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Doppelstarter Mattias Ekström: Das Fahren ist das einfachste

08. Mai 2017 - 05:59 Uhr

DTM und Rallycross-WM an einem Wochenende: Mattias Ekström erklärt, warum der stressigste Teil dieses Doppelprogramms nicht das Fahren ist

Mattias Ekström
Mattias Ekström ging in Hockenheim mit Erfolg in WRX und DTM an den Start
© Ferdi Kräling

(Motorsport-Total.com) - Zeit, um seinen dritten Saisonsieg im dritten Rennen der Rallycross-WM (WRX) 2017 in Hockenheim zu feiern, hatte Mattias Ekström am Sonntag kaum. Nach der Siegerehrung musste der Schwede schnell den Rennoverall wechseln und saß schon wenige Minuten später in seinem DTM-Auto, um das Qualifying für das Sonntagsrennen zu fahren. Wie im vergangenen Jahr ging der amtierende Rallycross-Weltmeister in Hockenheim in beiden Serien an den Start.

Doch wie stemmt man solch ein Doppelprogramm ein einem Wochenende? Das sei die am meisten gestellte Frage gewesen, sagt Ekström und erklärt: "Natürlich ist es stressig, aber das Fahren ist der kleinste Teil dieses Jobs", so der Schwede. "Wenn man sich anschaut, wie oft ich im Auto sitze und mit Lenkrad, Pedalen und Gangschaltung arbeite, dann ist das nur ein ganz kleiner Teil der Zeit."

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Viel mehr Zeit müssten moderne Rennfahrer für verschiedene Aktivitäten außerhalb des Cockpits aufwenden. "Wir müssen den Ingenieuren Rückmeldungen geben, mit Journalisten sprechen, Autogramm schreiben, wieder mit den Ingenieuren sprechen, noch mehr Autogramm schreiben, von A nach B reisen und zwischendurch einen Happen essen", zählt Ekström auf. "Das Fahren ist nicht das Problem, viel schwieriger ist es, an allen Besprechungen teilzunehmen."

Das sei am vergangenen Wochenende allerdings schlichtweg unmöglich. "Man kann an so einem Wochenende nicht alle zufriedenstellen: Fans, Journalisten und zwei Teams. Dafür reicht die Zeit einfach nicht aus", so Ekström, der wegen seines Doppelprogramms nicht an allen technischen Meetings teilnehmen konnte und am Sonntag auch die Pressekonferenz nach seinem Sieg im Rallycross-Rennen verpasst.

Im Gegensatz zu den Anforderungen außerhalb des Cockpits sei das Fahren im Auto fast schon erholsam. "Bei einem normalen Test fahren wir im Rallycross an einem Tag fünf- bis zehnmal so viel wie beim Rennen, und in der DTM locker drei- bis viermal so viel. Körperlich ist das also kein Problem, die mentale Anstrengung ist schwieriger", sagt Ekström. "Wenn ich alles andere absagen könnte, würde ich auch drei Serien parallel fahren."

Allerdings bestehe der Job eines Rennfahrers heutzutage nicht nur aus der Arbeit im Cockpit, sondern auch aus der Abstimmung des Autos. "Man muss mit den Ingenieuren reden, damit man ein schnelles Auto hat. Da reicht das Fahren nicht aus", sagt Ekström. Was passiert, wenn die Zeit dafür fehlt, erlebte er am Samstag im ersten Qualifying der DTM. "Da habe ich mich wie ein totaler Anfänger angestellt, einige Fehler gemacht und war Vorletzter."

Bei aller Anstrengung gab es an diesem stressigen Wochenende aber auch genügend Zeit für Regeneration. "Am Freitagabend war ich bei der Massage, und da Rene Rast nach mir keine wollte, habe ich 40 Minuten bekommen. Anschließend habe ich mich vom Team verabschiedet, bin ins Hotel gefahren und lag vor 22 Uhr im Bett", berichtet Ekström. Das sei allerdings auch notwendig. "Ich brauche mindestens acht bis achteinhalb Stunden Schlaf pro Nacht, damit ich morgens fit bin."

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