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Latvala: "Habe mich sehr willkommen gefühlt"

09. Dezember 2012 - 16:30 Uhr

Volkswagen-Neuzugang Jari-Matti Latvala wurde vom Team mit offenen Armen empfangen und mit dem Polo R WRC bisher sehr zufrieden

Jari-Matti Latvala
Jari-Matti Latvala schlägt bei Volkswagen ein neues Kapitel auf
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach sechs Jahren bei Ford beginnt auch für Jari-Matti Latvala in der Rallye-Weltmeisterschaft ein neues Zeitalter. Anstatt um Siege zu kämpfen, muss der Finne bei Volkswagen Aufbauarbeit leisten. Im Interview spricht Latvala über seine ersten Wochen im neuen Team, die ersten Eindrücke von Polo R WRC und seine Ziele in der kommenden Saison. Außerdem äußert sich der 27-Jährige über das Verhältnis zu seinem neuen Teamkollegen Sebastien Ogier und verrät, wer in der kommenden WRC-Saison für ihn die Favoriten sind.

Frage: "Jari-Matti, wie ist dein erster Eindruck vom Auto."
Latvala: "Vom Chassis her ist das Auto exzellent, ich bin sehr zufrieden mit dem Handling des Autos. Wir arbeiten derzeit noch an einigen Details, mit denen wir die letzten Prozent aus dem Auto herausholen wollen. Ich selbst muss mich auch umstellen. Dieses Auto fährt sich völlig anders, ich muss meinen Fahrtstil anpassen. Daran arbeite ich noch."

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Frage: "In wiefern fährt sich das Auto anders?"
Latvala: "Das Auto ist wesentlich stabiler und hat eine Menge Grip an der Hinterachse. Dadurch ist der Drift nicht immer der schnellste Weg durch die Kurve."

Frage: "Auf welchem Untergrund ist das Auto besser? Schotter oder Asphalt?
Latvala: "Auf Schotter hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Auf Asphalt war es in Ordnung, aber daran können wir sicherlich noch arbeiten."

Beim Motor noch Luft nach oben

Frage: "Welchen Eindruck hast du vom Motor?"
Latvala: "Als zum Team kam, war der Motor auf einem guten Level, und wir konnten ihn in den vergangenen drei Wochen weiter verbessern. Das ist auf jeden Fall einer der Bereiche, an denen wir noch arbeiten."

Frage: "Was sind die größten Unterschiede zwischen dem Polo und dem Fiesta?"
Latvala: "Es tut mir leid, dazu kann ich mich nicht äußern."

Frage: "Gab es nach deinem Unfall bei den Tests in Mexiko Probleme?"
Latvala: "Nein, das war auch nicht so schlimm, wie es in den Medien dargestellt wurde. Es wurde niemand verletzt, wir haben uns seitlich getroffen, die Geschwindigkeit war nicht hoch. Wir konnten das Auto schnell reparieren und auch dem Unfallgegner wurde helfen."

Frage: "Du testest in der kommenden Woche in Schweden?"
Latvala: "Wir werden noch einige Wintertests durchführen. Wir testen am Sonntag, Dienstag und Mittwoch in Frankreich, und in eineinhalb Wochen geht es dann nach Schweden."

Im zweiten Halbjahr aufs Podium

Frage: "Welche Ziele hast du in dieser Saison?"
Latvala: "Zunächst wird es darum gehen, Erfahrungen zu sammeln. Ab der Saisonmitte wollen wir dann um die Platzierungen auf dem Podium kämpfen. Das Auto ist gut, mit dem Chassis bin ich sehr zufrieden, aber wir müssen noch weiter an einigen Details arbeiten, da sind wir noch nicht bereit. Wir werden bei der Rallye Monte Carlo sicherlich nicht um den Sieg kämpfen, das kann nicht unser Ziel sein. Wir müssen dort Erfahrungen sammeln und in erster Linie die Rallye beenden. Sollten wir dann am Ende unter den besten fünf platziert sein, wäre ich mehr als glücklich."

"Wir müssen aber zu Beginn der Saison realistisch sein und dürfen und selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Du kannst Tausende von Testkilometern fahren und dabei richtig schnell sein. Aber bei der Rallye ist es dann eine andere Geschichte. Dort können sich die Bedingungen bei jeder Prüfung ändern. Bei den Tests kann man kaum einschätzen, wo man steht."

Frage: "Du wirst in diesem Jahr etwas weniger unter Druck stehen. Niemand wird Siege von dir erwarten. Kann das auch befreiend wirken?"
Latvala: "Ja, ich hoffe es. Das ist für mich eine neue Situation. Wie ich bereits sagte, im ersten Halbjahr wird es nicht darum gehen, anzugreifen. Ich hatte ein schwieriges Jahr mit vielen Unfällen. Daher ist es vielleicht ganz gut, dass ich mich nun etwas zurücknehmen muss."

Frage: "Im zweiten Halbjahr wollt ihr dann aber schon das Podium angreifen."
Latvala: "Ja, dann wird der Druck sicherlich etwas zunehmen. Das ist aber in der Schlussphase der Saison immer so. Aber hoffentlich haben wir das Auto bis dahin schon deutlich verbessern und dadurch Zuversicht gewinnen können."

Frage: "Wie war es für dich, nach vielen Jahren bei Ford zu einem anderen Team zu wechseln?"
Latvala: "Es ist eine neue Erfahrung, aber ich habe mich im Team sehr willkommen gefühlt. Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Bei den Tests nehmen sie meine Rückmeldungen sehr sorgfältig auf und versuchen dadurch, das Auto zu verbessern."

Gutes Verhältnis zu Ogier

Frage: "Wie ist das Verhältnis zu deinem Teamkollegen Sebastien Ogier? Wie kommt ihr miteinander zurecht?"
Latvala: "Sehr gut. Wir diskutieren oft über das Auto und wollen es gemeinsam verbessern. Bisher arbeiten wir gut zusammen. Wenn es dann zu den Rallyes geht, will natürlich jeder der Schnellste sein. Aber wenn du zwei gute Fahrer im Team hast, die sich gegenseitig pushen, erreichst du in der Regel ein gutes Resultat."

Frage: "Wer ist für dich in der nächsten Saison der Favorit?"
Latvala: "Mikko Hirvonen ist ein einer sehr starken Position. Aber wir dürfen auch Dani Sordo nicht vergessen, Citroen wird generell sehr stark sein. Mikko wird gute Chancen auf den Titel haben. Er hat sich im Laufe des Jahres gesteigert und wurde immer schneller."

Frage: "Wie schätzt du Mads Östberg ein?"
Latvala: "Mads ist in einer guten Position. Meiner Meinung nach hat er in dieser Saison von allen Fahrern die beste Leistung gezeigt. Es ist auf Schotter sehr gut gefahren und hat sich auch auf Asphalt verbessert. Der Ford ist ein sehr schnelles Auto, also sollte auch er gute Chancen haben. Ihm steht jetzt zum ersten Top-Material zur Verfügung, denn ich sehe M-Sport immer noch als Werksteam an. Er ist jetzt zum ersten Mal Fahrer Nummer eins in solch einem Team, was eine neue Herausforderung für ihn sein wird. In Schweden wird er einer der Jungs sein, die die Rallye gewinnen können."

Latvala bedauert Loebs Rücktritt

Frage: "Bedauerst du den Rückzug von Sebastian Loeb?
Latvala: "Ja, ich hätte mir gewünscht, dass er weitermacht. Ich hätte gerne gegen ihn gekämpft und ihn auf der Strecke geschlagen. Andererseits ist das in den vergangenen neun Jahren niemandem gelungen. Dadurch eröffnen sich den übrigen Fahrern neue Möglichkeiten, und bei einigen Rallyes können wir noch mit ihm kämpfen."

Frage: "Ist der Titel ohne ihn weniger wert?"
Latvala: "Wenn du Loeb fahrerisch schlagen könntest, wäre das sehr gut, denn er ist der beste Fahrer in der Geschichte des Rallyesports. Im gesamten Motorsport gab es keinen Fahrer wie Sebastien Loeb. Vielleicht noch Michael Schumacher in der Formel 1."

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