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Sainz/Périn: "Wir wollen mit Volkswagen siegen"

18. Dezember 2007 - 15:00 Uhr

Doppelinterview mit Carlos Sainz und Michel Périn: Warum es die schwierigste Dakar seit Jahren wird und wie sie trotzdem gewinnen wollen

Carlos Sainz
Carlos Sainz zählt zu den Topfavoriten auf den Sieg bei der Dakar 2008
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit reichlich Rückenwind starten die VW-Werkspiloten Carlos Sainz (Spanien) und Michel Périn (Frankreich) zur Rallye Dakar: Gemeinsam gewannen sie im November mit einem Sieg und zwei zweiten Rängen den Titel im FIA-Marathon-Rallye-Weltcup. Wie ihre Teamkollegen Dieter Depping/Timo Gottschalk (Deutschland), Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) und Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Deutschland) pilotieren Sainz und Périn einen von vier werksseitig eingesetzten VW Race Touareg bei dem Marathon-Klassiker, der am 5. Januar in Lissabon startet und am 20. Januar in der senegalesischen Hauptstadt Dakar endet.

Frage: "Welche Bedeutung hatte der Titelgewinn im FIA-Marathon-Rallye-Weltcup 2007 für Sie persönlich?"

Michel Périn: "Für mich persönlich war es ein sehr schöner und wichtiger Erfolg. Denn der Weltcup ist eine FIA-Meisterschaft und damit bedeutend. Selbst wenn diese Saison nur wenige Einsätze umfasste, war sie dennoch erfolgreich: Wir haben einen Sieg bei der Rallye Transiberico gefeiert. In Marokko waren wir vorne und haben den Sieg erst auf der letzten Etappe wegen eines Reifenschadens an unsere Teamkollegen Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz verloren. Und die UAE-Desert-Challenge zum Saisonabschluss haben wir ebenfalls auf dem guten zweiten Platz abgeschlossen."

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Carlos Sainz: "Für jeden Motorsportler ist es natürlich toll zu siegen. Für mich war der Weltcup-Titel allerdings auch ein schönes Zeichen, wie gut wir und das gesamte Team von Volkswagen für die Rallye Dakar 2008 gerüstet sind. Denn unser Hauptaugenmerk während der gesamten Saison war natürlich die Vorbereitung auf die Dakar."

Dubai war eines der Saisonhighlights

Frage: "Was war der schönste Moment der Saison 2007?"

Sainz: "Für mich ganz klar die Zielankunft bei der UAE-Desert-Challenge. Denn die Bedingungen dieser Rallye waren mit extremer Hitze und tiefem Sand für mich schwierig. Wir haben dort mit Platz zwei dennoch ein super Ergebnis erzielt und uns den Weltcup-Titel gesichert."

"Für mich zählte die Zielankunft in Dubai zu den schönsten Erlebnissen des Jahres."
Michel Périn

Périn: "Mir erging es ähnlich. Unsere Strategie ist in Dubai aufgegangen, wir sind nicht aggressiv gefahren, eher sicher in die Rallye gestartet. Obwohl wir am letzten Tag stecken geblieben sind, haben wir dort den zweiten Platz belegt. Das gesamte Team hat einen guten Job gemacht. Für mich zählte die Zielankunft in Dubai zu den schönsten Erlebnissen des Jahres."

Frage: "Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Ihnen?"

Périn: "Ich kann nur sagen: sehr gut."

Sainz: "Michel und ich sind von Rallye zu Rallye vertrauter geworden. Seit der Rallye Dakar, wo wir vier Tage lang zusammen die Gesamtwertung angeführt haben, läuft es einfach perfekt. Wir verstehen uns sehr gut und arbeiten optimal zusammen."

Frage: "Wie blicken Sie der Rallye Dakar entgegen?"

Sainz: "Wir wollen die gleiche Strategie verfolgen wie 2007. Wir starten zunächst in unserem eigenen Rhythmus. Wenn wir nach Mauretanien kommen, schauen wir, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen und erarbeiten eine weitere Taktik. Ich bin überzeugt, es erwartet uns die schwierigste Rallye Dakar seit Jahren. Denn der Anteil an Sand und Dünen ist extrem hoch, was mir persönlich nicht unbedingt entgegen kommt. Trotzdem werden wir versuchen diese Rallye mit Volkswagen zu gewinnen."

Périn: "Unsere Zielsetzung ist, dass einer der Volkswagen Race Touareg bei der Dakar siegt. Natürlich wäre es schön, wenn es am Ende Carlos und ich sind, aber in erster Linie geht es um den Erfolg für das Team. Doch es erwartet uns die härteste Dakar seit Jahren, das Durchkommen wird extrem wichtig. Denn es gibt auf den langen Wertungsprüfungen in Mauretanien viele Möglichkeiten, sich festzufahren oder auf andere Weise Zeit zu verlieren. Außerdem wurden viele Etappen aufgenommen, die für alle Piloten und Beifahrer neu sind. Deshalb müssen wir noch stärker auf Sicherheit fahren und alles daran setzen, möglichst wenig Zeit zu verlieren."

Sainz rechnet auch mit Mitsubishi

Frage: "Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?"

Sainz: "Mitsubishi wird wie in den Vorjahren stark sein."

"Mit Volkswagen, Mitsubishi, Schlesser und BMW gibt es vier schlagkräftige Teams."
Michel Périn

Périn: "Mit Volkswagen, Mitsubishi, Schlesser und BMW gibt es in diesem Jahr sogar vier schlagkräftige Teams. Bei der UAE-Desert-Challenge hat vor allem auch BMW gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist."

Frage: "Wie verläuft Ihre persönliche Vorbereitung auf die Rallye?"

Périn: "Ich habe in den vergangenen Tagen an der Navigationswoche teilgenommen, bei der alle Copiloten aus dem Volkswagen-Team eng zusammengearbeitet haben. Damit sind meine Vorbereitungen fast abgeschlossen. Ich werde bis Weihnachten noch einmal alle meine Unterlagen sehr genau durchgehen und alles akribisch prüfen."

Sainz: "Ich bereite mich physisch mit einem intensiven Fitnesstraining auf die Rallye vor, stelle mich aber auch mental auf die kommenden harten Wochen in der Wüste ein."

Frage: "Wie verbringen Sie Weihnachten und wann geht es für Sie zum Startort Lissabon?"

Sainz: "Ich werde wie in jedem Jahr mit meiner Frau und den Kindern Weihnachten und Silvester feiern und dann nach Lissabon reisen."

Périn: "Meine Pläne sind anders. Ich werde zusammen mit meiner Frau und unserer Tochter das Weihnachtsfest zu Hause in Frankreich verleben. Wie im vergangenen Jahr reisen wir bereits am 27. Dezember nach Lissabon und verbringen dort den Jahreswechsel. Das hat für mich den Vorteil, ganz relaxt am Startort zu sein und mich dort ohne Packen und Reisestress auf die Rallye vorzubereiten und mitzuerleben, wie nach und nach das gesamte Team eintrifft."

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