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Von Zitzewitz: Neue Rolle für den geborenen Beifahrer

30. Dezember 2011 - 19:14 Uhr

Nach erfolgreichen Jahren im VW-Werksteam tritt der Dirk von Zitzewitz bei der Dakar-Rallye 2012 mit Giniel de Villiers als Außenseiter an

Dirk von Zitzewitz
Der VW-Overall bleibt im Schrank, 2012 startet Dirk von Zitzewitz im Toyota
© Volkswagen

(Motorsport-Total.com/SID) - Das Talent zum Beifahrer wurde Dirk von Zitzewitz regelrecht in die Wiege gelegt. Der Holsteiner, einer von nur drei deutschen Co-Piloten, die die Dakar-Rallye gewonnen haben, kam am 14. Oktober 1968 vor dem Kreiskrankenhaus in Eutin zur Welt. "Auf dem Beifahrersitz eines Mercedes 200 D", verrät der 43-Jährige: "Meine Mutter wollte nicht unnötig Zeit im Krankenhaus verbringen, mein Vater war dann aber zwei, drei Minuten zu langsam."

Hätte der Papa damals schon seinen Sohn als Navigator gehabt, wäre er sicher nicht zu spät gekommen, denn von Zitzewitz gehört nicht erst seit dem Dakar-Sieg von 2009 an der Seite des Südafrikaners Giniel de Villiers zu den renommiertesten Beifahrern in der Marathon-Rallye-Szene. Nach dem Rückzug von VW, für die das Duo auch noch Platz zwei 2011 hinter den Teamkollegen Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk (Katar/Berlin) belegt hatte, ist die Dakar 2012 aber eine ganz neue Herausforderung.

Neustart im privatem Toyota

"Alte Paarung, neues Team" lautet das Motto. Von Zitzewitz folgte seinem Freund "Ginny" in dessen Heimat, wo mit Unterstützung von Toyota Südafrika und viel Enthusiasmus ein Privatteam einen Hilux-Pickup entwickelte. "Das Projekt ist erst sehr spät entstanden, erst im August fiel die Entscheidung", sagt von Zitzewitz, der mit dem Auto an sich schon sehr zufrieden ist: "Es ist enorm, wie gut das Auto schon läuft, aber wir haben fast überhaupt nicht getestet, nur einmal in Namibia."

Daher steht hinter der Zuverlässigkeit ein großes Fragezeichen, weshalb die Herangehensweise ganz anders ist als bei VW. "Da sind wir im Vorfeld der Rallye mehrere Dakar-Distanzen gefahren und kannten das Auto in- und auswendig. Diesmal sind wir nur 1000 Kilometer gefahren, bedingt durch die Zeit und das Budget, das gerade einmal fünf Prozent von dem von VW beträgt", sagt von Zitzewitz: "Wir wissen noch nicht, wie sehr wir das Auto belasten können."

Top-5-Platz ist das Ziel

Dennoch hofft er zumindest auf das eine oder andere Ausrufezeichen. "Auf lange Sicht wird wohl niemand die Minis vor allem mit Stéphane Peterhansel gefährden können. X-raid ist als einziges Team schon seit Jahren dabei. Aber wir wollen zweite Kraft hinter den Minis werden", sagt von Zitzewitz und hofft auf einen Top-5-Platz. "Allergrößten Respekt" hat er allerdings, wie viele Konkurrenten, vor den noch unbekannten Strecken in Peru: "Die Dünen dort sollen sehr weich sein, wie in Tunesien oder Mauretanien. Echte Alptraum-Dünen."

Dort den richtigen Weg zu finden, erfordert neben akribischer Vorbereitung vor allem viel Erfahrung, wie sie von Zitzewitz hat. Zunächst gesammelt auf zwei Rädern: Insgesamt 15-mal war er deutscher Enduro-Meister, dreimal bestritt er mit dem Motorrad die Dakar, mit Platz fünf als bester Neuling 1997 und zwei Etappensiegen 1999.

Vor zehn Jahren folgte er dann aber seiner eigentlichen Bestimmung und kehrte zurück auf den Beifahrersitz, zunächst in einem Toyota mit Mark Miller (USA), ab 2005 dann bei VW. Zuerst führte er Robby Gordon (USA) zu zwei Etappensiegen, 2006 wurde er mit Miller Gesamtfünfter, bevor er sein Glück an der Seite von de Villiers fand. Neun Etappensiege und der Gesamttriumph 2009 sind das Ergebnis.

Mehr von Dirk von Zitzewitz lesen Sie auch in seiner (Kolumne hier auf Motorsport-Total.com.)

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