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Elena: "Das war komplett mein Fehler"

27. Oktober 2007 - 12:42 Uhr

Wenn aus "Doppel-Minus" ein "Doppel-Plus" wird: Daniel Elena ist untröstlich, weil er schuld an Sébastien Loebs Crash ist - Die Enttäuschung bei Citroën ist groß

Daniel Elena
Daniel Elena: Der einzige Fehler in zehn Jahren - aber ein folgenschwerer
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Alles gewonnen und dann ganz plötzlich wieder alles verloren: Der zweite Tag der Rallye Japan war für Citroën und vor allem Sébastien Loeb ein rabenschwarzer. Der Franzose hatte die Führung in der Weltmeister so gut wie sicher, als Marcus Grönholm gestern ausgefallen ist. Und: Er hatte sogar den vierten Titelgewinn in Folge in greifbare Nähe gebracht. Doch die Rallyegötter hatten einen anderen Plan - wenn schon der eine Favorit ausfällt, dann der andere eben auch.

Dabei hatte der Tag gut angefangen für Loeb: Bei den matschigen Bedingungen am Morgen wählte er die richtigen Reifen und holte sich gleich einmal die Bestzeit. Allerdings war der Gesamtführende Mikko Hirvonen nur 0,1 langsamer, so konnte Loeb als Gesamtzweiter nur leicht aufholen. In der zweiten Prüfung des Tages setzte sich der Fight der beiden fort. Doch in der nächsten WP - ausgerechnet der 13. - landete der C4 von Loeb und Co-Pilot Daniel Elena plötzlich im Straßengraben. Die zweite Etappe war für die beiden vorzeitig beendet, die wahrscheinliche WM-Führung futsch. Fürchtete gestern Grönholm, dass ihm sein Fehler den Titel kosten könnte, könnte das heute für Citroën gelten.

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Falsches Kommando führte in den Straßengraben

"Weil das Kommando falsch war, sind wir in einer Rechtskurve von der Strecke abgekommen", schilderte Loeb den verhängnisvollen Abflug. "Ich habe versucht, das Auto querzustellen, um es abzubremsen. Wir sind durch ein paar Büsche gefahren, dann aber hat uns ein größerer Baum in den Straßengraben geschickt. Als wir stehenblieben, steckten wir mit den Vorderrädern in ein paar Ästen, während die Hinterräder noch auf der Strecke waren. Wir haben alles versucht, um wieder auf die Straße zu kommen, aber es war unmöglich."

"Es könnte aber schlimmer sein: Marcus Grönholm hätte uns hier schlagen können."
Sébastien Loeb

"Ich bin natürlich enttäuscht, dass es so geendet hat und wir die Chance verloren haben, die sich uns hier geboten hat", fuhr Loeb fort. "Letzten Endes ist unsere Situation nun genauso wie vor der Rallye Spanien - wir müssen weiter alle noch verbleibenden Läufe gewinnen! Es könnte aber schlimmer sein: Marcus Grönholm hätte uns hier schlagen können. Jetzt werden wir unser Bestes geben, damit wir in Irland und Wales gewinnen."

Elena war nur kurz unkonzentriert

Co-Pilot Elena war untröstlich: "Es war komplett mein Fehler! In meinem Aufschrieb stand 'Doppel-Minus' und ich habe gerufen 'Doppel-Plus', deshalb sind wir in einem zu hohen Gang in die Kurve gefahren", berichtete der Monegasse geknickt. "Sébastien hat sein Bestes versucht, um den Abflug zu vermeiden, aber leider ohne Erfolg. Ich war kurz unkonzentriert. Das war mein erster Fehler in zehn Jahren und ich werde alles unternehmen, dass mir so etwas nie wieder passiert. Aber ich will den Kopf nicht hängen lassen und schaue jetzt nach vorn auf die Rallye Irland."

"Wenn sie die Weltmeisterschaft gewinnen wollen, müssen sie auch die Rallyes in Irland und Wales gewinnen."
Guy Fréquelin

"Sébastien und Daniel sind am Morgen als Zweiter gestartet und sind noch um den Sieg mitgefahren. Wir haben gehofft, dass wir in der Fahrer-WM von Marcus Grönholms Ausscheiden profitieren", bilanzierte Citroën-Teamchef Guy Fréquelin. "Ihr Abflug wirft sie zurück in die Position, in der sie vor Japan waren. Wenn sie die Weltmeisterschaft gewinnen wollen, müssen sie auch die Rallyes in Irland und Wales gewinnen. Ihr Abflug hat uns alle schockiert, aber das gehört zum Sport und sie haben immer noch Titelchancen. Alle im Team sind motiviert und wollen ihnen helfen, dieses Ziel zu erreichen."

Morgen werden Loeb und Elena unter SupeRally-Bedingungen wieder ins Geschehen eingreifen. Ihre Aufgabe: Testen für das Saisonfinale in Großbritannien.

Sordos zweiter Platz als Lichtblick

Für einen Lichtblick bei den Franzosen sorgte Daniel Sordo. Nachdem nicht nur Loeb, sondern auch der Drittplatzierte Jari-Matti Latvala ausgefallen war, erbte der Spanier Platz zwei. Er startete eine Aufholjagd auf Gesamtleader Hirvonen und konnte mit einer tollen Bestzeit den Rückstand auf rund 35 Sekunden verkürzen. Dann allerdings übernahm Hirvonen wieder die Kontrolle. Sordo beendete die Etappe mit 38,2 Sekunden Rückstand auf den Finnen. "Es war ein ganz guter Tag", erklärte er.

Sollte Sordo den zweiten Platz halten, hätte Citroën wenigstens eines verhindert: Dass sich Ford in Japan schon vorzeitig den Hersteller-Titel sichert.