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Yates, Roush und der Ford-Kunstgriff

17. September 2007 - 18:45 Uhr

Was passierte mit dem bereits verkündeten Vertrag von Robert Yates Racing und Newman/Haas/Lanigan? - 'Motorsport-Total.com' hat die Hintergründe

Yates Newman Haas Lanigan
So kam es dann doch nicht - das YNHL-Team wurde wieder aufgelöst
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sah im Hause Yates vor ein paar Wochen alles recht geordnet aus: Robert Yates Racing verkündete eine Partnerschaft mit Newman/Haas/Lanigan, und vieles deutete daraufhin, dass das ehemalige Ford-Vorzeigeteam, welches seit dem Abgang von Dale Jarrett zu Toyota ein wenig unter Druck geraten war, wieder auf dem Wege der Besserung zu sein schien.

Jarrett nahm den langjährigen Sponsor UPS mit zu Toyota, die beiden aktuellen Sponsoren kündigten ihren Ausstieg zum Saisonende an, und Yates war plötzlich eines der vielen kleinen Teams, deren finanzielle Zukunft alles andere als rosig schimmerte. NHL sollte auch an dieser Stelle Abhilfe schaffen, denn neben einem technischen Support war es offensichtlich auch angedacht, ein Sponsoring von McDonalds quasi als NASCAR-Mitgift einzubringen.

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Denn der Hamburger-Fabrikant schien nach dem Abgang von Sébastien Bourdais in die Formel 1 neue (und alte) Wirkungsstätten zu suchen. Alt deswegen, weil zwischen 1995 und 2000 "Awesome" Bill Elliott ein McDonalds-Auto in der NASCAR fuhr, und zu jener Zeit reihenweise zum beliebtesten Fahrer des Jahres gewählt wurde.

Zwar tritt McDonalds von Zeit zu Zeit als Hauptsponsor am Evernham-Dodge von Kasey Kahne auf, doch dort verfestigen sich die Gerüchte um ein Budweiser-Investment beinahe täglich. Insofern würde eine YNHL-Kombination mit der Fast-Food-Kette durchaus Sinn machen, doch plötzlich kippte das gesamte Szenario.

Ohne Newman kein McDonalds?

Sébastien Bourdais
Wie lange bleibt McDonalds noch in der ChampCar-Serie?
© ChampCar Media

Paul Newman und McDonalds sind seit vielen Jahren eng miteinander verbunden und nach dem Split in der Zusammenarbeit ist ein McDonalds-Engagement bei Yates ohne Newman undenkbar geworden. Aus der Sicht der Restaurantkette halb so schlimm, denn man ist nach wie vor auf der Suche nach einem geeigneten NASCAR-Partner.

Auslöser des ganzen Schlamassels war offensichtlich die Personalie J.J. Yeley. Der Mann aus Arizona wäre nach seinem Rauswurf bei Joe Gibbs zu haben gewesen, und Juniorchef Doug Yates wollte ihn haben. Doch NHL zögerte und Yates handelte. "In diesem Sport öffnen und schließen sich Gelegenheiten sehr schnell", erzählte der neue Teamchef gegenüber 'ESPN'. "Einige Schlüsselmomente kamen und gingen, und wir waren einfach nicht schnell genug."

So unterschrieb Yeley bei Hall of Fame Racing, einem Satelliten-Team von Joe Gibbs und Yates wiederum legte das zögerliche Verhalten von NHL als "mangelndes Engagement" aus. "Fahrer sind in diesem Sport sehr wichtig. Fahrer und Sponsoren sind eng miteinander verknüpft. Und dieser Meilenstein kam und ging, und das hätte nicht passieren sollen."

So änderte man seine Meinung und knüpfte eine enge Bande mit dem Team von Roush-Fenway. Die beiden Ford-Mannschaften stehen bereits seit längerem in einer technischen Zusammenarbeit und die so genannte Kooperation soll noch weiter ausgebaut werden. Neben der Technik legt Yates zukünftig auch Bereiche wie Marketing und Sponsoring in die Hände des "großen Ford-Bruders", der jedoch ebenfalls gewaltig profitiert.

Großer Nutzen für Roush-Fenway

Carl Edwards
Sichert Jack Roush durch diesen Kunstgriff Arbeitsplätze im Team?
© NASCAR

Zum einen ist damit ein dauerhaftes Cup-Cockpit für Travis Kvapil gefunden, der bislang in der Craftsmen Truck Series für Roush-Fenway unterwegs ist. Zum anderen besteht für das Ford-Team von Jack Roush in dieser engen Partnerschaft die Möglichkeit, ein in Zukunft unangenehmes Relikt zu umgehen, nämlich die NASCAR-Anordnung von vier maximalen Autos pro Team.

Denn Roush beschäftigt derzeit mit Matt Kenseth, Carl Edwards, Greg Biffle, Jamie McMurray und Rookie David Ragan fünf Mannschaften, und würde ab 2009 eines davon stilllegen müssen, wenn die NASCAR-Direktive in Kraft tritt. Yates wiederum hat derzeit nur zwei Autos im Einsatz. Wenn alles gut läuft, bestünde die Möglichkeit, ein Team zu Yates zu transferieren und sogar noch ein weiteres, neues Team aus dem Boden zu stampfen.

Und das erscheint aus einem entscheidenden Grund auch dringend notwendig, denn in der NASCAR konzentrieren sich gerade die Machtverhältnisse. Hendrick hat mit Jeff Gordon, Jimmie Johnson und Dale Earnhardt Jr. für Chevrolet ein Monster-Team geschaffen. Dazu Casey Mears, der ebenfalls für einen Sieg gut ist, wie er in Charlotte beweisen konnte.

Richard Childress will auf Biegen und Brechen ein viertes Auto an den Start bringen und Toyota hat mit Joe Gibbs ebenfalls eine tolle Truppe am Start. Es gibt nicht wenige NASCAR-Experten, die Tony Stewart, Denny Hamlin und Kyle Busch gegenüber dem Hendrick-Trio als durchaus gleichwertig ansehen und es ist ein offenes Geheimnis, dass Toyota bereits über den leistungsstärksten Motor im Cup-Feld verfügt.

Ford ist also im Zugzwang, will man die Richtung, in die sich die NASCAR in den kommenden Jahren entwickeln wird, nicht verschlafen. Und sowohl Doug Yates, wie auch Jack Roush sind gut beraten, wenn sie sich frühzeitig überlegen, wie man sich aufzustellen hat, um gegen die Chevys und Toyota zu bestehen. NHL war scheinbar die falsche Option - trotz McDonalds.

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