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Hamilton und sein unglaubliches Comeback

24. Mai 2007 - 18:29 Uhr

Das Comeback von Davey Hamilton ist für einige Fahrerkollegen die eigentliche Geschichte des 91. Indy 500 - hier der Leidensweg des Vision-Piloten

Davey Hamilton
Davey Hamilton hat das Unmögliche möglich gemacht und ist zurück in Indy
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Der 9.Juni 2001 ist das Datum, welches Davey Hamilton wohl nie mehr vergessen wird. Als einer der Piloten, der in der von Tony George neu gegründeten IndyCar-Serie seit dem ersten Rennen dabei war, ging er in sein 48. IRL-Rennen auf dem Texas Motor Speedway.

Gewonnen hatte er bislang noch keines, doch trotzdem wurde er in den ersten beiden Jahren jeweils Zweiter in der Gesamtwertung. Hamilton stammt aus der Tradition der amerikanischen Dirt-Track-Spezialisten - wie übrigens auch Tony Stewart - und war nicht zuletzt durch seine Herkunft aus Boise, Idaho, ein maßgeschneiderter Kandidat für die "All Amercian" Ideen von Tony George.

Doch in Runde 72 geschah das Unglück: Jeret Schröder erlitt einen kapitalen Motorschaden und der Sam-Schmidt-Bolide von Hamilton drehte sich bei hoher Geschwindigkeit auf dem Öl, dass Schröder über die Strecke verteilt hatte. Hamiltons Dallara stieg senkrecht in die Luft und flog vorwärts in den Zaun der Streckenbegrenzung.

Zahllose Operationen notwendig

Davey Hamilton
Davey Hamilton hat sich trotz schwerster Verletzungen zurückgekämpft
© IRL

Die Nase seines Autos durchbrach den Fangzaun und das Wrack schlitterte seitwärts - der Zaun zerbröselte die Beine des damals 38-Jährigen. Die Verletzungen, die Hamilton bei diesem Unfall erlitt, waren von schlimmster Art: Zwei Dutzend Operationen waren notwendig, um seine Beine wieder zu rekonstruieren, fünf Monate dauerte es, bis Hamilton wieder stehen konnte, ein ganzes Jahr verbrachte er im Rollstuhl.

Bis heute ist er, der den Unfall bei vollem Bewusstsein erlebte und sich auch heute noch an jedes schmerzhafte Detail erinnern kann, nicht in der Lage, einen kleinen Dauerlauf zu unternehmen, doch in einer rückwirkenden Betrachtung will er nicht nur die negativen Dinge sehen: "Es hat mich eine lange Zeit gekostet, irgendetwas positives daraus zu ziehen", sagte er bei seiner Ankunft in Indianapolis. "Aber ich habe gelernt, dass es für alles einen Grund gibt."

Wenn sich die Werte verschieben

Al Unser Jr. Arie Luyendyk Davey Hamilton
Für Hamilton (rechts) ist Racing nicht mehr die alleinige Nummer eins
© IndyCar

Hamilton und seine Frau Tracey wollten sich zu dieser Zeit scheiden lassen, aber noch in der Nacht vor dem Texas-Rennen beschloss er, sie anzurufen, und die Sache noch einmal zu erörtern. Heute sind sie gute Freunde und leben zusammen mit den beiden Kindern, doch für Hamilton ist die Familie jetzt die absolute Nummer eins.

Sein Comeback am Sonntag in Indianapolis ist nicht nur für Kollege John Andretti "die Story des Monats": "Die Leute draußen werden niemals einschätzen können, welchen Weg er gehen musste, und was er alles ertragen musste", versichert Andretti, der den dritten Panther-Dallara fahren wird.

Hilfe von Tony George

Davey Hamilton
Nach dem Qualifying: Hamilton im Gespräch mit dem Team
© IRL

Neben den Leiden einer jahrelangen, harten Rehabilitation musste Hamilton unter anderem einen sechsstelligen Scheck seiner Invalidenversicherung zurückgeben, damit er überhaupt wieder in ein Rennfahrzeug steigen konnte.

Tony George half ihm bei einer Suche nach einem Sponsor für ein Auto in seinem Vision-Rennstall und Hamilton dankte es ihm mit der sicheren Qualifikation auf Startplatz 20 - in all den Jahren zuvor hatte er nur die IRL-Doppelsitzer zu Showzwecken bewegt.

Ziele hat er keine, er will einfach erfahren, ob er in der Lage ist, ein Indy-500-Rennen mental und konkurrenzfähig zu bestreiten, wovon sein Umfeld überzeugt ist. Was danach kommt, weiß er noch nicht, oder er will es nicht verraten: "Ich werde es am Tag nach dem Rennen bekannt geben," lächelt er vielsagend.

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