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WRC Rallye Spanien: Befreiungsschlag von Citroen und Meeke

08. Oktober 2017 - 13:14 Uhr

Kris Meeke gewinnt die Rallye Spanien und beendet damit eine lange Durststrecke: Ausfall von Thierry Neuville sorgt für Vorentscheidung in der WM

Kris Meeke, Paul Nagle
Kris Meeke feierte bei der Rallye Spanien einen ungefährdeten Sieg
© Citroen Racing

(Motorsport-Total.com) - Nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen gelang Citroen und Kris Meeke bei der Rallye Spanien ein wichtiger Befreiungsschlag. Der Brite gewann den elften Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in überzeugender Weise und feierte damit sieben Monate nach seinem Triumph bei der Rallye Mexiko den zweiten Saisonsieg für ihn und Citroen.

Auf den Plätzen zwei und drei kamen die beiden M-Sport-Ford Piloten Sebastien Ogier und Ott Tänak ins Ziel. Durch dieses starke Ergebnis und einer erneut desaströsen Rallye für Hyundai scheinen die Würfel in beiden WM-Wertungen zwei Rallyes vor Saisonende gefallen zu sein. Nachdem Thierry Neuville am Sonntag ausfiel, ist Ogier der fünfte WM-Titel in Folge kaum noch zu nehmen. In der Herstellerwertung fehlen M-Sport noch drei Punkte zum Titelgewinn.

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Die Vorentscheidung in der WM fiel am Sonntag bei der 16. Wertungsprüfung. Neuville touchierte beim Schneiden einer Rechtskurve einen Stein, wobei die rechte Vorderradaufhängung seines i20 WRC brach. "Game over, das gleiche wie gestern bei meinen Kollegen", stellte Neuville rasch fest. In der Tat wirkte der Unfall wie eine Kopie der Zwischenfälle vom Samstag, als Neuvilles Teamkollegen Dani Sordo und Andreas Mikkelsen bei der zwölften WP auf identische Weise die rechte Vorderradaufhängung zerstört hatten.

Ogier und M-Sport vor dem Titelgewinn

Während Hyundai zum zweiten Mal in Folge mit leeren Händen dastand, erlebten Meeke und Citroen rechtzeitig zum Endspurt der Saison das dringend benötigte Erfolgserlebnis. Nachdem Meeke am ersten Tag noch einer von sieben Fahrern war, die um die Spitzenplätze kämpften, eroberte er bei der ersten Prüfung des Samstags die Führung und gab diese anschließend nicht mehr ab. Nachdem Meeke seinen Vorsprung am Samstagnachmittag verwaltet hatte, zeigte er am Schlusstag eine beeindruckende Leistung und gewann fünf von sechs Wertungsprüfungen.

"Es war ein außergewöhnliches Wochenende", sagt Meeke. "Es geht nicht darum, wie oft man niedergeschlagen wird - es geht mehr darum, wie oft man wieder aufsteht. Und das musste ich in meiner Karriere schon ein paar Mal tun. Wir wussten immer, dass dieses Auto auf Asphalt fantastisch war. Das zeigt das Ergebnis. Das gibt uns allen im Team einen enormen Schub."

Mehr als zufrieden durfte auch Ogier auf die Rallye zurückblicken. Zwar war er wieder einmal nicht in der Lage, aus eigener Kraft um den Sieg zu kämpfen, doch mit Platz zwei und drei Punkten aus der Powerstage und der gleichzeitigen Nullnummer von Neuville setzte er sich in der WM weiter ab. Mit 27 Punkten Vorsprung auf Tänak, der Neuville von Platz zwei verdrängte, geht Ogier in die letzten beiden Rallyes, wo maximal noch 60 Punkte zu vergeben sind.

Hyundai für starkes Tempo erneut nicht belohnt

"Wir haben an diesem Wochenende einen tollen Job gemacht - auch wenn es nicht immer einfach war", sagt Ogier. "Nach einem tollen Freitag haben wir uns am Samstagmorgen auf Asphalt etwas schwer getan, dann aber einen guten Rhythmus gefunden. Wir haben gute Punkte gewonnen und auch von der Powerstage etwas mitgenommen. Alles in Ordnung."

Der dreifache Aufhängungsschaden an allen Autos war für Hyundai umso tragischer, da der i20 WRC in Spanien wieder einmal sein Potenzial aufgezeigt hatte. Sordo lag zum Zeitpunkt seines Unfalls auf Rang zwei, Mikkelsen hatte die Rallye bei seinem ersten Start für Hyundai nach dem ersten Tag angeführt, fiel nach dem Wechsel von Schotter auf Asphalt aber zurück.

Am Sonntag bremste Mikkelsen eine zersplitterte Windschutzscheibe ein, die von der hochfliegenden Motorhaube zerschlagen wurde. "Wir haben vor der Prüfung die Zusatzscheinwerfer abgenommen und die Sicherungsstifte für die Motorhaube vergessen", erklärt Mikkelsen den Zwischenfall bei der 15. Wertungsprüfung.

Hänninen kommt immer mehr in Fahrt

Für Toyota holte wie schon zuletzt in Deutschland Juho Hänninen die Kastanien aus dem Feuer. Als Vierter fuhr der Finne zum dritten Mal in Folge unter die Top 4. Nach einer über weite Strecken schwierigen Saison kommt Hänninen pünktlich zum Saisonfinale und den Verhandlungen über einen neuen Vertrag in Schwung. Jari-Matti Latvala war am Freitag ausgeschieden, nachdem der Motor seines Yaris WRC nach einem harten Aufprall mit dem Unterboden irreparabel beschädigt wurde. Esapekka Lappi verunfallte am Samstag bei der 15. WP und schied aus.

Hinter den Top 4 Meeke, Ogier, Tänak und Hänninen fuhr Mads Östberg (Ford) auf einen guten fünften Platz. Für den Privatier wäre sogar noch mehr möglich gewesen, doch am Freitag drang bei den Schotterprüfungen viel Staub in sein Auto, was Östberg die Sicht und Beifahrer Torstein Erikssen die Stimme raubte. Sechster wurde Stephane Lefebvre (Citroen) vor Elfyn Evans (Ford) und Teemu Suninen (Ford Fiesta R5), der damit auch die WRC2-Wertung gewann. WM-Punkte gab es auch noch für Jan Kopecky und Ole Christian Veiby (beide Skoda Fabia R5).

Weiter geht es mit der Rallye-WM in drei Wochen (27. bis 29. Oktober). Dann steht mit der Rallye-Großbritannien in Wales der vorletzte Lauf der Saison 2017 auf dem Programm.

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