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Despres: "Diese Dakar war die härteste"

16. Januar 2012 - 19:45 Uhr

Der vierte Dakar-Sieg ist für Cyril Despres etwas Besonderes, weil die Rallye bis kurz vor Schluss offen war - Für den Franzosen war es das härteste Rennen überhaupt

Cyril Despres
Viermal hat Cyril Despres bereits die härteste Rallye der Welt gewonnen
© Red Bull/GEPA

(Motorsport-Total.com) - Das KTM-Stallduell zwischen Cyril Despres und Marc Coma bei der Rallye Dakar 2012 hat die Fans elektrisiert. Zwei Wochen lang wurde Rad-an-Rad um jede Sekunde gekämpft. Das Duo fuhr in einer eigenen Liga und deklassierte die restlichen Teilnehmer klar. Neben dem fahrerischen Aspekt ging es in Südamerika auch um die Navigation und speziell die Taktik. Wer eine Etappe gewann musste am nächsten Tag die Strecke eröffnen und hatte einen kleinen Nachteil, weil der Konkurrent folgen konnte. So wechselte sich das Spiel tagtäglich ab.

Schlussendlich gewann Despres und sicherte sich zum vierten Mal die Dakar-Krone. "Es war ein unglaubliches Szenario. Marc und ich waren nur durch Sekunden voneinander getrennt", schildert der Franzose. "Ich bin in meinem Leben knapp 100 Rallyes gefahren, aber bei dieser musste ich am härtesten für den Sieg kämpfen. Diese Dakar war ohne Zweifel die härteste, an der ich teilgenommen habe. Es war körperlich sehr anstrengend, aber auch ein intensiver psychologischer Kampf."

Um solche Strapazen durchzustehen, muss man sich monatelang vorbereiten. "Für einen Dakar-Sieg muss man sehr gut vorbereitet sein, man muss aber auch auf seinen Körper und das Motorrad achten", sagt Despres. "Wenn man diese Dinge sorgfältig beachtet, dann hat man eine Siegchance. Das Gefühl des Sieges ist fantastisch. Dieses Gefühl rechtfertigt die harte Arbeit während des Rennens und über das gesamte Jahr."

Kleinigkeiten haben über Sieg und Niederlage entschieden. Coma war bei der Navigation nicht ganz fehlerfrei. Außerdem gab es ein Getriebeproblem an seiner KTM. "Der Schlüssel zum Sieg war, auf jedes kleine Detail zu achten", meint Despres. "Die Tage waren wie immer bei der Dakar sehr lang. An jedem Abend musste ich meine Hausaufgaben machen und das Roadbook vorbereiten. Manchmal ist es schwierig das vernünftig zu tun, nachdem man den ganzen Tag lang gefahren ist. Es ist aber wichtig, es richtig zu machen."

"Jeden Tag musste ich der Herausforderungen gewachsen sein. Das hinterlässt mental seine Spuren. Es ist ein Marathon und kein Sprint. Ich bin sehr ausgelaugt und weiß im Moment nicht, was ich im nächsten Jahr machen werde. Ich schätze aber, dass ich immer noch die Leidenschaft für die Rennen haben werde, weil es das ist was ich tue." Im Moment des Sieges dachte Despres noch nicht an 2013.

Seine Bilanz ist dennoch beeindruckend. Durch den vierten Sieg ist er nun der erfolgreichste KTM-Fahrer der Dakar-Geschichte. "Das ist mein vierter Titel und ich habe jeden einzelnen davon genossen. Dieser scheint aber spezieller zu sein, denn das Rennen wurde erst in letzter Minute entschieden."

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