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NASCAR
 
Starker Rookie: Hornish Jr. nach Daytona begeistert
 
von Stefan Hausmann 21. Februar 2008 - 14:06 Uhr
 
Während Ryan Newman seinen Verpflichtungen nach dem Daytona-Sieg nachkommen muss, stellte sich ein zufriedener Sam Hornish Jr. den Journalisten
 
Sam Hornish Jr.
Sam Hornish Jr. gab in Daytona eine beeindruckende Vorstellung
Zoom © NASCAR
(Motorsport-Total.com) - Roger Penske höchstpersönlich musste Sam Hornish Jr. 2007 nach seinen diversen Nichtqualifikationen überreden, das Abenteuer NASCAR zu starten. Nach ihrem Doppelsieg beim Daytona 500 machten aber nicht nur die Penske-Frontrunner Ryan Newman und Kurt Busch auf sich aufmerksam, auch Hornish Jr. überraschte in der ersten Rennhälfte mit einem ganz starken Rennen, und wurde letztlich als 15. der beste Rookie des Rennens.

"Es war ein guter Tag für das Team", sagte der dreifache IRL-Champion über sein erstes Daytona 500. "Die Stops gelangen uns gut, bis auf einen Stop, der mich dann auch prompt 15 Plätze und wahrscheinlich eine Top-10-Platzierung kostete. Aber das war wohl der einzige Lapsus, der uns passiert ist."



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Besonders am Anfang des Rennens lief das Auto richtig gut: "Wir lagen unter den ersten sechs und ich war eine ganze Zeit lang Vierter. Es wäre für uns besser gewesen, wenn das Rennen etwas früher begonnen hätte, dann hätten wir länger bei Tageslicht fahren können und dann hätten wir uns noch etwas mehr ausgerechnet."

"Für mich aber, als Rookie beim Daytona 500, haben wir das erreicht, was wir konnten", so seine Rennanalyse. "Wir wollten in die Top 20. Ich war glücklich, wie gut alles funktioniert hat - besonders natürlich über den Doppelsieg meiner beiden Teamkollegen."

 
In den zwei Top-US-Rennen am Start

Sam Hornish Jr.
Indianapolis kannte Sam Hornish Jr. schon - Daytona war bisher neu
Zoom © IRL
Natürlich wurde der 28-Jährige auch zu den Unterschieden zwischen Indinanapolis und Daytona befragt: "Mein erstes Indy 500 war mein viertes IndyCar-Rennen überhaupt. Bei den ersten Rennen fuhren wir vor 25.000, vielleicht 30.000 Zuschauern und dann kamen wir nach Indianapolis und da waren 300.000 Fans, das war eine riesige Erfahrung."

Nachdem er jetzt verschiedene Male das Indy 500 gefahren sei, und "am Wochenende zum ersten Mal die Möglichkeit hatte das Daytona 500 zu fahren, glaube ich, dass es kaum eine größere Ehre geben kann, beides gemacht zu haben. Beide Rennen haben eine sagenhafte Historie und es war etwas Besonderes beim 50. Daytona 500 dabei zu sein."

"Es hat eine Menge Spaß gemacht", bestätigte Hornish. "Ich habe eine gute Lernkurve hingelegt und freue mich darauf, dass ich vielleicht einmal sagen kann, dass ich beide großen Rennen gewonnen habe, die 500 Meilen von Indianapolis und Daytona. Beide Veranstaltungen sind nicht nur etwas Besonderes im amerikanischen Motorsport, sie haben weltweit einen hohen Stellenwert. Beide zu gewinnen wäre eine große Ehre."

Hornish Jr. gab auch einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgabe in Kalifornien: "Ich habe in Fontana keine große Erfahrung mit diesen Autos", erklärte er vorsichtig. "Wir fuhren das Busch-Rennen dort letztes Jahr. Wir erzielten zwar letztlich nicht das erwartete Ergebnis, aber wir waren von Beginn an schnell. Wir werden von Anfang an am Renn-Setup arbeiten. Ich werde die ersten freien Sessions nutzen, um viel über das Auto zu lernen."

 
In Daytona viel gelernt

Hornish Edwards Sadler Daytona
In Daytona ging Sam Hornish Jr. voll zur Sache - hier mit Edwards und Sadler
Zoom © xpb.cc
Er selbst hat sich das Daytona 500 noch einmal in einer Wiederholung angesehen, "als ich Babysitten musste", lachte der Penske-Pilot. "Ich bin wirklich glücklich darüber, wie gut es lief. In den letzten 20 Runden hatte ich ganz verschwitzte Hände, so aufgeregt war ich. Roger Penske, Kurt Busch und Ryan Newman - sie waren einfach großartig zu mir."

"Wir haben unser wöchentliches Meeting mit den Ingenieuren heute Morgen (Dienstag; Anm. d. Red.) gehabt. Während Ryan heute unterwegs ist, um den vielen Verpflichtungen nachzukommen, die auf einen Daytona-500-Sieger eben zukommen, unterhielt ich mich mit Kurt über die Autos. Wir haben Kontakt in der Victory Lane in Daytona zueinander gehabt. Ich habe mich sehr für Penske Racing und Ryan gefreut."

Aber auch er selbst kam gut weg: "Es war ein sagenhaftes Gefühl - jeder gratulierte mir zu einem guten Rennen. Sicherlich muss ich noch eine Menge lernen. Beim letzten Restart habe ich bestimmt fünf Positionen verloren, weil ich zu früh aus der Reihe der Fahrzeuge ging und niemand zog mit. So etwas darf mir nicht mehr passieren, wenn ich die gelben Streifen am Heck meines Autos wegbekommen möchte, also den Rookie-Status verlieren möchte. Ich darf mich einfach nicht mehr selber in solche Situationen hereinfahren."

Sein persönliches Daytona-Fazit: "Ich habe sicher eine Menge gelernt. Wir hatten anfangs etwas Bedenken, dass wenn du als Rookie auf einen Restrictor-Plate-Kurs gehst, niemand mit dir zusammenarbeitet. Ich habe hier in Daytona immer gut ausgesehen. Ich denke, dass wir eine gute Möglichkeit sahen, gut zu fahren, solange wir intelligent und geduldig unterwegs sind und uns aus Unfällen raushalten."

 
Wiedervereinigung nur positiv

Sam Hornish Jr.
Sam Hornish Jr. erhält in der NASCAR viel Akzeptanz der Alteingesessenen
Zoom © NASCAR
Neben seinen Penske-Teamkollegen Newman und Busch erfährt der NASCAR-Rookie auf viel Unterstützung durch andere Kollegen: "Die Jungs mit den großen Namen, die von denen du meinst, dass sie einem Rookie am wenigsten helfen möchten, das sind normalerweise die Leute, die sind normalerweise die Ersten, die vorbei kommen und mit dir reden und einfach versuchen zu helfen. Sie wissen, dass, wenn sie dir jetzt helfen, du das nicht vergessen wirst, und eines Tages hilfst du ihnen. Leute, wie Jeff Gordon, Dale Earnhardt Jr. und Jeff Burton - diese etablierten Piloten waren so freundlich mir Hilfe und Antworten anzubieten."

Am Sonntagmorgen, direkt nach dem Fahrermeeting, traf Hornish Jr. übrigens Chrysler-Chef Rob Nardelli: "Er hat mir viel Glück gewünscht und er war, wie alle anderen Leute, die ich von Chrysler oder Dodge Motorsports kennengelernt habe, erstklassig. Ich weiß, dass Roger Penske darauf achtet sich mit den besten Leuten zu umgeben. Sie alle behandeln mich großartig. Ich bin froh, dass ich alle Stock- Car-Starts bisher in einem Dodge machen durfte und besonders habe ich mich über das Ergebnis vom Sonntag gefreut mit sechs Dodge in den Top 8."

Als alter Open-Wheeler hat er selbstverständlich auch eine Meinung zur bevorstehenden Wiedervereinigung der IRL und der ChampCar: "Es musste kommen, das ist klar. Es hätte vor fünf Jahren bereits passieren müssen, wenn nicht schon vorher. Auf der einen Seite bin ich sogar eine wenig traurig, nicht dabei zu sein, wenn es jetzt wieder zusammenwächst. Aber ich habe meine Entscheidung Richtung NASCAR getroffen, und auch wenn die schon letztes Jahr diese Entscheidung getroffen hätten, meine Entscheidung wäre dieselbe gewesen. Warum es auch immer in den letzten Jahren nicht funktioniert hat, die Serien gehören wiedervereinigt."

 
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