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Bourdais von der Pay-To-Drive-Mentalität genervt

19. April 2007 - 15:24 Uhr

Sébastien Bourdais ist von der aktuellen Pay-To-Drive-Mentalität in der ChampCar-Szene mächtig angefressen - Servia habe ein Cockpit verdient

Sébastien Bourdais
Sébastien Bourdais schimpft über die Bezahlfahrermentaliät der ChampCars
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Sébastien Bourdais ist ein guter Freund von seinem ChampCar-Kollegen Oriol Servia und musste den ganzen Winter mit ansehen, wie der Spanier verzweifelt um ein Cockpit kämpfte. Nur durch Paul Tracys Pech kam Servia zu einem kurzfristigen Einsatz in Long Beach, bei dem er den meisten ChampCar-Teamchefs durch seine Leistung eine schallende Ohrfeige verpasste.

Denn Servia fuhr seine allerersten Runden im Rahmen des Qualifyings, er gewöhnte sich während des Rennens an das Auto und belegte schlussendlich einen hervorragenden zweiten Platz. Er unterstrich seine Qualitäten als Rennfahrer, die jedoch in den Augen der Teambosse nicht ausreichend waren, um ihm ein dauerhaftes Cockpit zu geben.

Bourdais fand nun deutliche Worte für die in der ChampCar-Szene herrschende Pay-To-Drive-Mentalität: "Das nervt mich gewaltig", schimpfte der Franzose in der 'Daily-News'. "Ich bin ein guter Freund von Oriol und ich glaube, er verdient ganz einfach ein Cockpit. Ich habe den ganzen Winter über versucht ihm zu helfen. Aber ich werde nicht eine Million Dollar hinlegen, um ihm ein Cockpit zu besorgen."

Eine professionelle Serie braucht professionelle Fahrer

Oriol Servia
Wie lange kann Oriol Servia noch in einem ChampCar-Cockpit Platz nehmen?
© ChampCar

Und Bourdais legt noch eine Schippe drauf: "Ich denke, wenn wir eine professionelle Serie sind, dann sollten wir professionelle Fahrer haben. Aber wenn man die Summen hört und man mitbekommt, dass die Leute von den Fahrern drei Millionen US-Dollar für ein Cockpit verlangen, dann ist das nicht richtig."

In der Tat droht Servia nach zwei Rennen wieder stempeln gehen zu müssen, denn Tracy befindet sich auf dem Weg der Besserung und will beim nächsten Lauf in Portland bereits wieder am Steuer sitzen. Zwar hat Teamkollege Mario Dominguez ebenfalls nur einen Vertrag für die ersten drei Saisonrennen, dafür hat er jedoch mexikanische Dollars zu bieten.

Doch seitdem Serienchef Kevin Kalkhoven teure Fernsehzeit bei namhaften TV-Stationen einkauft, haben viele Teams so große finanzielle Probleme, dass sie ohne Bezahlfahrer gar nicht mehr an einen Start denken könnten. Dies bekamen neben Servia auch bereits Nelson Philippe und Andrew Ranger zu spüren, die sich mittlerweile in anderen Serien versuchen.

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