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Grönholm fordert Chancengleichheit bei Ford

27. März 2008 - 14:32 Uhr

Marcus Grönholm will, dass auch Jari-Matti Latvala um den Titel kämpfen darf und kommt zur Erkenntnis: "Ich werde bei Ford nicht mehr gebraucht"

Jari-Matti Latvala, Malcolm Wilson, Mikko Hirvonen, Ford
Malcolm Wilson mit seinen Piloten Jari-Matti Latvala und Mikko Hirvonen
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Zu Saisonbeginn waren die Rollen im Ford-Werksteam klar definiert: Nach dem Ausscheiden von Marcus Grönholm wurde Mikko Hirvonen der neue Führungspilot, Neuzugang Jari-Matti Latvala war der "Lehrling", der Hirvonen im Titelkampf unterstützen sollte. Doch nach drei Rallyes hat sich das Bild etwas gewandelt. Zwar führt Hirvonen die Fahrerwertung mit einem Punkt Vorsprung auf Rivale Sébastien Loeb noch an, doch Latvala liegt nur fünf Punkte hinter seinem Teamkollegen und ist für die meisten Beobachter der wahre Star bei Ford.

In Monaco musste der finnische Youngster noch Lehrgeld bezahlen, das machte er mit seinem Sieg in Schweden wieder wett. Auch in Mexiko zeigte Latvala, dass er es mit Titelfavorit Loeb und Hirvonen aufnehmen kann. Nun hat sich "Rentner" Grönholm zu Wort gemeldet. Er fordert Gleichberechtigung bei Ford, auch Latvala soll die Chance bekommen, in dieser Saison um den Titel kämpfen zu können.

Hirvonen hat's nicht leicht

"Er dachte, dass er die Nummer eins sei, aber da kam Jari-Matti daher und war genauso schnell wie er."
Marcus Grönholm

"Mikko ist derzeit in einer schwierigen Lage", sagte Grönholm gegenüber 'Autosport'. "Er dachte, dass er die Nummer eins sei, aber da kam Jari-Matti daher und war genauso schnell wie er. Ich denke, dass sich Malcolm (Teamchef Malcolm Wilson, Anm. d. Red.) derzeit überhaupt keine Sorgen machen muss. Er kann die beiden Jungs einfach zufahren lassen. Es macht aber keinen Sinn, dass Mikko weiter den Nummer-Eins-Status bekommt, wenn beide auf demselben Niveau fahren können."

Nach Grönholms Ausscheiden hatten viele befürchtet, Ford werde sich mit der jungen Fahrerpaarung schwer tun, gegen den Rivalen Citroën anzukommen. Doch zumindest derzeit sieht es anders aus: Ford liegt auch in der Markenwertung vorn. "Eines ist klar: Es scheint so, als ob ich bei Ford nicht mehr gebraucht werde", kommentierte Grönholm.

Loeb: "Latvala vielleicht schneller als Grönholm"

Dass Latvala derjenige ist, der bei Ford die größten Titelchancen hat, denkt auch Weltmeister Loeb. Angesprochen auf seine Rivalen, erwähnt der Citroën-Star nur Latvala. Gegenüber 'Motorsport News' lobte Loeb den jungen Finnen über den grünen Klee: "Latvala hat bewiesen, dass er schneller ist als Mikko und genauso schnell wie Marcus, wenn nicht sogar noch schneller. In Mexiko musste ich alles geben, um ihn zu schlagen. Das war genauso ein enger Fight wie früher gegen Marcus."

"Bei Mikko hat sich nichts geändert. Er war vergangenes Jahr nicht so schnell wie Marcus und jetzt ist er nicht so schnell wie Jari-Matti."
Sébastien Loeb

Loeb glaubt nicht, dass Hirvonen vielleicht deshalb nicht so stark ist, weil er mit seiner Führungsrolle noch nicht zurechtkommt: "Bei Mikko hat sich nichts geändert. Er war vergangenes Jahr nicht so schnell wie Marcus und jetzt ist er nicht so schnell wie Jari-Matti", analysierte der Franzose. "Als ich bei Citroën die Führungsrolle übernommen habe, habe ich im Auto nie darüber nachgedacht. Ich bin einfach so schnell gefahren, wie ich konnte. Und das ist genau das, was man als Führungspilot machen muss."

Wilson setzt auf Lernprozess bei Hirvonen

Sollte man also bei Ford die Rollen tauschen? Nein, sagt Teamchef Wilson. Zwar sei er von der Leistung Latvalas überrascht, das Team werde seine Ausrichtung jetzt aber nicht ändern. "Wir wussten alle, dass er den nötigen Speed hat, aber es ist sensationell, wie er sich entwickelt hat", sagte Wilson gegenüber 'Autosport'. "Er bringt jetzt schon die Leistung, die ich mir für die zweite Saisonhälfte erhofft hatte."

"Aber wir wissen, was Mikko für uns leisten kann", so Wilson weiter. "Er hat für das Team schon einen unglaublich guten Job gemacht. Er wird auch am Wochenende in Argentinien wieder puschen wollen. Es könnte allerdings schwer werden für ihn, weil er wieder als Erster auf die Piste muss. Damit muss er leben, das gehört zum Lernprozess. Er weiß, was von ihm erwartet wird, er muss das akzeptieren und zulegen."

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