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X-raid-Chef Quandt im Interview: "Höhe wird entscheiden"

31. Dezember 2016 - 10:42 Uhr

Sven Quandt kennt sich bei der Rallye Dakar bestens aus - Der Chef von X-raid spricht über den neuen Mini und warum 2017 die härteste in Südamerika wird

Sven Quandt
X-raid-Chef Sven Quandt liebt die Herausforderung der Rally-Raid-Szene
© X-raid

(Motorsport-Total.com) - X-raid ist ein deutsches Unternehmen, Spezialist für Offroad-Rallyesport und Motorsport-Partner von Mini. Die Erfolge von X-raid bei Langstreckenrallyes und im FIA Cross Country World Cup sind legendär - vier Dakar-Siege und zehn Titelgewinne im Rallye World Cup. Der Mann hinter X-raid ist Sven Quandt, ein früherer Rallye-Pilot und Dakar-Teilnehmer - und heute einer der erfahrensten Fachleute in der Rallye-Szene.

Frage: "Was bedeutet die Teilnahme an der härtesten Automobil-Rallye für Sie als Chef von X-raid? Spüren Sie nach so vielen erfolgreichen Jahren immer noch die Begeisterung?"
Sven Quandt: "Ja, es ist die gleiche Begeisterung für Performance, Zuverlässigkeit und Erfolg - all das mit einem Top-Team und den richtigen Leuten um sich herum. Ganz an der Spitze zu landen ist dabei nicht notwendigerweise das Wichtigste, wie vielleicht viele denken. Erst einmal musst du die Rallye beenden. Bei der Dakar ist es auch ein Erfolg, Zehnter zu werden."

Frage: "Was in Bezug auf die Dakar lässt Sie nachts wach liegen?"
Quandt: "Vorher alles. Zuerst einmal denkt man über alles nach, was man eingepackt hat, und hofft, nichts vergessen zu haben. Denn irgendetwas später nachzuholen, ist schwierig. Man muss sicherstellen, dass man sich um alle kleinen Bereiche, die Probleme machen könnten, so gut wie möglich gekümmert hat - besonders beim Auto."

"Während der Rallye, das kann ich jedem sagen, versucht man nachts so viel Schlaf wie möglich zu bekommen. Denn der Stress am Tag, wenn die Autos im Wettbewerb unterwegs sind, ist ziemlich groß. Eine Erholungsphase gibt es, wenn die Autos wieder zurück im Camp oder in einer Wertungsprüfung sind. Dennoch denkt man, wenn man ins Bett geht, auch immer schon daran, was morgen passieren könnte. Manchmal ist der Schlaf nicht sehr gut, aber man ist müde, und dann bekommt man auch ein bisschen Schlaf."

Frage: "Diese Dakar ist die 39. Auflage und es wird berichtet, dass es die bislang härteste Rallye Dakar in Südamerika sei. Würden Sie da zustimmen?"
Quandt: "Was die Höhe angeht, ist es ein bisschen verrückt und wird ganz sicher Probleme machen. Mehr als vier Tage lang auf rund 4.000 Metern Höhe zu sein, ist für die meisten Menschen nicht leicht. Das wirft zusammen mit der schwierigen Navigation die große Frage auf, wer denn wohl gewinnen wird. Man muss so viele verschiedene Hindernisse überwinden, um die Dakar zu gewinnen. Heute zu sagen, 'Ja, diese Person wird gewinnen', ist nicht möglich. Physisch wird es die härteste Dakar!"

"Es gibt auch eine Marathon-Etappe, in der die Teilnehmer mit einigem zurechtkommen müssen. Eine ziemlich lange Marathon-Etappe mit mehr als 1.200 Kilometern und ohne abendlichen Service bedeutet, dass alle Crews wirklich sehr vorsichtig mit ihren Reifen und den Ersatzrädern umgehen müssen. Es wird auf dieser Etappe einen großen Poker geben. Normalerweise geht die Marathon-Etappe über rund 800 Kilometer, aber diese führt über 1.200 Kilometern in zwei Tagen, das ist außergewöhnlich."

"Unsere Reifen sind für etwa 800 Kilometer Wertungsprüfung ausgelegt. Wenn man das weiß, dann ist es schwierig, 1.200 Kilometer mit einem Satz Reifen zu fahren. Man hat drei Ersatzräder im Auto, aber wenn man Reifenschäden hat, dann ist man am Limit der Reifennutzung und kann ein Problem bekommen. Das wird an diesen Tagen ein Faktor sein, ob man die Chance hat, an der Spitze zu fahren."

Viele Tage in größer Höhe können entscheidend werden

Frage: "Haben Sie der Mini-Familie besondere Anweisungen oder Unterstützung gegeben, um sich auf die fünf Tage in den Bergen vorzubereiten, wo die Höhenkrankheit ein Problem werden könnte?"
Quandt: "Sie sind alle professionell, kennen die Gefahren und sind in der Vorbereitung auf die Höhe. Sogar ich habe ein paar Wochen jede Nacht in einem Höhenzelt geschlafen, um die Produktion roter Blutkörperchen zu unterstützen. Damit ich eine größere Chance habe, fit zu sein - denn im letzten Jahr hatte ich mich wirklich schlecht gefühlt. Ich weiß, dass andere Teammitglieder dieses "Training" schon einige Jahre machen, aber inzwischen haben mehr Beifahrer und Fahrer damit begonnen."

Frage: "Wird die zweite Woche der Dakar, wenn die Rallye wieder aus der Höhe herunterkommt, entscheidend für das Endergebnis?"
Quandt: "Ja, allerdings wird man definitiv müder sein. Ich kann Ihnen sagen, dass selbst der Ruhetag wegen der Höhe sehr schwer sein wird. Aber wenn man dann aus der Höhe herunterkommt, wird jeder wegen des anderen Sauerstoffgehalts 'Wow' sagen. Dann muss man versuchen, keine verrückten Dinge zu machen. Das ist für mich eine der größten Herausforderungen. Ich vergleiche das immer ein bisschen mit meiner Besteigung des Kilimandscharo vor vielen Jahren. Es war eine große Herausforderung für mich, den Gipfel zu erreichen und dann wieder hinabzusteigen. So ist in diesem Jahr die Dakar auch ein bisschen: Du musst die Höhe überstehen und dann noch in der Lage sein, die zweite Woche abzuschließen."

Frage: "Die Dakar 2017 erlebt das Debüt des neuen Mini John Cooper Works Rally. Hat X-raid für den Start dieses neuen Autos irgendetwas anders vorbereitet oder läuft alles ganz normal?"
Quandt: "Nein, das ist nicht normales Geschäft. Eine komplett neue Karosserie mit großem Einfluss durch die Aerodynamik zu bauen, war für uns eine intensive Zeit. Priorität hatte dabei, den Schwerpunkt des Autos abzusenken, was wir geschafft haben. Wir waren mit dem neuen Auto im Windkanal. Wir mussten ein paar kleine Änderungen vornehmen, aber insgesamt wissen wir, dass wir unser Ziel erreicht haben."

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