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Zwei bemerkenswerte Frauen

26. Mai 2007 - 09:44 Uhr

Ein Rückblick: Vor genau 30 Jahren qualifizierte sich mit Janet Guthrie die erste Frau für das 500-Meilen-Rennen in Indianapolis

Janet Guthrie 1979
Janet Guthrie mit dem Lola-Cosworth, mit dem sie 1979 am Indy 500 teilnahm
© IRL

(Motorsport-Total.com) - "Gentlemen, start your engines!" Dieser durch den ehemaligen Streckenpräsidenten Wilbur Shaw berühmt gewordene Spruch ist schon lange überholt. Mit Milka Duno, Sarah Fisher und Danica Patrick werden am kommenden Sonntag zum ersten Mal in der Geschichte der legendären 500 Meilen von Indianapolis drei Frauen an den Start gehen. Den Anfang im berühmtesten Nudeltopf der Welt machte vor genau 30 Jahren, also 1977, Janet Guthrie, eine Raumfahrttechnikerin aus Iowa.

Erste Anfänge im Wagen von A.J. Foyt

Die US-Amerikanerin war eine Tüftlerin, die Motoren ihrer Rennboliden baute sie zumeist in Eigenregie. Sie bestritt im Jahre 1976 im Ersatzwagen des vierfachen Indy-Gewinners A.J. Foyt ihren ersten Versuch im Oval. Obwohl sie schnell war, ließ man sie nicht am Qualifying teilnehmen. Im darauf folgenden Jahr erreichte Guthrie den 26. Startplatz, schied allerdings mit einem Motorschaden aus. Ihr bestes Resultat war ein neunter Rang im Jahr 1978. Ein Jahr später bestritt sie ihr letztes Rennen auf dem Brickyard.


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"Damals war der Druck enorm, aber ich habe bereits 1976 gezeigt, dass ich so schnell bin und mit meinen männlichen Kollegen mithalten kann, sofern ich das richtige Material habe. Ich habe sehr viel aus dieser Zeit gelernt", blickte Guthrie später auf diesen Lebensabschnitt zurück.

Hulman gekonnt ausgetrickst

Bei ihrer ersten Teilnahme weigerte sich Anton "Tony" Hulman, seines Zeichens langjähriger Streckenpräsident und Großvater des aktuellen Indy-Besitzers Tony George, den Spruch "Gentlemen start your engines!" zu ändern. Er begründete dies damit, dass die Motoren von den Mechanikern und nicht von den Fahrern gestartet werden.

Doch auch das war kein Problem für Guthrie: "Die Tochter des dreimaligen Siegers Louis Meyer, Kate, war Mechanikerin und hat sich sofort bereiterklärt, meinen Motor zu starten. Damit hat Tony wohl nicht gerechnet. Er war verblüfft und sagte daraufhin: 'In company to the first lady to qualify in Indianapolis, Gentlemen start your engines!' Toni war ein alter, schlauer Fuchs." Guthrie beendete 1980 ihre Rennfahrerkarriere. Zu diesem Zeitpunkt hat sie an elf IndyCar- und 33 NASCAR-Rennen teilgenommen. Ein fünfter Rang war ihr bestes Ergebnis.

Eine würdige Nachfolgerin

Es dauerte ganze zwölf Jahre - die Südafrikanerin Desire Wilson versuchte 1982 vergebens, sich zu qualifizieren -, bis eine weitere Frau am Indy 500 teilnahm. Lyn St. James, eine hervorragende Klavierspielerin und studierte Wirtschaftsexpertin, ging im Jahr 1992 zum ersten Mal an den Start und fuhr auf den 27. Startplatz. Dieses Rennen war von zahlreichen Unfällen überschattet, St. James kam als Elfte ins Ziel.

An diesen Erfolg konnte sie in den Folgejahren allerdings nicht mehr anschließen, bei sechs weiteren Starts war ihr bestes Ergebnis ein 13. Rang im Jahr 1997. Sie blieb dem Rennsport nach ihrer aktiven Karriere erhalten und leitet heute ihre eigene Foundation, die sich mit der Ausbildung von weiblichen Nachwuchsfahrern beschäftigt.