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RALLYEBERICHT
 
SS21: Loeb siegt und übernimmt WM-Führung
 
von Britta Weddige 30. März 2008 - 16:51 Uhr
 
Sébastien Loeb hat zum vierten Mal in Argentinien gewonnen und die Führung in der WM übernommen - Chris Atkinson und Daniel Sordo auf den Plätzen
 
Sébastien Loeb
Mit seinem Sieg hat Sébastien Loeb die Führung in der WM übernommen
Zoom © McKlein/Citroen
(Motorsport-Total.com) - Die wohl heftigste Rallye, die die WRC in der letzten Zeit erlebt hat, ist nach der abschließenden Zuschauerprüfung in Cordoba beendet. Regen, tiefer Matsch, Felsen und Nebel sorgten für eine wahre Ausfallorgie. Sébastien Loeb ist weltmeisterlich mit den schweren Bedingungen umgegangen und hat sich seinen vierten Sieg bei der Rallye Argentinien geholt. Loeb war am Freitagnachmittag in Führung gegangen und konnte sie bis ins Ziel halten - auch wenn er sich mehrfach darüber beschwert hat, dass die Teams bei diesen Bedingungen die harten Reifen nicht nachschneiden dürfen. Im Ziel hatte Loeb 2:33.2 Minuten Vorsprung auf seine Verfolger. Damit hat der Citroën-Star auch die Führung in der Weltmeisterschaft übernommen: Mit 30 Punkten hat er jetzt fünf Zähler Vorsprung auf Mikko Hirvonen (Ford).

Eine dramatische Wende gab es am letzten Tag noch hinter Loeb. Petter Solberg war endlich wieder happy mit seinem Auto und auf dem fast sicheren Weg zum zweiten Platz vor seinem Teamkollegen Chris Atkinson. Subaru stand kurz davor, das erste Doppelpodium seit 2003 zu holen. Doch heute Morgen blieb Solberg mit einem Elektrikdefekt stehen - erneut musste der Norweger einen bitteren Rückschlag hinnehmen. So belegte Atkinson am Ende den zweiten Platz. Der Australier ist mit 22 Punkten nun auch Dritter der WM-Wertung. Doch so richtig freuen konnte er sich nicht - zu sehr litt er mit Solberg.



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Den dritten Platz holte Loebs Teamkollege Daniel Sordo, der erstmals in dieser Saison aufs Podium kam. Auch auf Rang vier reihte sich ein Citroën ein: Privatier Conrad Rautenbach profitierte von den vielen Ausfällen bei dieser Rallye und schob sich nach vorn - allerdings hatte er knapp 16 Minuten Rückstand auf Sordo.

 
Hirvonen gelingt Schadensbegrenzung

Mikko Hirvonen
Mikko Hirvonen konnte am Ende doch noch Rang fünf holen
Zoom © xpb.cc
Einer der tragischen Helden der Rallye Argentinien ist Mikko Hirvonen. Er konnte sich am Freitag in der tückischen ersten Prüfung gleich einen Vorsprung von 48 Sekunden sichern, schied dann aber am Freitagmittag - deutlich in Führung liegend - aus. Hirvonen hatte einen der Felsen gerammt, die durch den Matsch auf die Oberfläche kamen und musste mit gebrochener Aufhängung aufgeben. Der Ford-Pilot ging am gestrigen Samstag als 25. wieder an den Start. Im weiteren Verlauf wurde er wieder vorgespült bis auf Rang fünf. Damit holte er vier wichtige Punkte für die Weltmeisterschaft.

Sein Teamkollege Jari-Matti Latvala hat ebenfalls drei heftige Tage hinter sich. Der Jungstar verlor schon in der zweiten Prüfung durch einen Überschlag neun Minuten, kämpfte sich zurück in die Punkteränge, musste aber gestern Vormittag vorläufig aufgeben. Wegen eines beschädigten Starterkabels sprang sein Ford Focus nicht mehr an. Latvala ging heute unter SupeRally-Bedingungen wieder an den Start und konnte zumindest zwei Punkte für die Herstellerwertung holen. Damit bleibt Ford in Führung mit drei Zählern Vorsprung auf Citroën (44 zu 41).

Als Gesamtsechster beendete Lokalmatador Federico Villagra die Rallye. Auch der Argentinier musste mit zahlreichen Problemen kämpfen und erlebte mehrere Rückschläge. Sein Munchi's-Teamkollege Luis Perez Companc beendete den Heimlauf schon gestern Morgen.

 
Ein hartes Wochenende für Stobart

Matthew Wilson
Matthew Wilson musste in Argentinien gleich zwei Unfälle verzeichnen
Zoom © xpb.cc
Auch das Stobart-Team wurde in Argentinien arg gebeutelt. Am aussichtsreichsten war Gigi Galli in die Rallye gestartet. Der Italiener hielt sich bis zum gestrigen Samstagmittag auf Rang vier und hatte zwischenzeitlich sogar das Podium in Reichweite. In der 13. Prüfung jedoch sorgte ein beschädigter Auspuff für einen Motorbrand und Galli musste aufgeben. Er ging heute wieder an den Start und holte immerhin noch Rang sieben.

Seine Teamkollegen Henning Solberg und Matthew Wilson sahen das Ziel nicht. Solberg hatte nach mehreren Rückschlägen gestern auf Rang 15 liegend vorläufig aufgegeben, um das Auto zu schonen. Heute war er wieder an der Start gegangen, schied jedoch in der ersten Prüfung des Tages aus. Wilson lag zwischenzeitlich auf Rang fünf, wurde jedoch zweimal durch Unfälle aus dem Rennen geworfen.

 
Aigner holt ersten P-WRC-Sieg!

Andreas Aigner
Andreas Aigner konnte in Argentinien ersten P-WRC-Sieg holen
Zoom © McKlein/Red Bull
Einen WM-Punkt sicherte sich Andreas Aigner als Achter. Doch was viel wichtiger ist: Der Österreicher holte seinen lang ersehnten ersten Sieg in der P-WRC-Wertung. Red-Bull-Teamchef Raimund Baumschlager hatte vor dem Lauf ein Spitzenergebnis von Aigner gefordert - das lieferte er prompt.

Viel Lehrgeld musste auch Newcomer Suzuki zahlen. Toni Gardemeister und Per-Gunnar Andersson mussten mit vielen Sorgen kämpfen - eine gebrochene Antriebswelle bei Gardemeister, Hydraulikprobleme, eine defekte Servolenkung und Unfälle. Am Ende konnte Andersson aber noch einen Punkt für die Herstellerwertung holen, auch wenn er außerdem der Top 20 ins Ziel kam.

 
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