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Ist die WM zu einfach?

10. Mai 2008 - 12:42 Uhr

Barry Clark fuhr bei seiner WRC-Premiere in Jordanien langsam und vorsichtig bis auf Rang zwölf - Fazit: Wer ins Ziel kommt, hat Chancen auf eine gute Platzierung

Barry Clark
Newcomer Barry Clark war die große Überraschung in Jordanien
© Munchi's

(Motorsport-Total.com) - Barry Clark kam aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Der junge Schotte hatte seine unerwartete WRC-Premiere im Munchi's-Ford-Team mit Bravour bestanden. Am Mittwochnachmittag bekam er mitgeteilt, dass er bei der Rallye Jordanien nicht als Mechaniker, sondern als WRC-Pilot tätig sein und das Cockpit von Luis Perez Companc übernehmen würde. Clark ging an den Start, ohne die Recce gefahren zu sein, ohne vernünftigen Aufschrieb und mit einem für ihn neuen Co-Piloten, der noch dazu kaum Englisch spricht.

Clark fuhr so übervorsichtig über die Wüstenpisten, als ob er eine Ladung roher Eier in seinem Focus habe. Doch er hatte Erfolg damit: Zwar hatte er im Ziel eine halbe Stunde Rückstand auf die Spitze, aber er war unfallfrei durchkommen und pilotierte das Auto heil auf einem guten zwölften Rang über die Ziellinie.

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"Er durfte aber auch nichts anderes machen", analysierte Rallye-Experte Armin Schwarz gegenüber 'Motorsport-Total.com' die vorsichtige, aber erfolgreiche Herangehensweise Clarks. "Er hat hier die einmalige Chance bekommen, ganz schnell ein bisschen auf dem WRC zu fahren. Er musste nicht einmal schnell fahren, sondern einfach nur fahren, sich an ein Auto gewöhnen und nur nichts kaputtmachen. Er hat das Auto mit einer dermaßen großen Hochachtung chauffiert, nur damit er Malcolm Wilson zum Dank für seine Großzügigkeit nicht noch irgendwo eine Stoßstange wegfährt."

Eines habe man durch Clarks Abschneiden aber gesehen, erklärte Schwarz: "Dass man nur durch Ankommen, ohne dass man überhaupt einen Aufschrieb hat, auf Platz zwölf fahren kann." Und das, so der Experte, "spricht nicht unbedingt für die momentane Performance der WM".

Klar ist natürlich, dass unbedarfte Neulinge es mit den Toppiloten an der Spitze nicht aufnehmen können. Aber dahinter ist einiges drin, auch für Unerfahrene: "Wenn es wirklich nicht ums Gewinnen geht, sondern nur ums Mitfahren, und du ganz klipp und klar weißt: 'Ich will nur ankommen' und nicht auf die Zeiten schaust, dann ist immer mal drin, dass du bei solchen Events in die Top 10 fährst", erläutert Schwarz. Er schränkt aber ein: "Das wird allerdings nicht bei allen Veranstaltungen so gehen."