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"Downsizing" im Sinne des Umweltschutzes

17. Dezember 2012 - 12:12 Uhr

Der Rallye-Sport wird von Kleinwagen mit kleinvolumigen, aufgeladenen Motoren bestimmt - Durch das "Downsizing" werden auch die CO2-Emissionen gesenkt

Sebastien Ogier
Die WRC-Version des Polo liegt im Trend der Automobilindustrie
© Volkswagen

(Motorsport-Total.com) - Der Rallye-Sport hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Berühmt und berüchtigt sind die "Monster" aus der Gruppe-B-Zeit in den Achtzigerjahren. Die Boliden von Audi, Peugeot oder Lancia leisteten über 500 PS und waren praktisch spektakuläre Sportwagen. Mit der aktuellen Rallye-Generation haben diese Autos nicht mehr viel gemein. Der Citroen DS3, der Ford Fiesta, der Mini und der Volkswagen Polo zählen zum Segment der Kleinwagen. Obwohl die Autos und die Motoren kleiner wurden, wurden technisch große Fortschritte erzielt, weshalb die aktuellen Autos im Schnitt schnellere Prüfungszeiten erreichen als die leistungsstärkere Gruppe B.

"Downsizing" ist das Motto der Automobilindustrie. So verfügt der neue Polo R WRC über einen Reihen-Vierzylinder-Motor mit Abgasturbolader. Aus 1,6 Litern Hubraum werden rund 315 PS geholt. Das Drehmoment liegt bei rund 425 Newtonmetern. "Durch das Downsizing der Motoren wollen wir die CO2-Emissionen senken", streicht Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg heraus. "Das geht am besten durch kleinere Motoren, denn dadurch entsteht weniger Reibung und das Gewicht wird gesenkt. Diese Anforderungen helfen uns auch im Rallyesport."

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"Durch ein geringeres Gewicht wird die Beschleunigung besser, das Handling wird agiler und die Bremsleistung gesteigert." Das Mindestgewicht eines WRC-Boliden liegt bei 1.200 Kilogramm. Die Zahlen sind dennoch beeindruckend: Der Polo schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in unter vier Sekunden. Die Leistung ist vorhanden und dennoch wird der Umweltgedanke nicht vernachlässigt. "Alle diese Maßnahmen, die dem Ziel dienen, den CO2-Ausstoss und den Benzinverbrauch zu reduzieren, sind auch in der Rallye und generell im Motorsport von Vorteil", so Hackenberg.

"Es ist daher eine gute Entwicklung, dass wir uns einerseits des Klimaschutzes annehmen, aber auch Rennsport betreiben. Das schließt sich gegenseitig nicht aus." In der Formel 1 und speziell in der Langstrecken-WM sind Hybridsysteme ein großes Thema. In der Rallye-WM gibt es noch keine Energierückgewinnungs-Systeme. Aufgrund der Krise der vergangenen Jahre wurde diese Thema hauptsächlich aufgrund der hohen Entwicklungskosten ausgespart. Ein festes Datum für die Einführung solcher Systeme wurde vom Automobilweltverband FIA noch nicht ins Auge gefasst.

Aber auch die Rallye-WM wird in absehbarer Zukunft neue Technologien einführen. "Vielleicht fahren in 20 oder 30 Jahren alle Autos mit Elektroantrieb. Ich weiß es nicht", meint Hackenberg über die Zukunft. "Aber ich glaube, dass es auch dann noch Motorsport geben wird. Autofahren ist auch immer eine emotionale Angelegenheit. Und Emotionen und Sport gehören zueinander. Wir werden in der Zukunft mit jeder Art von Antrieb Motorsport betreiben."

Hybridsysteme haben sich im normalen Straßenverkehr bisher nicht in der breiten Masse durchgesetzt. Der Trend zu kleineren Autos mit kleinen und aufgeladenen Motoren hält aber an. Deshalb hat sich Volkswagen für den Polo entschieden. "Der Polo ist ein globales Auto, es wird global produziert und global verkauft", sagt Motorsportchef Jost Capito bei 'Sat1'. "Rallye ist eine Motorsportveranstaltung, die auf der richtigen Straße stattfindet. Von Schnee, Schotter, Asphalt, alles von minus 20 bis plus 30 Grad ist alles vertreten. Es ist ein tolles Testumfeld für Fahrzeuge, genauso wie es toller Motorsport ist."

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