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Schwarz: Knochenbrecher als besonderer Reiz

10. März 2008 - 12:03 Uhr

Armin Schwarz fährt diese Woche sein zweites Saisonrennen in der ultraharten Score-Meisterschaft in den USA - Im Interview blickt das Rallye-Ass voraus

Armin Schwarz
Armin Schwarz hat Spaß an den speziellen Herausforderungen der Bajas
© armin-schwarz.com

(Motorsport-Total.com) - Das deutsche Rallye-Ass Armin Schwarz greift in dieser Woche wieder in den USA an. Mit seinem All-German-Motorsports-Team, Teampartner Martin Christensen und dem rund 700 PS starken Jimco-Buggy bestreitet Schwarz 2008 erstmals alle sechs Rennen der Score International Offroad Racing Series in den USA. Das erste Saisonrennen, die Laughlin Desert Challenge, war für den Deutschen leider schon nach 400 Metern mit einem defekten Antriebsflansch beendet. Am 14. und 15. März steht Saisonlauf Nummer zwei an - die Baja San Felipe 250. 'Motorsport-Total.com' hat mit Schwarz über diese nächste Herausforderung gesprochen.

Frage: "Armin, du hast gesagt, du hast Respekt vor der Baja San Felipe 250. Warum?"
Armin Schwarz: "Respekt habe ich einfach vom Härtegrad her. Wir fahren da drüben, um zu gewinnen. Und dazu brauchst du einen gewissen Speed. Auf der anderen Seite musst du dich aber auch etwas zurückhalten, denn sonst hält dein Auto das nicht aus. Die Baja 250 kenne ich noch nicht, aber wir fahren dort auf einem Teilstück der Baja 1000 von vor zwei Jahren. Und deshalb denke ich, dass wir dort einen ziemlichen 'Knochenbrecher' erleben werden. Ich gehe davon aus, dass die Baja 250 dermaßen hart sein wird, dass ich einfach einen gewissen Respekt davor haben muss."

Ultraharte Streckenbedingungen

Frage: "Was sind genau die Herausforderungen, denen sich Mann und Maschine da stellen müssen?"
Schwarz: "Das sind die harten Streckenbedingungen. Es ist sehr schwer zu beschreiben. Man hat zum Beispiel 80 Kilometer, die man nur im zweiten oder dritten Gang fahren kann. Denn das Terrain ist so hart - man hat immer tischkantenhohe Bodenwellen. Die sind allerdings auch so kantig wie ein Tisch. Und da fährst du vielleicht mit 70 oder 80 Stundenkilometern drüber. Es gibt permanent Schläge. Eine Stunde lang gibt es unglaubliche Schläge auf das Auto, auf deinen Körper, auf das Genick - auf alles. Das sind Dinge, die kann man schwer umschreiben. Ein Terrain wie das, über das wir dort drüben fahren, gibt es nirgendwo anders. Man kann nicht sagen 'das ist ungefähr wie ein Schotterweg in Griechenland' - das ist nicht so. Es ist viel schlimmer."

Project Baja
In der Score-Meisterschaft sind Mann und Maschine extrem gefragt
© armin-schwarz.com

Frage: "Aber dir macht genau das Spaß?"
Schwarz: "Mir macht das Spaß, ja! Denn es ist einfach wild und rau und man muss mit einer gewissen Taktik fahren. Das Spannende bei diesem Härtegrad ist, dass man auch als kleineres Team gegen ganz große Teams anfahren kann. Denn die haben genau das gleiche Haltbarkeitsproblem. Sie haben vielleicht mehr Leistung, sie haben vielleicht mehr Equipment, sie haben vielleicht mehr Tests. Aber das hilft ihnen alles nichts, wenn sie ihr Auto zermürben. Das macht den Reiz der Baja gegenüber einer Dakar aus. Bei der Dakar wird doch sehr viel getestet und ausgetestet wird. Man fährt dort richtig Dauerlauf, damit das alles hält. In den USA dagegen ist das Gelände so hart, dass auch die ausgereiftesten Autos zu Bruch gehen, wenn die Piloten zu robust ans Werk gehen."

Frage: "Wir habt ihr euch auf die Baja 250 vorbereitet?"
Schwarz: "Mein Teamkollege Martin Christensen war beim Testen. Er hat das Auto vom Set-Up und der Standhöhe her etwas anders eingestellt. Im Prinzip bauen wir das Auto jetzt so, wie es nach der Parker 400 war. Dort war das Auto ja problemlos und er ist auf das Podium gefahren. Genau in dieser Art hat er jetzt das Auto gebaut und hat auch keine Experimente gemacht. Sondern wir haben gesagt 'das Auto war gut und so fahren wir die nächste Veranstaltung'."

Podium ist das Ziel

Frage: "Was habt ihr euch für die Baja 250 vorgenommen?"
Schwarz: "Das Ziel ist auf jeden Fall das Podium. Oder auch mehr. Wenn wir im Bereich des Podiums fahren und keinerlei Probleme haben, dann könnte auch ein Sieg drin sein. Wichtig ist einfach, Punkte zu sammeln. Denn wir fahren ja um die Meisterschaft. Und es gibt in den USA "Punkte für Ankommer" - je mehr andere in deiner Klasse auch das Ziel erreichen, umso mehr Zusatzpunkte bekommst du. 'Viel Feind, viel Ehr' - und da gibt es natürlich auch viele Punkte. Da schielt man auch ein bisschen drauf: Es fahren viele mit, es sind viele in der Klasse und es kommen viele an, also gibt es auch viele Punkte."

Frage: "Dann viel Erfolg!"
Schwarz: "Danke. Ich freue mich jetzt einfach darauf, dass ich endlich ans Fahren komme, denn bei der ersten Veranstaltung dieses Jahres war ja gleich Schluss. Deshalb freue ich mich jetzt sehr drauf."

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