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Gassners Ziele: "Werksfahrer und Weltmeister werden"

02. März 2012 - 08:50 Uhr

Hermann Gassner Jun. geht in diesem Jahr in der Intercontinental Rallye Challenge an den Start - Im Interview spricht der Deutsche über seine Karriere und seine Ziele

Hermann Gassner Jun.
Hermann Gassner Jun. nimmt in diesem Jahr die IRC in Angriff
© Red Bull/GEPA

(Motorsport-Total.com) - Hermann Gassner, zweiter Generation. Der 23-jährige Deutsche startet in der Intercontinental Rallye Challenge (IRC), Fernziel Titel in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft. Ein Gespräch mit dem Red-Bull-Skoda-Piloten über die Rolle als Nachwuchsfahrer, über Erfahrung und über den Druck, erfolgreich sein zu müssen.

Frage: "Du trägst es bereits im Namen: Junior. Welche Bedeutung hat der Begriff für dich?"
Hermann Gassner: "Zuallererst, dass ich der Sohn von meinem Vater bin. Er hat mir denselben Namen gegeben. Ich habe deshalb von Anfang an von ihm profitiert. Mit 14 bin ich schon bei ihm als Beifahrer eingestiegen. Und so hat es sich immer weiterentwickelt. Es war immer meine freie Entscheidung, im Rallye-Sport weiterzukommen und mit an unserer Firma beteiligt zu sein. Und ich bin ja auch ein relativ erfolgreicher Rallye-Fahrer geworden ..."

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Frage: "Das Junior hat für dich aber in zweiter Linie auch die Bedeutung, dass du noch ganz am Anfang deiner Karriere stehst."
Gassner: "Ich bin in der Tat noch nicht so alt und habe noch nicht so viel Erfahrung. Mehr bedeutet das aber auch nicht."

Frage: "Nichtsdestotrotz sind in der IRC zwei junge Deutsche am Start, die sich berechtigte Hoffnungen darauf machen können, eventuell beim deutschen Hersteller Volkswagen in der Rallye-WM zu starten und dort in einem möglichen Junioren-Auto weiter gefördert zu werden. Hast du da ein Auge darauf geworfen"
Gassner: "Natürlich ist es mein Ziel, Werksfahrer zu werden, Weltmeister zu werden. Ohne das Ziel braucht man im Rallye-Sport nicht anzutreten, IRC oder wie im vergangenen Jahr SWRC zu fahren. Aber wir machen einen Schritt nach dem anderen, schauen von Rallye zu Rallye. Es gibt viele Möglichkeiten, die angesprochene ist nur eine davon."

Frage: "Du fährst für Red Bull und damit für eine Ikone im weltweiten Sportsponsoring. Es sind viele Extremsportler, viele erfolgreiche Athleten dort unter Vertrag. Baut das zusätzlichen Druck auf?"
Gassner: "Jein. Sicher wird Red Bull immer mit erfolgreichen Sportlern in Verbindung gebracht. Es ist auch ein tolle Sache, für diese Marke anzutreten, denn sie repräsentiert die Werte Cool-Sein, Tough-Sein. Das ist in jedem Fall etwas anderes, als für eine eher biedere Firma zu starten. Der Druck ist sicher da, denn Red Bull gibt sein Geld nicht dafür her, dass wir eine schöne Zeit haben, sondern möchte gute Ergebnisse sehen. Insofern ist Druck natürlich schon da."

"Auf der anderen Seite profitiert man auch von Dingen wie dem Red-Bull-Trainingszentrum nahe Fuschl am See, das nicht weit von mir daheim entfernt ist. Dort trainiere ich regelmäßig und habe mir Grundkenntnisse in Sachen Fitness geholt. Leider stand das zuvor nicht genug im Mittelpunkt. Aber auch mit Medientrainings und Mentaltrainings kann man profitieren."

Frage: "Wie bewertest du die Tendenz dazu, den Sport immer mehr verjüngen zu wollen? Am liebsten wäre es den Werken in der Rallye-WM, Weltmeister mit Anfang 20 einzustellen."
Gassner: "Wenn man den Lebenslauf erfolgreicher Rallye-Fahrer anschaut - beispielsweise den von Sebastien Loeb - dann ist auch er nicht mit 20, 21 Weltmeister geworden. Denn dazu ist viel Erfahrung nötig. Die skandinavischen Länder haben in dieser Hinsicht einen kleinen Vorteil, denn dort dürfen schön kleinere, nationale Rallyes mit 15, 16 bestritten werden, in Deutschland dagegen erst mit 18. Dann hat man zwei, drei Jahre verloren. In der Hinsicht werden die erfolgreichen Fahrer tatsächlich immer jünger, aber fertig und komplett sind Rallye-Piloten angesichts der nötigen Erfahrung meiner Meinung nach erst mit 25, 26."

Frage: "In welcher Hinsicht hilft ein erfahrener Beifahrer wie Klaus Wicha? Du bist 23 Jahre alt, er 41."
Gassner: "Das ist ein wichtiger Punkt. Erstmal, damit er mit seinem Erfahrungsschatz wertvollen Input gibt. Andererseits aber auch, um einen wieder zu erden und bremsen, wenn man mal zu euphorisch wird. Und natürlich, um aufzubauen, wenn es mal nicht so läuft."

Frage: "Klaus Wicha gibt als Beifahrer die Kommandos im Auto. Aber wer ist bei euch der Chef?"
Gassner: "Ich richtige mich gern nach ihm, wenn es darum geht, wann man wo sein muss. Aber wenn ich mal das Abstimmung verändert haben will, dann bin ich der Chef."

Frage: "Dein Team Red Bull Skoda, genauer das Baumschlager-Team, besitzt viel Erfahrung im Einsatz von Rallye-Autos. Was kann man von so einer Mannschaft lernen?"
Gassner: "Bevor ich zu BRR kam, habe ich einfach das Setup meines Vaters übernommen, was sicher nicht schlecht war. Doch da wir international auf sehr vielen verschiedenen Rallyes unterwegs sind, musste ich lernen, das Auto auf meine eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Da ist jemand Erfahrenes wie der Raimund Bauschlager, der selber Rallyes fährt, sehr wichtig."

"Er hat schon junge Fahrer nach vorn gebracht und weiß, welche Fehler man Nachwuchspiloten vielleicht erstmal selbst machen lassen muss, damit es einen Lerneffekt gibt. Auch die Ingenieure und Mechaniker sind sehr erfahren - alles in allem bin ich mit meinen Team rundum zufrieden."

Frage: "Die IRC ist einen internationale Serie mit guter TV-Präsenz. Wie ist es, sich vor so einer Kulisse Lauf für Lauf ins Schaufenster stellen zu müssen?"
Gassner: "Für mich war Rallye schon immer etwas Internationales, deswegen ist das für mich überhaupt kein Thema. Im Gegenteil. Für unsere Familie war Italien schon immer näher als die deutschen Rallye-Läufe - also bin ich schon früh in internationalen Service-Parks unterwegs gewesen."

Frage: "Die erste Rallye der IRC, die Azoren-Rallye, liegt bereits hinter dir. Wie fällt dein Fazit aus?"
Gassner: "Die Azoren-Rallye war extrem schwierig, hatte extrem schwierige Wetterbedingungen. Deshalb bin ich erst einmal froh, das Ziel erreicht zu haben. Ich habe das gesamte Wochenende nicht wirklich in den Rhythmus gefunden, deshalb sind wir mit Rang fünf zufrieden."

Frage: "Du hattest dir vorgenommen, dich an den Zeiten von Juho Hänninen und Andreas Mikkelsen zu orientieren. Der eine ist SWRC-Weltmeister, der andere IRC-Champion. Doch im ersten Lauf war zunächst ein Duell mit Sepp Wiegand. Wie lauten deine Ziele für das Jahr 2012 konkret?"
Gassner: "In der IRC ist es schwierig, Ziele in konkreten Zahlen auszudrücken, denn das Starterfeld variiert mit jeder Rallye stark. Das Orientieren an Hänninen und Mikkelsen war so gemeint, dass ich nach der vergangenen Saison Vergleichswerte habe, um meine eigene Leistung zu überprüfen. Ziel ist es, näher an beide heranzukommen. Das hat auf den Azoren, die erste Rallye, die ich dort gefahren bin, nicht so gut geklappt."

"Schauen wir einmal, wie es bei den kommenden Rallyes wird. Bei der Deutschland-Rallye war ich an den Zeiten dran, hier wieder weiter weg. Deshalb ist es wichtig, sich an Fahrern zu orientieren, die man kennt, um zu wissen, wo man steht. Die kommende Rallye auf Gran Canaria ist der erste Asphaltlauf, dort wollen wir - logisch - vor Sepp Wiegand ankommen und die Lücke zu Juho Hänninen schließen."

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