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VW: Dakar-Countdown läuft

27. November 2007 - 15:55 Uhr

Noch 39 Tage bis zur 30. Rallye Dakar - Der weiter entwickelte Volkswagen Race Touareg bereit für die Herausforderungen des Wüstenklassikers

Carlos Sainz
Die vier Race Touareg für die Dakar 2008 sind für den Klassiker gerüstet
© Volkswagen

(Motorsport-Total.com) - 15 Tage durch die Wüste, auf harten Pisten und durch weichen Sand, Temperaturen vom Gefrierpunkt bis über 40 Grad Celsius: Die Rallye Dakar, die am 5. Januar in Lissabon startet und nach 15 Etappen über insgesamt 9273 Kilometer am 20. Januar im Senegal endet, ist eine der härtesten Prüfungen im Motorsport. Nicht nur für die vier Volkswagen Werks-Duos Carlos Sainz/Michel Périn (Spanien/Frankreich), Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Deutschland), Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) sowie Dieter Depping/Timo Gottschalk (Deutschland/ Deutschland), sondern vor allem auch für ihr Sportgerät, den Volkswagen Race Touareg 2.

Das Werksteam von Volkswagen hat den 280 PS starken TDI-Diesel-Prototypen, der im November mit Carlos Sainz und Michel Périn den FIA Marathon-Rallye-Weltcup gewonnen hat, für die harten Anforderungen mit einem intensiven Entwicklungs- und Testprogramm weiter optimiert und zugleich den Änderungen im "Dakar"-Reglement angepasst.

Intensive Detailarbeit für optimale Performance

"Wir haben uns bei der Vorbereitung für die Rallye Dakar 2008 auf die Optimierung des Volkswagen Race Touareg 2 im Detail konzentriert", erklärt Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. "Aus diesem Grund hatten intensive Testfahrten mit Dauerläufen Priorität vor ausgewählten Wettbewerbseinsätzen."

"Wir haben einen sogenannten Clean-up-Prozess unternommen, bei dem rund 400 Punkte überprüft und verbessert wurden."
Eduard Weidl

Dabei begannen die Vorbereitungen für die Rallye Dakar 2008 mit der Zielankunft im Januar 2007. "Die letzte 'Dakar' hat gezeigt, dass unser Speed sehr gut ist. Schließlich gingen zehn von 14 Etappen auf unser Konto. Ziel war nun, viele Details zu optimieren", erklärt Eduard Weidl, der Technische Direktor von Volkswagen Motorsport. "Wir haben einen sogenannten Clean-up-Prozess unternommen, bei dem rund 400 Punkte überprüft und verbessert wurden. Von der Verlegung einzelner Kabel über die Verwendung neuer Teile haben wir sehr viel Feinarbeit betrieben."

Race Touareg jetzt auch mit Klimaanlage

Detailarbeit an Stelle großer Evolutionen lautete also das Motto in der Vorbereitung für die Rallye Dakar 2008. "Ein wichtiger Punkt war, Fahrern und Copiloten die Arbeit im Cockpit zu erleichtern", erklärt Kris Nissen. "Wir konnten nun Dinge umsetzen, die zuvor auf unserer Prioritätenliste weiter hinten standen." So besteht nun die Möglichkeit, auf besonders heißen Etappen eine Klima-Anlage einzusetzen, durch eine verbesserte Dichtigkeit des Fahrzeugs kann kaum noch Staub in den Innenraum dringen.

Neben Ergonomie und Komfort erhielt auch die Performance des Race Touareg einen Feinschliff. "Wir haben an der Hinterachs-Kinematik gearbeitet und die Gewichtsverteilung weiter verbessert. So konnten wir auch beim Fahrverhalten Fortschritte erzielen. Der Race Touareg verhält sich jetzt noch neutraler", fasst Eduard Weidl zusammen.

Anpassungen an Getriebe und Air-Restriktor

"Nach den ersten Tests fanden die Fahrer das neue Getriebe sogar angenehmer."
Kris Nissen

Für die "Dakar" 2008 wurde das Technische Reglement verändert: Rallye-Prototypen wie der Race Touareg dürfen nur noch mit einem Fünfgang-Getriebe ausgerüstet sein, zuvor waren sechs Schaltstufen erlaubt. Eine zusätzliche Herausforderung für die Volkswagen Ingenieure, schließlich verteilt sich die Beanspruchung nun auf weniger Gangräder, zudem fallen die Sprünge zwischen den Gängen größer aus. "Es ist uns gelungen, eine ebenso standfeste Kraftübertragung zu entwickeln. Nach den ersten Tests fanden die Fahrer das neue Getriebe sogar angenehmer, denn die Zahl der Schaltvorgänge hat sich etwas verringert", erklärt Kris Nissen. "Allerdings fällt die Höchstgeschwindigkeit durch das neue Getriebe etwa fünf km/h niedriger aus, aber das betrifft die Konkurrenz genauso."

Angetrieben wird der Volkswagen Race Touareg 2 von einem innovativen 2,5-Liter-TDI-Turbodiesel-Motor. "Dieses Triebwerk bringt für den Einsatz im Marathon-Rallyesport eine Reihe von Vorteilen mit", erläutert Donatus Wichelhaus, Leiter Motorenentwicklung bei Volkswagen Motorsport. "Der Motor besitzt ein sehr gutes Drehmoment, was sich vor allem im Sand positiv bemerkbar macht. Durch den niedrigeren Verbrauch kann ein Diesel-Fahrzeug bei einer langen Etappe mit einer kleineren Füllmenge starten, der Gewichtsvorteil gegenüber einem Auto mit Otto-Motor beträgt so bis zu 200 Kilogramm."

"Die Verkleinerung des Luftmengen-Begrenzers war für unsere Motoren-Abteilung keine leichte Aufgabe."
Kris Nissen

Das aktuelle Reglement schreibt eine Reduzierung des Air-Restriktors von 39 auf 38 Millimeter vor. "Die Verkleinerung des Luftmengen-Begrenzers war für unsere Motoren-Abteilung keine leichte Aufgabe, doch wir haben eine gute Lösung gefunden", erklärt Kris Nissen. "Die Summe unserer Optimierung am gesamten Fahrzeug sollte die Einschränkungen durch das Reglement fast vollständig kompensieren. Bei der 'Dakar' 2008 sollten wir nicht spürbar langsamer sein als im Vorjahr."

Erfolgreiche Tests und Wettbewerbseinsätze

Bereits im August wurde die Entwicklungsarbeit für die Rallye Dakar 2008 abgeschlossen: Bei einem 6.000 Kilometer langen Dauerlauf im Juni wurde eine "Dakar"-Distanz absolviert, auf weiteren 4000 Kilometern simulierte das Team auf dem Volkswagen Testgelände in Ehra die Fahrt auf Verbindungsetappen. Im September bewies der Volkswagen Race Touareg beim nächsten Test in Tunesien auf 6.000 problemlosen Kilometern einmal mehr seine Zuverlässigkeit

"Danach haben wir das Fahrzeug nur kurz gewartet und bei der Rallye Marokko eingesetzt", erklärt Eduard Weidl. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz beendeten die Rallye mit dem Fahrzeug, das bereits mehr als eine "Dakar"-Distanz absolviert hatte, höchst eindrucksvoll: mit einem Sieg.