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SL mit Führungsanspruch
 
19. März 2008 - 11:19 Uhr
 
Wenn dieser Mercedes in der Formel 1 an den Start geht, liegt er auf jeden Fall in Führung: AMG bringt mit dem SL 63 AMG ein neues Safety Car an den Start
 
Zoom © Mercedes Benz
(Motorsport-Total.com/autogericke.de) - Wenn Unfälle, widrige Witterungsbedingungen oder andere gefährliche Situationen in der Formel 1 einen sicheren Rennablauf gefährden, ist das Safety Car sofort zur Stelle. Nach einem Kommando der Rennleitung muss sich Fahrer Bernd Mayländer an die Spitze des Feldes setzen und die Piloten der Königsklasse sicher um den Kurs führen.

Schnelle Rundenzeiten sind dabei Pflicht, denn zu langsames Tempo könnte bei den empfindlichen F1-Triebwerken zum Überhitzen und bei Reifen und Bremsen zu übermäßig starkem Abkühlen führen. Deshalb kommt für diesen Job nur ein ebenso kräftiges wie dynamisches Auto infrage. Seit 1996 stammt das Pacecar aus dem Hause Mercedes AMG, wie die Teams bringen die Affalterbacher fast jährlich einen neuen Boliden an den Start.



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Zahlreiche Rennwagen-Features

Genug Motorpower ist auf für diesen Zweck jeden Fall vorhanden. Der V8-Sauger des SL 63 AMG stellt 525 PS bereit und sprintet bei Bedarf in nur 4,4 Sekunden von Null auf Hundert. Damit es das Safety Car auch akustisch mit den F1-Rennern aufnehmen kann, spendiert AMG eine neue Auspuffanlage mit größerem Rohrdurchmesser und neuen Endschalldämpfern. Größer dimensionierte und zusätzliche Kühler für Motor- und Getriebeöl, Kühlwasser und die Servolenkung sollen dafür sorgen, dass der Bolide auch bei tropischen Verhältnissen wie beispielsweise beim Malaysia-GP standfest ist.

Ein Clou des Aluminium-Gewindefahrwerks: Es bietet zahlreiche Verstellmöglichkeiten in punkto Fahrzeughöhe, Spur und Sturz und kann so optimal auf den jeweiligen Kurs abgestimmt werden. Mit dem neuen Siebengang-Sportgetriebe mit Lenkradschaltung sollen Gangwechsel in nur 100 Millisekunden möglich sein. Um auch bei schlechten Witterungsbedingungen stets optimale Traktion zu garantieren, verfügt das Safety Car über ein dreistufiges ESP sowie eine Differenzialsperre mit 35 Prozent Sperrwirkung. Die 19-Zoll-Felgen tragen rundum Reifen des Formel 1-Ausrüsters Bridgestone (vorne im 255/35-, hinten im 285/30er Format) und verhüllen kaum ein Detail der Bremsanlage. Vorne verzögert der SL 63 AMG mit Sechskolben-Festsätteln und 390-Millimeter-Scheiben, hinten kommen Vierkolben- und 360er Pendants zum Einsatz.

Der SL musste abspecken

Zuviel Masse ist im Motorsport hinderlich - das gilt nicht nur für die Rennwagen, sondern auch für das Safety Car. Deshalb musste der SL gehörig abspecken verzichten. Keine leichte Aufgabe, schließlich bringen die im Vergleich zur Serie zusätzlichen Kühlmaßnahmen, die Dachbalken-Lichtanlage auf dem Dach sowie die Kommunikationsausrüstung weiteres Gewicht ins Auto. Auch das Gewicht der beiden Monitore, mit denen die Piloten das Renngeschehen verfolgen können, und des Überrollbügel muss kompensiert werden. Erste Maßnahmen zur Gewichtsreduktion betreffen die Karosserie: Die Motorhaube, die speziell gestalteten Front- und Heckschürzen, die vorderen Kotflügel sowie der Kofferraumdeckel bestehen aus dem Kohlefaser-Verbundwerkstoff CFK. Zudem hat AMG alle Dämmmaterialien sowie die mechanischen und hydraulischen Komponenten des Variodaches eliminiert. Das Ergebnis: Mit 1.750 Kilogramm liegt das Leergewicht des Safety Cars 220 Kilo unter dem der Serienversion.

Rennwagen-Flair im Innenraum: Das Interieurpaket umfasst Sportsitze mit Vierpunkt-Gurten, Carbon-Zierteile, eine schwarze Lederausstattung sowie das unten abgeflachte Performance-Lenkrad und die Aluminium-Schaltpaddles.

Ebenfalls neu: Das Medical Car

Das Medical Car der Formel 1: Gut zu wissen, dass es bereit steht. Trotzdem wünscht man sich, es möglichst selten zu sehen. Denn wenn es ausrückt, müssen Unfallopfer auf der Strecke versorgt werden. Hier kann es auf jede Sekunde ankommen, weshalb das AMG Performance-Studio auch für diese Aufgabe ein potentes Modell zur Verfügung stellt: Im C 63 AMG T-Modell kommt der 6,2-Liter-V8 in seiner 457 PS-Leitungsstufe zum Einsatz. Die Eckdaten in Sachen Kühlung, Getriebe, ESP und Differenzialsperre, Auspuff, Fahrwerk sowie Felgen stimmen mit denen des Safety Cars überein.

Die optischen Unterschiede zur Serienversion: Eine Frontschürze mit größeren Lufteinlässen, der im Diffusor-Einsatz integrierte Kühler des Hinterachs-Differenzials und die Leuchtenanlage auf dem Dach. Die vier Insassen (Mediziner und Hobby-Rennfahrer Dr. Jacques Tropenat, der offizielle FIA-Grand-Prix-Chefarzt Dr. Gary Hartstein sowie zwei assistierende Ärzte im Fond) sitzen jeweils auf Sportschalensitzen mit Vierpunkt-Gurten. Im 485 Liter großen Kofferraum findet die komplette Notfallausrüstung samt Defibrillator und Beatmungsgerät Platz.

Motorvision.de

 
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