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Mattias Ekströms WRX-Vision: Halb elektrisch, halb mit Benzin

18. Mai 2017 - 13:18 Uhr

Mit Elektroantrieb in der Stadt, mit Benzinmotor auf traditionellen Strecken: So stellt sich Mattias Ekström die Zukunft des Rallycross vor

Mattias Ekström, Toomas Heikkinen
Mattias Ekström glaubt: Die WRX muss sich für Elektroantriebe öffnen
© FIAWorldRallycross.com

(Motorsport-Total.com) - Die Rallycross-Weltmeisterschaft (WRX) erlebt im vierten Jahr ihres Bestehens weiter einen Aufschwung. Hersteller wie Audi und Volkswagen stoßen offiziell in die Serie, und auch für gestandene Fahrer aus anderen Meisterschaft nicht nur eine nette Ergänzung, sondern eine echte Alternative, wie der Wechsel von Timo Scheider zeigt. "Es explodiert gerade ein wenig", freut sich Weltmeiste Mattias Ekström im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'." Mehr Fans bekommen es mit, und es wird als Motorsport anerkannt und nicht als Hobbysport gesehen."

Mit einiger Zufriedenheit stellt der Schwede, der in der WRX nicht nur als Fahrer sondern auch als Teamchef engagiert ist fest, dass er das richtige Näschen hatte, als er 2014 neben seiner DTM-Karriere das zweite Standbein WRX aufbaute. "Als ich angefangen und in meine Glaskugel geschaut habe, habe ich gesagt: Das hier wird laufen", so Ekström. "Die Frage ist wann und wie, aber irgendwann wir es Zuwachs haben."

Diese Vorhersage des Schweden ist spätestens in dieser Saison eingetroffen. Mit ihrem Rennformat, das auf viele kurze und dementsprechend intensive Läufe anstatt langer Rennen setzt, scheint die WRX den Zeitgeist zu treffen, hat laut Ekström aber deutliches Steigerungspotenzial. "Das Format ist gut, aber es ist noch nicht am Ende der Entwicklung. Rallycross schöpft meiner Meinung nach erste 30 bis 40 Prozent des möglichen Potenzials aus."

Rallycross ist für E-Antrieb prädestiniert

Um die restlichen 60 bis 70 Prozent auszuschöpfen, muss die WRX aus Sicht von Ekström sowohl was die Technologie als auch was die Austragungsorte betrifft neue Wege bestreiten. "Die nächste Ebene werden wir erreichen, wenn Elektroautos kommen", sagt Ekström.

Und so sieht Ekströms Vision vom Rallycross der Zukunft konkret aus: "2020 sollten wir in der Meisterschaft in jedem Monat mindestens ein Rennen fahren. Die Hälfte davon elektrisch, die andere Hälfte mit Benzin." Bedeutet konkret: Bei sechs Rennen auf traditionellen Rallycross-Kursen wie Lydden Hill oder dem Estering sollen die Autos wie bisher von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, die übrigen Läufe sollen mit Elektroantrieb auf Stadtkursen ausgetragen werden. "Und wenn du als Fahrer oder Hersteller Weltmeister werden willst, musst du beides beherrschen", so Ekström.

Mit den kurzen Rennen, die nicht länger als sechs Minuten dauern, ist Rallycross wie keine andere Motorsport-Disziplin für den Einsatz von Elektroantrieben prädestiniert. Im vergangen Jahr hatte der Österreicher Manfred Stohl bereits ein Rallycross-Auto mit Elektromotor auf die Strecke gebracht.

Ekström fordert: Lernt von der Formel E

Ekström schwebt aber nicht vor, ein neues, reines Elektroauto zu bauen, sondern die bestehenden Boliden je nach Art des Rennens umzurüsten. "Du schmeißt den Motor, Benzintank und die Kardanwelle raus und baust Akkus und Elektromotoren ein", sagt er. "In fünf Wochen könnte mein Auto elektrisch fahren. Und die Teile kann man überall kaufen", sieht Ekström technisch keine Hürden für eine elektrische WRX.

Auch der finanzielle Aufwand sei überschaubar. "Wenn man wie Anfangs in der Formel E Einheitsmotoren und Einheitsakkus nimmt und die in bestehende Autos einbaut, kostet das nicht viel. Und dann kann innerhalb von drei Jahren jeder Hersteller seine eigenen Lösungen entwickeln", sagt Ekström und meint: "Man muss von den Schlauen lernen, und die Formel E war schlau."

"Man muss von den Schlauen lernen, und die Formel E war schlau."
Mattias Ekström

Doch ob sich Fans, die die laut knatternden Turbomotoren der WRX gewohnt sind, für das leise Surren eines Elektorantriebs begeistern können? Doch selbst hierfür fällt Ekström eine Lösung ein: "Man kann einen Soundgenerator ins Auto bauen und dann kannst du entscheiden, wie sich das Auto anhören soll", so der Schwede. "Jeder hat ein Smartphone. Man kann sich über WiFI verbinden, die Ohrstöpsel reinmachen und entscheiden, welche Autos man hört."

Das alles klingt aus heutiger Sicht noch ein wenig futuristisch, was selbst Ekström bewusst ist. "Wenn man das den Leuten erklärt, fragen die: 'Spinnst du?' Dann sage ich: 'Jetzt denkst du so, aber in fünf bis zehn Jahre wird es so kommen.' "Der moderne Motorsport wird sich extrem verändern. Vielleicht nicht genau so, aber in diese Richtung", ist er überzeugt. "Ich sage nicht, dass wir nur elektrisch fahren sollen, sondern nur da, wo wir mit Benzin nicht fahren dürfen."

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