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Loeb: Uhrwerk mit kleinen Aussetzern

13. Februar 2008 - 09:15 Uhr

Bei der Rallye Schweden unterlief Sébastien Loeb wieder ein folgenschwerer Fahrfehler, doch seine Fans haben wohl noch keinen Grund zur Besorgnis

Sébastien Loeb
Sébastien Loeb leistete sich in Schweden erneut einen folgenschweren Fehler
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Sébastien Loeb ist seit 2002 unbestritten der Beste seines Fachs. Seinem ersten Sieg bei der Deutschland-Rallye 2002 ließ er inzwischen 36 weitere folgen. Dazu holte er wie am Fließband vier WM-Titel, im Jahr 2006 konnte er sich sogar zum Weltmeister küren lassen, als er mit gebrochenem Arm mehrere Rallyes auslassen musste. Wegen seiner Konstanz wurden schon häufiger die Vergleiche mit einem Schweizer Uhrwerk gezogen. Doch das Uhrwerk zeigte in letzter Zeit Aussetzer.

Bei der Rallye Schweden erlaubte sich Loeb einen überraschenden und verhängnisvollen Fahrfehler, als er versuchte, Jagd auf die Ford-Finnen zu machen. Bei der Rallye Japan im Herbst schied er ebenfalls vorzeitig aus, nachdem Co-Pilot Daniel Elena den Aufschrieb falsch vorgelesen hatte. Müssen sich die Loeb-Fans nun Sorgen machen? Häufen sich Loebs Fehler? Nein, meint 'Motorsport-Total.com'-Experte Armin Schwarz. "Sébastien hat immer ein, zwei, drei Rallyes im Jahr, wo etwas schief geht", so Schwarz.

Und diese Fehler könnten Loeb immer passieren, nicht nur, wenn er wie in Schweden unter Druck steht: "Er hat letztes Jahr in Sardinien auch am letzten Tag auf der drittletzten Prüfung das Auto rausgeschmissen. Da hatte er eineinhalb oder zwei Minuten Vorsprung", so Schwarz. Auch in Japan standen Loeb/Elena nicht unter Druck, ganz im Gegenteil. Nach dem Abflug ihres Rivalen Marcus Grönholm hatten sie den Sieg schon so gut wie sicher.

Woran also kann es liegen, dass selbst dem "Uhrwerk" Loeb eben doch hin und wieder Ausrutscher passieren? "Ich glaube, dass das auch ein bisschen mit der Macht der Gewohnheit zusammenhängt", erklärte Schwarz. Loeb sei es gewöhnt, dass er nicht nur gewinnen will, sondern dass er auch gewinnen kann und dass es meistens auch gut für ihn läuft. "Da wird man vielleicht mit gewissen Dingen ein bisschen nachlässig, sei es die Konzentration, sei es die Vorbereitung, sei es vielleicht, dass man einfach sagt 'das machen wir wie beim letzten Mal'. Da kann es passieren, dass man sich selbst schlägt."

Man darf wohl davon ausgehen, dass Loeb auch weiter ein Uhrwerk bleibt. Und wenn er sich den einen oder anderen Fehler leistet, sorgt das nur für zusätzliche Würze in der Weltmeisterschaft.

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