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Stuck: "Eine Katastrophe"

04. Januar 2008 - 19:17 Uhr

Hans-Joachim Stuck hält die Absage der Rallye Dakar für richtig, sieht nun aber vor allem die Existenzen einiger Privatfahrer bedroht

Hans-Joachim Stuck
Laut Hans-Joachim Stuck trifft die Dakar-Absage die Privatier besonders hart
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Reise nach Lissabon wurde für Hans-Joachim Stuck zum Kurztrip. Eigentlich war der neue VW-Motorsport-Berater nach Portugal geflogen, um die unglaubliche Stimmung beim Start zur Rallye Dakar hautnah mitzuerleben. Doch nach der Absage war er heute Abend, wenige Stunden nach seiner Ankunft in Lissabon, wieder am Flughafen und wartete auf den Rückflug.

Für die sicher nicht leichte Entscheidung der ASO, den Mega-Event "Dakar" wegen der Terrordrohungen abzusagen, hat der Experte vollstes Verständnis: "Auf jeden Fall, denn die Sicherheit geht vor alles", sagte Stuck zu 'Motorsport-Total.com'. "Wenn der Veranstalter eine Warnung bekommt, dass die Sicherheit nicht gewährleistet ist, dann muss man die richtigen Schlüsse ziehen. Wir von VW stehen voll dahinter, denn das Leben von Menschen ist das Wichtigste überhaupt. Es ist natürlich für alle Beteiligten sehr, sehr schade."

Besonders hart wird die Absage die vielen Privatfahrer treffen, die die Mehrzahl der Teilnehmer ausmachen. "Da sind einige dabei, die ihre Existenz damit verlieren werden", fürchtet Stuck. "Man muss sich das ja mal vorstellen: Viele haben zwar Verträge mit Sponsoren, aber die Sponsorensummen werden zu einem Großteil erst fällig, wenn der Start der Rallye erfolgt. Einige haben schon im Voraus Geld kassiert, aber dadurch, dass die Rallye jetzt nicht stattfindet, können Sponsoren - je nach Vertragslage - auch Gelder zurückfordern oder erst gar nicht bezahlen. Und ich möchte nicht wissen wie viele der kleineren Teams und Privatiers auch privat in finanzielle Vorleistung gegangen sind. Das Geld ist ja alles weg. Da wird es sicher noch große Dramen geben, das ist gar keine Frage."

Auch sei nun die Zukunft der Dakar ein Thema, so Stuck: "Denn wer kann garantieren, dass sie im nächsten Jahr stattfinden kann und es da keine Unruhen gibt. Es ist also eine Vielzahl von Problemen, die da jetzt noch kommen werden in den nächsten Wochen. Und grundsätzlich muss man sagen: Es ist eine Katastrophe."

Darüber, dass die Dakar nun aber gar keine Zukunft mehr habe, will Stuck nicht spekulieren: "Man muss jetzt abwarten, ob es einen Ersatz gibt, ob es eine Garantie fürs nächste Jahr gibt oder ob die Rallye vielleicht von Moskau nach Peking geht. Es wäre jetzt etwas zu früh, darüber zu philosophieren. Man muss abwarten, wie das künftig gehandelt wird."

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