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Latvala exklusiv: "Ich bin jetzt die Nummer zwei bei Ford"

07. Februar 2010 - 14:37 Uhr

Jari-Matti Latvala weiß, dass er nun vor allem Konstanz finden muss, bevor er wieder Gas geben kann - Ziel sind die Top 5, auch wenn ihm Siege lieber wären

Jari-Matti Latvala
Jari-Matti Latvala will erst konstanter werden, bevor er wieder Gas gibt
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Dass er unheimlich schnell sein kann, hat Jari-Matti Latvala in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Doch seine Jagd auf Siege hat auch oft genug mit reichlich Schrott geendet. Der Ford-Youngster erlebte immer wieder ein Auf und Ab der Gefühle. Und mit seinen Unfällen bescherte er seinem Team zwar viel Arbeit, aber eben auch wenig Punkte für die Markenwertung.

Unvergessen sind seine heftigen Überschläge bei der Rallye Portugal 2009 oder sein unglückliches Ausscheiden kurz vor dem Ziel der Rallye Polen. Teamchef Malcolm Wilson schüttelte schon die Champagnerflasche und setzte dazu an, sie zu öffnen, um den Ford-Doppelsieg mit Mikko Hirvonen und Latvala gebührend zu feiern. Doch dann krachte der Youngster in der abschließenden Zuschauerprüfung kurz vor der Ziellinie gegen die Leitplanke - für Ford war nicht nur der Doppelsieg futsch, sondern wohl auch der Markentitel.

Solche Missgeschicke muss Latvala künftig vermeiden - diese Vorgabe hat ihm Wilson gemacht. Und der 24-Jährige fügt sich in sein Schicksal, dass er nun erst einmal einen Gang zurückschalten muss. "Ich bin jetzt die Nummer zwei, Mikko ist die Nummer eins und mein Ziel ist, Mikko zu unterstützen, damit er den Fahrertitel gewinnen kann", bestätigt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Latvala muss kleine Brötchen backen

"Es ist eine reine Kopfsache, sich richtig auf die Rallyes vorzubereiten."
Jari-Matti Latvala

"Ich versuche auch, die nötigen Punkte zu sammeln, damit wir den Markentitel holen können. Wenn ich es also bei Schnee und Schotter Rallyes in die Top 3 schaffe und auf Asphalt in die Top 5, dann wäre ich sehr zufrieden", erklärt er weiter, pflichtet aber bei, dass diese Zielsetzung für einen ambitionierten Rallyefahrer eigentlich eher weniger befriedigend ist.

"Ja, das stimmt schon. Da ich leidenschaftlich gern gewinne, würde ich natürlich schon gern um Siege kämpfen", bekennt Latvala. "Aber wie man sehen konnte, ist es bei mir in den vergangenen beiden Jahren auf und ab gegangen und ich brauche jetzt Konstanz. Daran muss ich arbeiten. Ich muss in diesem Jahr die Konstanz finden und kann danach den Speed vielleicht wieder erhöhen. Aber ich muss jetzt anfangen, die Rallyes zu beenden."

Er sei auch "mental dafür gerüstet", künftig die Strategie des Ankommens anzuwenden, bekräftigt er: "Es ist eine reine Kopfsache, sich richtig auf die Rallyes vorzubereiten. Wenn man nicht immer ans Maximum geht, ist das Risiko geringer. Natürlich versucht man, schnell zu sein, aber man kann nicht immer ans Maximum gehen."

Das bedeutet aber nicht, dass Latvala in diesem Jahr gar keine Rallyes gewinnen darf. Bietet sich die Gelegenheit, dann will er sie auch nutzen: "Falls Mikko ein Problem haben sollte, dass er ausgefallen ist, einen Reifenschaden oder ein technisches Problem hat, dann würde ich sagen: Wenn ich die Chance habe, also zum Beispiel Zweiter bin und nicht weit weg vom Führenden, dann würde das Team von mir schon erwarten, dass sich pushe und um den Sieg kämpfe."

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