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Schwarz hofft: "Todt muss Ordnung hineinbringen"

07. November 2009 - 16:37 Uhr

Mit Jean Todt als FIA-Präsident bricht auch für den Rallyesport eine neue Ära an: Laut Experte Armin Schwarz ist es an der Zeit, langfristige Strategien anzulegen

Jean Todt
Die Rallyeszene setzt große Hoffnungen in den neuen FIA-Präsidenten Jean Todt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nun steht es also fest: Jean Todt führt die FIA und damit auch den Motorsport als Präsident in die Zukunft. In seine Zuständigkeit fällt auch, die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) auf zukunftsfähige Beine zu stellen. Und da kommt auf Todt eine nicht zu unterschätzende Aufgabe zu. Denn Pläne gibt es zwar viele, aber über ein Gesamtkonzept herrscht bisher weder im technischen Bereich noch in allen anderen Fragen endgültige Einigkeit.

Eine Situation, die auch Rallyeexperte Armin Schwarz mit Sorge beobachtet: "Ich würde hoffen, dass Jean Todt einfach einmal ein bisschen Ordnung hineinbringt - und auch längerfristig Ordnung", sagt der frühere WRC-Pilot gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Auch die Vielfalt der ganzen Veranstaltungen, das gehört einfach einmal ein bisschen kanalisiert."

Der WRC-Kalender ab 2011 ist eine der Baustellen, an der die FIA und Promoter ISC derzeit arbeiten. Hier kann der Weg laut Schwarz ganz schnell in die falsche Richtung gehen. Als Beispiel nennt er den französischen WM-Lauf, der künftig im Elsass und nicht mehr auf Korsika ausgetragen wird: "Da wird man sehen, dass die IRC sofort eine Korsika-Rallye hat. Und die werden eine richtige Tour de Corse machen und wieder um die komplette Insel fahren, wie es früher war."

"Und damit wird die IRC für mich eine immer bedeutendere Rolle einnehmen, weil sie einfach die ganzen historisch wichtigen Rallyes besetzt", so Schwarz weiter. Die Rallye Monte Carlo und die Rallye Sanremo, aber auch die Rallye Argentinien, die Rallye Sardinien und bald wohl auch die Tour de Corse werden inzwischen im Rahmen der IRC ausgetragen. "Und die WRC? Neue Märkte, neue Rallyes, neu, neu, neu. Du lebst ja auch von einem Mythos und von Zuläufen. Ich glaube, dass da einfach eine Ordnung hineingehört", gibt der Experte zu bedenken.

Todts Arbeit kann auch Auswirkungen auf die Zukunft der Rallye Deutschland haben. Mit der Frankreich-Rallye im Elsass gibt es nun in nächster Nähe einen zweiten WM-Lauf. Welche Auswirkungen das auf die Rallye Deutschland hat, könne man jetzt nicht einschätzen, so Schwarz: "Ich habe auch gehört, dass man sich schon Gedanken macht, ob man nicht die Rallye zusammen macht, also die Deutschland-Rallye und Elsass länderübergreifend zusammenfasst. Beim Elsass ist aber der Umstand, dass die meines Wissens nach fast 50 Prozent Schotter anbieten. Die werden keine reine Asphaltrallye machen. Noch gibt es aber keine richtigen gemischten Rallyes. Das sind auch Gesichtspunkte, die Jean Todt erst einmal aussortieren muss."

Der neue FIA-Präsident ist laut Schwarz aber noch in vielen anderen Bereichen gefragt: "Er sollte einmal klipp und klar sagen, was erste Division, was zweite Division ist, ob es das überhaupt gibt, wer überhaupt das Prädikat Weltmeisterschaft erhält. Denn sie müssen sich ja wirklich etwas überlegen, wie sie Leute an die Rallyes bekommen. Und das ist bisher nicht passiert."

Bisher habe man sich nur jedes halbe Jahr etwas Neues einfallen lassen, zwei Jahre später habe man wieder zurückgerudert: "Man hat wieder ein Rotationssystem eingeführt, das man 1996 schon probiert, aber dann wieder aufgegeben hat und lauter solche Dinge", so der Experte. "Ich glaube, dass da einfach mal eine langfristige Strategie reingehört. Und ich glaube, dass Todt erst einmal eine Analyse macht, bevor er überhaupt Entscheidungen trifft."

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