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Stewart und die Busch-Brothers

21. Februar 2007 - 17:30 Uhr

Kevin Harvick lautet zwar der große Sieger des Daytona 500, in Wirklichkeit kämpfte jedoch Tony Stewart gegen die Gebrüder Busch

Kurt Busch Tony Stewart
Die rennentscheidende Szene: Kurt Busch und Tony Stewart nach der Kollision
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Rückwirkend betrachtet stand die Daytona-Woche ganz im Zeichen vom Kampf Tony Stewart gegen die beiden Busch-Brüder Kyle und Kurt: Erst schob im Budweiser-Shootout Tony Stewart Kyle Busch von der Piste, im Daytona 500 am Sonntag war es dann Kurt Busch, der Stewart einen entscheidenden Schubser verpasste.

So hieß am Ende der Gewinner des Daytona 500 zwar Kevin Harvick, die beiden dominanten Figuren des Rennens waren aber zweifelsohne Stewart und Kurt Busch. Der Penske-Pilot befand sich drei Viertel des Rennens konstant in der Spitzengruppe, Stewart ebenfalls, bis er für zu schnelles Fahren in der Boxengasse eine Strafe erhielt und in der Folge dessen ganz hinten im Feld fuhr.

Jähes Ende einer furiosen Aufholjagd

"Kurt hatte nur ganz wenig Platz, um sein Auto abzubremsen."
Tony Stewart

Doch Stewart konnte sich sehr schnell wieder nach vorne arbeiten. Er pflügte durch das Feld und 50 Runden vor Schluss knöpfte er Kurt Busch die Führung wieder ab. Alles sah nach einem Zweikampf des orangefarbenen Stewart-Chevys mit Nummer 20 mit dem blauen Penske-Dodge von Kurt Busch aus - bis die beiden urplötzlich in Turn 4 in der Mauer landeten.

Eine sehr kontroverse Szene - und in vielen Rennserien der Welt wäre wohl eisige Funkstille zwischen den beiden betroffenen Piloten angesagt. Eventuell würde auch ein über die Medien ausgetragener Wortwechsel für Schlagzeilen sorgen, nicht so in der NASCAR.

Denn in seiner gestrigen Sirius-NASCAR-Radioshow hatte Stewart einen prominenten Gast eingeladen, nämlich Penske-Pilot und Unfallgegner Kurt Busch. Beide waren sich in der rückwirkenden Betrachtung des Unfallhergangs ziemlich einig: "Das war einfach ein Rennunfall", so Stewart. "Wenn man sich die Fernsehbilder genau anschaut, dann sieht man, dass mein Auto massiv übersteuert. Ich bin zwar nicht vom Gas gegangen, aber das Problem ist: Wenn man soviel Übersteuern bekommt, wie ich in der Situation, dann nimmt es einem einfach Geschwindigkeit weg."

Stewart hat Verständnis für Kurt Busch

"Mann, der ist wirklich stark."
Kurt Busch

Stewart hatte auch Verständnis für die Situation, in der sich sein Kontrahent befand: "So nahe, wie wir zusammen gefahren sind, hatte Kurt nur ganz wenig Platz, um sein Auto abzubremsen. Aber das ist ein Teil unseres Geschäfts. Kurt und ich hatten definitiv die besten Autos und in nur einem Augenblick waren wir beide in der Mauer."

Busch beschrieb die Situation in aller Ausführlichkeit wie folgt: "Tony kam nach seiner Strafe gerade wieder an die Spitze vor und er überholte uns wie ein Dampfhammer. Es war nach dem Motto: 'Mann, der ist wirklich stark.' Zu dem Zeitpunkt machte es überhaupt keinen Sinn, ihn zu bekämpfen, er fuhr einfach an uns vorbei. Und es gab einen mächtigen Windschatten auf der Gegengeraden, der wir alle bekamen: mein kleiner Bruder Kyle hinter mir und ich glaube, Jeff Burton war auch dabei. Eine Gruppe schneller Autos reihte sich also auf und wir donnerten auf Turn 3 und 4 zu."

Kurt Busch war richtig geschockt

"Ich glaube, ich habe es vermasselt."
Kurt Busch

In NASCAR-Kreisen ist Busch dafür bekannt, dass er meistens einen äußerst harten Gegner darstellt, umso überraschender ist sein folgendes Eingeständnis: "Ich habe ein wenig gepusht und in den Spiegel geschaut, wo die anderen Jungs blieben. Als ich wieder nach vorne schaute, sah ich das orange Auto mit der Nummer 20 seitwärts daherkommen und ich war wirklich richtig geschockt. Ich konnte es gar nicht fassen, denn der Kerl hatte mich gerade überholt und ich dachte: 'Mann, warum kommt er denn jetzt bitte seitwärts daher?' Ich glaube, ich habe es vermasselt, weil die ganze Situation vermieden hätte werden können."

Profiteur dieser ganzen Aktion war sicherlich Harvick, der als Daytona-500-Sieger in die Annalen eingehen wird. Doch es bleiben große Zweifel, ob ihm das auch gelungen wäre, wenn zumindest einer der beiden Kontrahenten die Zielflagge gesehen hätte.

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