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WRC-Zukunft: 1600er-Turbo ab 2011 und große Show?

22. Juni 2009 - 16:01 Uhr

Der FIA-Weltrat beschäftigt sich derzeit mit der Zukunft der WRC: Es gibt einige neue Ideen, wie der Sport für die Fans noch zugänglicher werden kann

FIA-Logo, Jerez, Circuit de Jerez
Der FIA-Weltrat beschäftigt sich derzeit mit umfangreichen Vorschlägen zur WRC
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Der FIA-Weltrat hat in diesen Tagen ein umfassendes Arbeitsprogramm vorliegen. Unter anderem beschäftigt er sich mit der Zukunft der WRC und mit der Vorschlagsliste der WRC-Kommission, die Präsident Morrie Chandler vorgelegt hat. Ziel der gesammelten Ideen ist es, die Rallye-Weltmeisterschaft für die Fans noch zugänglicher und für die Medien noch interessanter zu machen. Gleichzeitig soll das Reglement stabil sein und die Kosten sollen im kontrollierbaren Rahmen bleiben.

Deshalb macht sich die Kommission in ihren Vorschlägen auch dafür stark, die Einführung des 1600er-Turbo-Motors von 2013 auf 2011 vorzuziehen. Das entspricht auch dem Wunsch der Hersteller, die diese Motoren auch in den Serienfahrzeugen einsetzen wollen. Interessant dabei: Es wird angestrebt, dieselbe Motorenspezifikation sowohl in der WRC als auch in der Tourenwagenweltmeisterschaft WTCC einzusetzen.

Dem FIA-Weltrat liegt nicht nur eine Reihe technischer Vorschläge zur Abstimmung vor, sondern es gibt auch viele Ideen, wie die WM-Läufe interessanter gestaltet werden können. So will die WRC-Kommission den einzelnen Veranstaltern wieder mehr Freiheiten geben. Sie schlägt vor, Nachtprüfungen zu erlauben, so lange diese keine eigene Etappe bilden und die Sicherheit gewährleistet ist. Ein weiterer Vorschlag ist, auf gemischten Oberflächen zu fahren, mit einem Wechsel zwischen Asphalt und Schotter nicht nur von einem Tag auf den anderen, wie 2009 bei der Rallye Zypern, sondern auch innerhalb eines Tages und sogar innerhalb einer Prüfung. Die WM-Läufe könnten dem Vorschlag zufolge zwischen zwei und vier Tagen dauern.

Sébastien Loeb, Rallye Norwegen, Rallye Norway
Podiumszeremonien könnte es künftig nach jedem Tag geben
© xpb.cc

Nach jedem einzelnen Tag soll es nach den Plänen der WRC-Kommission eine Podiumszeremonie geben, in der der Gesamtführende und der Tagessieger geehrt werden. Auch wurde vorgeschlagen, am Ende jedes einzelnen Tages Extra-WM-Punkte zu vergeben: drei für den Tagesbesten, zwei für den Zweiten und einen für den Dritten. Das kommt auch jenen Piloten entgegen, die einen Tag wegen eines Unfalls oder technischen Defekts nicht beenden konnten, am nächsten Tag als Restarter aber eine Bestzeit nach der anderen holen.

Grundsätzlich soll vieles mehr "Showcharakter" bekommen, zum Beispiel die Technische Abnahme. Im Shakedown, in dem maximal vier Runden gefahren werden dürfen, könnten nach Plänen der Kommission zwei Runden genutzt werden, um Journalisten oder VIP-Gäste mitzunehmen. Zudem wurde vorgeschlagen, den Shakedown auf einer Strecke abzuhalten, die ohnehin zu einer der Prüfungen eines Laufs gehört. Auch damit ließe sich Geld sparen.

Neben dem zentralen Service-Park, der beibehalten werden soll, könnte es künftig auch mehr sogenannte "Remote-Services" geben, bevorzugt in Ortschaften, um auch dort mehr Fans anzuziehen. In den Regroup-Bereichen könnten spezielle Zonen für Autogrammjäger eingerichtet werden. Zudem sollen die Service-Parks nach dem Willen der WRC-Kommission so gestaltet werden, dass die Zuschauer näher an die Teams und Fahrer herankommen. Und die Pressekonferenzen könnten nach den neuen Plänen auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Auch zu einzelnen Wertungen hat die Kommission ihre Ideen vorgelegt. Für 2010 schlägt sie die Einführung eines neuen "WRC-Cup" für S2000-Fahrzeuge vor, also eine eigene Wertung unabhängig von der für die technisch überlegenen WRC-Boliden, die 2010 noch gefahren werden dürfen. Ab 2011 könnten die bisherigen Wertungen "Hersteller" und "Hersteller-Team" durch eine "Teammeisterschaft" ersetzt werden, in der zum Beispiel das "Ford-Team" oder das "Skoda-Team" antreten. Ziel ist, die WRC damit noch mehr vermarkten zu können und den Veranstaltern ein größeres Starterfeld zu verschaffen. Auch die Weltrangliste für WRC-Piloten wird erstmals explizit erwähnt.

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