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Hirvonen hält Wort: Wieder an der WM-Spitze

15. Juni 2008 - 18:49 Uhr

Mikko Hirvonen konnte zwar nichts essen, aber in der Türkei gewinnen, Jari-Matti Latvala macht taktischen Ford-Doppelsieg perfekt

Mikko Hirvonen
Mikko Hirvonen hat in der Türkei mit dem Sieg die WM-Führung geholt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit überzeugenden fahrerischen Vorstellungen und dank eines cleveren taktischen Schachzugs feierten die Ford-Besatzungen Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen und Jari-Matti Latvala/Miika Anttila einen souveränen Doppelsieg bei der Rallye Türkei. Das finnische Quartett bescherte dem amtierenden Markenweltmeister Ford beim achten von 15 Läufen zur Rallye-WM 2008 nicht nur die maximale Ausbeute, sondern stellte gleichzeitig einen neuen Rekord auf: Es war die 100. Veranstaltung in Folge, bei der Ford in die Punkteränge fuhr - eine bislang einmalige Leistung in diesem seit 1973 ausgeschriebenen Championat.

Den Grundstein für den Doppelerfolg bei der wie erwartet harten Veranstaltung rund um Kemer legten Hirvonen und Latvala bereits auf der Freitagsetappe. Nachdem die beiden Piloten mit konstant schnellen Zeiten die Spitze der Gesamtwertung übernommen hatten, nahmen sie auf den letzten Metern der abschließenden Wertungsprüfung des ersten Tages deutlich Tempo heraus. Damit überließen die beiden Finnen ihrem Kontrahenten Sébastien Loeb zwar den Tagessieg, der Franzose musste so aber auch am Samstag als jeweils Erster auf die Strecke - auf den staubigen und mit tückischen Steinen gespickten Schotterpisten ein klarer Nachteil, da der Franzose somit den "Straßenkehrer" für die Nachfolgenden spielen musste.

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Am Samstag Loeb enteilt

Hirvonen und Latvala nutzten den Vorteil der saubereren Ideallinie und übernahmen bereits nach wenigen Kilometern des zweiten Tages wieder die Führung. In der Folge bauten sie ihren Vorsprung auf Loeb kontinuierlich aus. Bis zum Ende der zweiten Etappe waren sie ihrem elsässischen Kontrahenten schließlich so weit enteilt, dass sie über ein ausreichend großes Polster für den abschließenden Sonntag verfügten - in dessen Verlauf wiederum Hirvonen und Latvala als Erst- und Zweitplatzierte des Samstags vor Loeb in die Wertungsprüfungen starten mussten.

"Ich bin es einfach vorsichtig angegangen und habe meine Reifen geschont."
Mikko Hirvonen

"Unsere Taktik hat perfekt funktioniert", freute sich Mikko Hirvonen im Ziel. "Über meine Rolle als 'Straßenkehrer' am Sonntag habe ich mir keine Sorgen gemacht. Ich bin es einfach vorsichtig angegangen und habe meine Reifen geschont." Mit seinem Sieg konnte Hirvonen auch ein Versprechen einlösen, das er seinem Teamchef vor der Rallye gegeben hatte. "Ich habe Malcom Wilson gesagt, dass ich meine bevorstehende Heim-Rallye in Finnland als WM-Führender bestreiten würde", so der 27-Jährige, der aufgrund von Unwohlsein das ganze Wochenende über nichts essen konnte und sichtlich geschwächt seinem Auto entstieg. "Es war ein unglaublich hartes Wochenende für Fahrer, Autos und Reifen."

Auch Latvala zufrieden

Trotz des verlorenen Zweikampfs gegen seinen Teamkollegen herrschte auch bei Jari-Matti Latvala die Freude vor. "Ich bin mit dem Ziel einer Top-3 Platzierung hierher gekommen", so der 23-Jährige, der durch zwei Reifenschäden am Freitag rund eine Minute einbüßte. "Mit unserer Taktik sind wir ein großes Risiko eingegangen, aber es lohnte sich. Das Ergebnis gibt meinem Selbstvertrauen weiteren Schub."

"Wir gehen als Führende in beiden WM-Wertungen in die Sommerpause - viel besser kann es nicht laufen."
Malcolm Wilson

"Was unsere beiden jungen Fahrer an diesem Wochenende gezeigt haben, war etwas ganz Besonderes", lobte Teamchef Malcom Wilson. "Wir haben eine mutige Entscheidung getroffen, die Führung am Freitag abzugeben, aber sie erwies sich als richtig. Ich bin stolz auf meine Fahrer und das gesamte Team. Es ist toll, die erste Saisonhälfte auf diese Art zu beenden. Wir gehen als Führende in beiden WM-Wertungen in die Sommerpause - viel besser kann es nicht laufen."

Mark Deans, Direktor Motorsport bei Ford Europa, ergänzte: "Die Rekordmarke von 100 Punkteergebnissen in Folge ist eine bemerkenswerte Leistung, denn die Rallye-Weltmeisterschaft zählt zu den härtesten Herausforderungen für Rennwagen, die auf Serienfahrzeugen basieren. Für diesen Rekord bedurfte es der bemerkenswerten Kombination aus Geschwindigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit des Ford Focus RS WRC sowie herausragender Leistungen der Fahrer. Abgerundet wurde das perfekte Wochenende für uns durch insgesamt sechs Ford Focus unter den ersten Zehn."

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