste nicht-qualifizierte Pilot. In der Ownerwertung sammelte das Team bisher 93 Punkte, was gleichbedeutend mit einen derzeitigen Rückstand von 119 Zählern auf Platz 35 ist. Dazu kommt noch ein Blick auf den Kalender, denn mit Bristol und Martinsville folgen nach Atlanta zwei Short-Tracks, auf denen Allmendinger 2007 jeweils eine gute Figur abgegeben hatte.

Allmendinger soll gleichzeitig in den unteren NASCAR-Klassen weitere Rennerfahrungen sammeln. Das könnte eine etwas prekäre Situation herbeiführen, denn dort wird er möglicherweise auf Scott Speed treffen. Wenn man einmal annimmt, dass der 50-jährige Skinner bei Red Bull und deren jugendlichem Marketing keine langfristige Lösung darstellt, dann könnte man den Eindruck bekommen, dass die Zeichen der Zeit auf ein Shoot-Out zwischen Speed und Allmendinger herauslaufen.

Denn Red-Bull-Teamchef Günther Steiner hat immer betont, dass seine Mannschaft aktuell nicht plane, einen dritten Cup-Toyota einzusetzen. Doch aus Allmendingers Sicht ist es wohl ein Alarmzeichen, dass Red Bull gerade jetzt ein solides Entwicklungsprogramm für Speed aus der Taufe gehoben hat, etwas, was dem Kalifornier zu Beginn seiner NASCAR-Karriere nie zuteil wurde.

Und dann war da noch die Geschichte mit den Abwerbungsversuchen, die ein nicht näher bekannt gewordenes Cup-Team Ende 2007 unternahm. 26 Jahre alt ist A.J. Allmendinger, er ist schnell, er ist Amerikaner, er kann ohne Probleme die Rolle eines witzigen Charakters einnehmen - alles das, wovon ein Sponsor träumt...