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Atkinson: Klammheimlich zum Erfolg

08. März 2008 - 13:58 Uhr

Während alles auf das Duell Loeb-Latvala achtete, holte sich Atkinson seinen größten WRC-Erfolg - Petter Solberg dagegen musste starke Nerven haben

Chris Atkinson
Chris Atkinson wächst derzeit immer wieder über sich hinaus
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bei der Rallye Mexiko waren alle Augen auf das Duell von Weltmeister Sébastien Loeb mit dem wieder einmal rotzfrech auffahrenden Ford-Youngster Jari-Matti Latvala gerichtet. Ein bisschen abseits des allgemeinen Interesses trumpfte aber auch noch ein anderer Pilot in Mexiko auf: Chris Atkinson. Der Australier hat einen beeindruckenden Saisonstart hingelegt. In Monte Carlo war er Dritter, in Mexiko holte er als Zweiter sein bisher bestes WRC-Ergebnis. Damit kann Atkinson nach drei Läufen schon zwei Podestplätze vorweisen - und das mit dem Subaru Impreza, der weiterhin nicht zu den Favoritenautos gehört.

"Chris ist hier eine perfekte Rallye gefahren", hat Experte Armin Schwarz in Mexiko beobachtet. "Er hat keinen Platten gehabt, er hat gar nichts gehabt. Er ist wirklich klasse durchgefahren und er hat alles so gemacht, wie man es machen muss. Und man muss sehen, dass sein Ziel für diese Rallye eigentlich gar nicht war, Zweiter zu werden. Er hatte gedacht, dass es schon eine gute Rallye wird, wenn er um die Plätze vier oder fünf mitfährt. Es war für ihn natürlich schon eine große Überraschung, dass er Zweiter wurde."

Längst scheint Atkinson aus dem Schatten seines Teamkollegen Petter Solberg herausgefahren zu sein. Die Lehrzeit ist für den Australier vorbei, nun steht er auf einer Stufe mit dem früheren Weltmeister - was die Ergebnisse angeht oft sogar noch eine Stufe drüber. Doch das liegt nicht daran, dass Solberg plötzlich das Fahren verlernt hat. Der Norweger scheint nur seit einiger Zeit das Pech richtiggehend gepachtet zu haben.

Mal versagen die Dämpfer, dann gibt es wieder Probleme mit dem Motor, die Balance des Impreza ist immer ein schwieriges Thema und zuletzt in Mexiko brach die Antriebswelle. Damit waren für Solberg wieder alle Chancen dahin, zu beweisen, dass er nicht umsonst schon einen Weltmeistertitel in der Tasche hat. "Als Petters Auto gelaufen ist, war er von den Splitzeiten her immer so schnell wie Sébastien Loeb und auch so schnell wie Latvala", bestätigte Schwarz gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das hätte durchaus einen guten Dreikampf geben können dort vorn."

Petter Solberg
Petter Solberg muss im Moment in der WM einige Rückschläge wegstecken
© xpb.cc

Nun stellt man sich als Beobachter die Frage: Wie hält Solberg das aus? Wie kann er diese dauernden Rückschläge immer wieder wegstecken? Manchmal platzt auch "Hollywood" Solberg der Kragen, weiß sein früherer WRC-Mitstreiter Schwarz: "Man kann es ja aus seinen Aussagen heraushören. Als ihm das mit der Antriebswelle passiert ist, kam schon einmal ein Satz wie 'I am fed up with the car' und so etwas. In dem Moment hat er dann schon die Schnauze voll. Aber er hat keine Alternative. Was soll er sonst machen?"

Solberg sei allerdings eine echter Profi und wisse auch, mit solchen Situationen umzugehen, so Schwarz: "Das Tolle an Petter ist, dass er sich immer wieder aufs Neue motivieren kann. Jedes Mal, wenn er antritt, sagt er sich: 'So, dieses Mal gewinnen wir hier!' Er denkt nicht darüber nach, dass wieder etwas kaputt gehen könnte. Das ist das Tolle an Petter. Er motiviert sich immer wieder neu."

Nächste Motivationsaufgabe: Die Rallye Argentinien Ende März.

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