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Walter Röhrl: "Da musst du schon was draufhaben"

13. August 2017 - 13:43 Uhr

Rallye-Legende Walter Röhrl blickt voraus auf die Rallye Deutschland und spricht über die Strecken und seine Favoriten

Hayden Paddon, John Kennard
Drei Rallyes in einer: In Deutschland trennt sich für Walter Röhrl die Spreu vom Weizen
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Stärkere und schnellere Autos, zwei Rundkurse, ein neuer Servicepark am Bostalsee und Klassiker wie die Prüfungen auf der Panzerplatte Baumholder, in den Mosel-Weinbergen und auf saarländischen Landstraßen - die Rallye Deutschland lockt vom 17. bis 20. August auch in diesem Jahr Rallyefans in den Westen Deutschlands.

Zum Auftakt des einzigen deutschen WM-Laufs in Saarbrücken stehen am Donnerstag gleich zwei Höhepunkte auf dem Programm: erst die Vorstellung der Autos und Fahrer auf einer Bühne vor dem Staatstheater und direkt danach der Prolog über die Brücke der Stadtautobahn. Ganz dicht dran sind die Fans auch am Freitag beim nächsten Rundkurs in Wadern-Weiskirchen. "Eine tolle Sache", sagt Rallye-Legende Walter Röhrl. "Für die Zuschauer ist das perfekt, da sieht man alle Autos mehrmals."

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Das Besondere an der Rallye Deutschland ist seiner Ansicht nach die Vielseitigkeit: "Drei verschiedene Gebiete mit vollkommen unterschiedlichem Charakter, das ist sehr anspruchsvoll", sagt Röhrl, "da musst du schon was draufhaben." Zum Beispiel auf den "total schmalen und welligen Wegen durch die Weinberge" oder auf den "sauschnellen Landstraßen im Saarland". Reizvoll findet Röhrl auch die Wertungsprüfungen auf dem Truppengelände Baumholder.

"Da heißt es, unheimlich sauber fahren und sehr konzentriert sein, denn die großen Hinkelsteine, die da überall am Rand rumliegen, gehen nicht auf die Seite." Die berühmte Sprungkuppe "Gina" findet er zwar für die Zuschauer als Spektakel toll, mag sie als Aktiver aber nicht. "Wenn ich fliegen will, mache ich einen Flugschein", so der zweimalige Weltmeister. "Ich bin ganz selten gesprungen, habe lieber vor der Kuppe gebremst und die verlorenen Sekunden durch fahrerisches Können wieder aufgeholt."

Mehr als hundert Teams, darunter die 24 Nachwuchsfahrer des Opel-Rallye-Cup, werden auf 21 Wertungsprüfungen und insgesamt circa 310 Kilometern Gas geben und driften. Ganz vorn im Feld sind die Besten der Welt in ihren World-Rally-Cars (WRC). Die Generation 2017 hat mehr Flügelwerk und PS, ist breiter und schneller als die Vorgänger. Röhrl: "Unglaublich, wie die um die Ecke fahren."

Für das beste Auto hält er im Moment den Hyundai i20 WRC, den mit dem Belgier Thierry Neuville "ein sehr schneller junger Mann" steuert. Bei Citroen, zu Beginn der Saison als einer der Favoriten gehandelt, sieht Röhrl trotz eines schwachen Starts viel Potenzial. Und bei WM-Neuling Toyota ein Lehrjahr: "Die müssen sich noch entwickeln, denen muss man Zeit geben." Mit weitem Abstand der stärkste Fahrer ist für ihn der Franzose Sebastien Ogier. "Er ist der Beste, da gibt es keine Diskussion."

Mit Volkswagen hat Ogier zuletzt viermal in Folge die WM gewonnen. Dann wechselte er nach dem Ausstieg der Wolfsburger zu M-Sport. "Sebastien, jetzt kannst du zeigen, dass du auch mit einem schwächeren Auto gut bist", sagte Röhrl am Rande der ADAC-SportGala im Dezember zu Ogier. Er ist überzeugt, dass sich der Franzose wieder durchsetzt: "Er wird den Ford so weiterentwickeln, dass es passt."

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