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NASCAR
 
Roush attackiert Toyota
 
von Pete Fink 25. Januar 2008 - 14:29 Uhr
 
Jack Roush hat seinem Lieblingsfeind Toyota wieder eine Breitseite verpasst, musste jedoch gleichzeitig einen schweren strategischen Fehler zugeben
 
Jack Roush
Jack Roush erhielt in Charlotte Rückendeckung der Ford Motor Company
Zoom © NASCAR
(Motorsport-Total.com) - Im Frühjahr 2007 musste Jack Roush sich und der NASCAR-Öffentlichkeit zähneknirschend eingestehen, dass er einen schweren taktischen Fehler begangen hatte: Während die Konkurrenz von Hendrick und Co. fast permanent am Testen war, standen die Car of Tomorrows der Ford-Vorzeigeteams auf dem Hof in Mooresville herum, weil man die von der NASCAR ausgegebenen Testbeschränkungen schlichtweg falsch interpretiert hatte.

Die Konkurrenz testete fleißig auf fremden Reifen und Strecken und Roush beschwerte sich darüber öffentlich bei der NASCAR. Diese zuckte jedoch nur mit den Schultern und als Roush begriff, was gerade vor sich ging, war es beinahe zu spät. Hendrick und Co. erfuhren früh viele Dinge über ihr CoT und die Folge war ein eklatanter Wettbewerbsnachteil für die Roush-Truppe.



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"Ich muss mich hier selbst anklagen", gab der Teamchef gestern in Charlotte zu. "Das war einzig und alleine mein eigener Fehler." Doch Roush wäre nicht Roush, wenn er - in Anwesenheit von Ford-Erbe Edsel II - nicht sofort einen kleinen Nachsatz hinterher schieben könnte: "Aber wir werden das in diesem Jahr korrigieren, wie arbeiten daran."

Sieben Rennen gewannen die Roush-Piloten Matt Kenseth, Carl Edwards, Greg Biffle und Jamie McMurray im Jahr 2007 in Summe, doch ohne seinen strategischen Patzer hätten es gut und gerne doppelt so viele sein können, glaubt Roush. Eines ist dem Teamchef jedoch auch klar: 2008 wird ein neuer, mächtiger Gegner am Horizont auftauchen und dabei handelt es sich um seinen persönlichen Lieblingsfeind Toyota.

 
Toyota überrollt alles, Ford hält gegen

Jack Roush
Jack Roush wirft immer einen mißtrauischen Blick in Richtung Toyota
Zoom © Ford
Denn das Gebaren des mittlerweile größten Automobilherstellers der Welt passt ihm - nach wie vor - überhaupt nicht. "Die anderen Hersteller und die Sponsoren können da nicht mehr mithalten", weiß Roush. "Die Aussicht, die wir hatten ist doch, dass wir von ihnen einfach überrollt werden. Genauso, wie sie versucht haben, die Formel 1 zu überrollen und wie sie es in der US-Formelserie getan haben."

Zwar waren die Japaner 2007 nicht erfolgreich, aber dies ist für Roush nur ein temporärer Zustand. "Sicher werden sie Erfolg haben", prophezeit er. "Ich erwarte, dass die Gibbs-Organisation einen richtig guten Job machen wird." Doch dies sei eben nur ein gekaufter Erfolg, und seine Befürchtungen würden sich dann erfüllen, wenn die anderen Toyota-Teams im Kielwasser von Gibbs zulegen sollten.

"Die Art und Weise, wie sie ihr Geld ausgeben, wird sich - und das befürchte ich- darin manifestieren, wie viele Toyota-Teams sich selbst in eine Position bringen können, in dem sie ein Gegner für uns, für Childress, Ganassi oder Hendrick werden. Nur aufgrund dessen, was sie an Geld ausgeben können und wie sie es ausgeben."

Das führt notwendigerweise zu der Frage, was denn die Ford Motor Company gegen das drohende japanische Gewitter zu tun gedenke und da war es natürlich passend, dass mit Edsel Ford II ein Mitglied der Ford-Dynastie persönlich anwesend war.

"Es gab im vergangenen Jahr in den Medien eine Menge Gerüchte um die Ford Motor Company und viele davon war sehr negativ", erklärte der Ford-Erbe. "Man wollte uns bereits abschreiben und man sagte, dass wir im Markt und auf der Rennstrecke nicht mehr mithalten können. Ich bin heute hier um eines zu sagen: Unterschätzt uns nicht. Wir glauben, dass unsere Rennerfolge - speziell in der NASCAR - unseren Turnaround noch anheizen können."

 
Was passiert mit dem fünften Roush-Team?

Jamie McMurray Kyle Busch
Jamie McMurray (oben) gewann um Nasenlänge das zweite Daytona-Rennen
Zoom © NASCAR
Das wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach geschehen, wenn die Roush-Truppe ihre Armada um eine Mannschaft dezimiert haben wird. Spätestens 2010 muss einer der fünf Piloten gehen, denn dann greift die NASCAR-Regel, die ein Maximum von vier Fahrzeugen pro Mannschaft vorsieht.

Roush hat dabei bislang eine Ausnahmeregelung, doch diese läuft eben zu diesem Zeitpunkt aus. Allgemein wird erwartet, dass derjenige Pilot, der weichen muss, dann mehr oder weniger übergangslos zu einem Yates-Piloten werden wird, denn die Bande der beiden großen Ford-Teams ist bereits dermaßen fest, dass NASCAR sogar eine eigene Untersuchung initiierte, ob Roush und Yates überhaupt noch zwei unterschiedliche Teams darstellen würden.

Dieses wurde geklärt und man kann getrost davon ausgehen, dass Roush alles daran setzen wird, Matt Kenseth, Carl Edwards und Greg Biffle im Team zu halten. Übrig bleiben Jamie McMurray und der junge David Ragan. Ragans Sponsorvertrag mit AAA läuft Ende der Saison aus und da Roush erst 2010 verringern will, wird wohl ein neuer Sponsor gefunden werden, der - wie üblich - einen längerfristigen Vertrag unterschreiben dürfte.

Aber auch Crown Royal, der Hauptsponsor von McMurray am Auto mit der Startnummer 26 hat einen langfristigen Vertrag - jedoch nicht notwendigerweise mit McMurray. "Dieses Jahr müssen wir dieses Problem lösen", sagte der General Manager Geoff Smith. "2009 ist das letzte Jahr, in dem wir mit fünf Autos operieren können, also brauchen wir einen Plan."

Übrigens: Es ist gar nicht gesagt, dass dieser überzählige Pilot zwingend zu Yates wechseln wird, denn Roush betonte noch etwas ganz anderes: "Es ist ja kein Geheimnis, dass ich es gerne sehen würde, wenn Yates und auch die Wood Brothers gut aussehen. Denn dann habe ich sicher einen Ort, wo ich eines meiner Teams platzieren kann."

 
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