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Erst Frust, dann Ärger bei Citroën

26. April 2008 - 19:54 Uhr

Zuerst fiel Sébastien Loeb denkbar unglücklich aus, dann wurde Daniel Sordo von Ford ausgetrickst - Trotz Führung ist man bei Citroën nicht froh

Sébastien Loeb
Sébastien Loeb kurz bevor sein Samstag in Jordanien beendet war
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Citroën hat nach dem zweiten Tag in Jordanien nach wie vor mit Daniel Sordo die Spitzenposition inne, die Mundwinkel der meisten Teammitglieder zeigen aber dennoch nach unten. Es war nicht so wirklich der Tag der Franzosen. Mit der Doppelführung durch Sordo und Sébastien Loeb hatte der Tag begonnen und es sah so aus, als ob der nächste große Erfolg greifbar ist.

Für Loeb lief alles nach Plan: Der Weltmeister ging gleich in der ersten Prüfung an Sordo vorbei und baute seinen Vorsprung schnell auf 36 Sekunden aus. Wäre es so weiter gegangen, hätte sein Polster gereicht, um am morgigen Sonntag als Erster und damit Straßenkehrer auf die Pisten zu gehen. "Wir hatten beschlossen, zu attackieren", so Loeb. "Unser C4 war sehr stark und ich hatte ein gutes Gefühl." Ein Doppelsieg für Citroën war möglich.

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Achtung Gegenverkehr

Doch nach der elften Prüfung kam die unerwartete Wende. "Die Verbindungsetappe zwischen der elften und der zwölften Prüfung war sehr eng und an vielen Stellen nicht einzusehen", schilderte Loeb. "Als wir aus so einer Kurve herauskamen, war es uns nicht möglich, einem anderen Teilnehmer auszuweichen, der uns entgegen kam." Loeb krachte frontal mit Citroën-Privatier Conrad Rautenbach zusammen, der auf dem Weg zum Start der elften Prüfung war. Damit war der Tag für beide beendet.

"Es war erst der fünfte Lauf und es kann noch viel passieren."
Sébastien Loeb

"Es ist wirklich sehr schade. Wir waren in beiden WM-Wertungen in einer guten Position", sagte ein geknickter Loeb. "Aber es war erst der fünfte Lauf und es kann noch viel passieren." Seine Führung in der Fahrer-WM wird er wohl an Mikko Hirvonen verlieren. Morgen wird Loeb mit rund 24 Minuten Rückstand auf die Spitze wieder an den Start gehen.

"Bis zum Ende der elften Prüfung lief es sehr gut für uns", gab Teamchef Olivier Quesnel zu Protokoll. "Sébastien hatte die Situation voll unter Kontrolle ... und dann ist dieser Unfall passiert. Das ist sehr bitter und wir sind innerhalb von Sekunden in ein tiefes Loch gefallen. Aber so ist das im Motorsport. Man muss es einfach akzeptieren."

Sordo in Führung, aber sauer

Mit Sordo hat Citroën aber noch ein Eisen im Feuer. Der Spanier lag nach Loebs Ausfall wieder in Führung, verlor als Straßenkehrer aber so viel Zeit, dass er die Ford-Piloten Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen an sich vorbeiziehen lassen musste. Platz drei mit wenigen Sekunden Rückstand wäre für den Sonntag gar keine schlechte Ausgangsposition gewesen. Doch das dachte man sich bei Ford auch, beobachtete in der letzten Prüfung Sordos Zeit und ging vom Gas. Der Spanier übernahm so eher unfreiwillig wieder die Führung und muss morgen erneut als Straßenkehrer fungieren.

"Morgen müssen wir Gas geben. Denn wir wollen vorn bleiben und alles ist noch möglich."
Daniel Sordo

"Ich wusste immer, dass es ein Nachteil sein würde, als Erster auf die Straße zu gehen", sagte Sordo angesäuert. "Aber ich denke, dass wir den Schaden heute Morgen begrenzen konnten. Am Nachmittag haben wir wegen eines Reifenschadens Zeit verloren. In der letzten Prüfung kam ich plötzlich wieder auf Rang eins, nachdem unsere Rivalen - seltsamerweise - Probleme bekamen. Morgen müssen wir Gas geben. Denn wir wollen vorn bleiben und alles ist noch möglich."

Teamchef Quesnel konnte sich eine gehörige Portion Ironie nicht verkneifen: "Am letzten Tag ist noch alles möglich, denn unsere Gegner schienen am Ende des Tages ein Problem bekommen zu haben, durch das sie gleich 20 Sekunden verloren haben. Ich hoffe, dass sie diese Probleme aussortieren können, damit der Fight morgen weitergehen kann. Und ich hoffe, dass Dani morgen vor ihnen bleibt..."

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