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Loeb: "Ich wusste ja gar nicht, was eine Rallye ist"

15. Januar 2012 - 13:31 Uhr

Vom Spätstarter zum Rekordweltmeister - Sebastien Loebs Leidenschaft für den Motorsport wurde erst spät geweckt, ursprünglich hatte er andere Karrierepläne

Sébastien Loeb
Sebastien Loebs Begeisterung für den Motorsport wurde erst spät geweckt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Seit dem vergangenen Jahr steht Sebastien Loeb endgültig an der Spitze der Rekordlisten im Automobilrennsport. Mit dem Gewinn des achten WM-Titels in Folge hat er sich endgültig zum erfolgreichsten Rallye-Fahrer aller Zeiten gemacht und eine Bestmarke gesetzt, an der sich seine Nachfolger wahrscheinlich lange Zeit lang die Zähne ausbeißen werden. Umso mehr verwundert es, dass der 37-Jährige ein Spätstarter in Sachen Motorsport war.

Während die meisten Formel-1-Weltmeister schon von klein an im Kart ihre Runden drehten, konnte sich der Franzose in Kindertagen nur wenig für den Motorsport begeistern. Selbst als Zuschauer war er nur einmal bei einer Rallye zu Gast. "Ich glaube, es war die Rallye durch die Vogesen. Mein Vater hatte mich mitgenommen. Ich war damals etwa zehn Jahre alt. Danach bin ich erst wieder als Fahrer bei einer Rallye dabei gewesen", sagt Loeb im Gespräch mit dem 'Red Bulletin'.

Daher hatte der Citroen-Pilot seinerzeit auch kein Vorbild, dem er nacheifern wollte. "Ich war nie ein Fan von irgendwem. Ich wusste ja gar nicht, was eine Rallye ist." Erst im Alter von 18 Jahren habe er begonnen, zusammen mit seinen Freunden regelmäßig Rallyes im Fernsehen anzusehen. Doch auch dann hatte Loeb noch keine Ambitionen, den Sport auszuüben. "Damals dachten wir: 'Unglaublich, was diese Burschen mit ihren Autos anstellen.' Mehr aber auch nicht.

Sportlich aktiv war der Elsässer in seiner Jugend als Kunstturner, und dieses Hobby machte er zunächst auch zum Beruf und wurde Sportlehrer. Hierbei folgte er dem Vorbild seines Vaters: "Zunächst war er Turnlehrer im Verein und später regionaler Sportkoordinator, bevor er an einem Gymnasium unterrichtete. Ich sah mich schon in seine Fußstapfen treten. Studieren hat mich nie so interessiert." Sein Traumberuf war jedoch ein andere, am liebsten wäre Loeb Jagdflieger geworden.

Doch mittlerweile hatte der junge Sebastien Geschmack an schnellen Autos gefunden. "Ich wollte unbedingt einen Sportwagen haben, und meine Eltern bestanden darauf, dass ich in den Ferien arbeiten ging." So verdiente er sich seine ersten Francs in einer Fabrik, die Kunststoffteile für Waschbecken und Badewannen herstellte. "Irgendwann haben ich mir gedacht: 'Wenn ich weiter arbeite, kann ich mir das Auto ganz alleine leisten.' Das war's dann mit der Schule."

Doch ewig wollte sich Loeb nicht mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, eine solide Ausbildung musste her: "Ich habe ein Jahr lang eine Berufsfachschule für Elektrotechnik besucht und auch meinen Abschluss gemacht. Danach gab es dann wieder einen Job nach dem anderen, bis ich intensiv mit Rallyefahren begonnen habe."

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