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100 Starter beim Comeback der DRM
 
18. April 2007 - 13:01 Uhr
 
Nach einem Jahr Pause werden beim 1. Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft 2007 am Wochenende 100 Starter erwartet - mit dabei: Ellen Lohr
 
Ellen Lohr
Ellen Lohr gibt am Wochenende ihr Debüt in der Deutschen Rallye-Meisterschaft
Zoom © Ellen Lohr
(Motorsport-Total.com) - Ein Jahr lang hat die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) pausiert und sich auf dieses Revival vorbereitet. Am kommenden Wochenende (20. - 21. April 2007) startet die höchste deutsche Rallye-Liga bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg ihr furioses Comeback: Ein überarbeitetes Regelwerk, ein strafferer Terminkalender und noch kompaktere Veranstaltungen sind in den vergangenen Monaten in der Rallyeszene bestens angekommen.

Über 100 Teams haben für den ersten von fünf Läufen zur DRM genannt, um auf den rund 140 WP-Kilometern im hessischen Vogelsbergkreis ein echtes Rallyefest für die Fans feiern. Drei Podestplätze sind zu vergeben, mindestens 15 Teams zählen zum engeren Kreis der Anwärter: Die ADAC Rallye Vogelsberg geizt nicht mit sportlichen Reizen. "Da ist richtig was los, es wird ganz, ganz eng," formuliert Hermann Gassner (Surheim), der gemeinsam mit Co-Pilot Siggi Schrankl (Obing) im Mitsubishi Lancer Evo 9 an Nummer eins gesetzt ist.



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Die Vorjahressieger im Vogelsberg und Vize-Meister der DRM-Saison 2005 starten in der zahlenmäßig wie nach der Fahrzeugleistung stärksten Division 1 der DRM. Hier treffen Turbo-Allradler, GT-Fahrzeuge und hochklassige Gruppe-A-Boliden aufeinander. Hinter Gassner / Schrankl mit der Startnummer 1 starten ihre bayerischen Landsleute Toni Werner / Ralph Edelmann (Altfraunhofen / Mühldorf) im Porsche 911 GT3 in die neun Wertungsprüfungen.

Zweimal standen sich die süddeutschen Konkurrenten in diesem Jahr bereits bei Läufen zu den ADAC Rallye Masters gegenüber, jede Paarung konnte dabei jeweils einen Sieg verbuchen. "Nachdem wir am vergangenen Wochenende im Saarland gegen Hermann verloren haben, werden wir für die DRM-Runde technisch noch etwas nachrüsten," verspricht Porsche-Pilot Werner ein weiteres Sekundenduell.

In den Zweikampf möchte ein weiterer Top-Favorit gerne eingreifen: Der Stuttgarter Sandro Wallenwein und sein österreichischer Co Pauli Zeitlhofer feiern DRM-Premiere im Subaru Impreza Sti. "Unsere Tests sind sehr vielversprechend verlaufen, wir fiebern dem Start richtig entgegen", freut sich der schwäbische Pilot auf den ersten Einsatz mit dem Fahrzeugmodell, das im vergangenen Jahr auch vom Sieger der Gruppe-NRallye-WM gesteuert wurde.

Die Paarungen an der Spitze des Feldes sind bei weitem nicht die einzigen, die für die Top-Platzierungen bei der ADAC Hessen-Rallye Vogelsberg in Frage kommen. So etwa der Schleusinger Olaf Dobberkau, der mit Co-Pilot Helmar Hinneberg (Chemnitz) ab dieser Saison einen Porsche 911 GT3 einsetzt. Aus dem Mitsubishi-Lager kommen Routiniers wie der Oelsnitzer Peter Corazza oder der ehemalige Deutsche Rallyecross-Meister Jan Becker (Hamburg).

Außerdem wollen eine ganze Reihe talentierter Nachwuchspiloten ihr Können unter Beweis stellen: Florian Auer (Freilassing), Stefan Schneppenheim (Alpen), Rudi Hachenberg (Wermelskirchen) und Ronny Amm (Frauenwald) brennen darauf, ihren etablierten Kollegen Bestzeiten und Punkte streitig zu machen.

 
Ellen Lohr gibt ihr DRM-Debüt

Und in gewisser Weise gehört zur Nachwuchsriege auch eine Dame, die bereits auf der Rennstrecke ihren Speed unter Beweis stellte: Ellen Lohr, die erfolgreichste Tourenwagenpilotin der 90er Jahre, geht mit der französischen Co-Pilotin Antonia de Roissard an den Start. Zwar verfügt die 42-Jährige mittlerweile über Marathon-Rallye-Erfahrung und probte auch bei Testeinsätzen im Rahmen nationaler Rallyes. Doch bei der ADAC Hessen-Rallye gibt sie in einem Subaru Impreza Sti ihr Debüt in der höchsten deutschen Rallyeklasse.

 
Rookies, Platzhirsche und ausländische Gäste auch in der Division 2

Auch in der anspruchsvollen Division 2 der DRM, Heimat etwa für die Super-1600-Flitzer aus der Junior-Rallye-WM, gibt es Anwärter auf Top-Platzierungen. Zwar verfügen die agilen Fronttriebler über weniger Leistung, ihr Gewichtsvorteil macht sie jedoch auf den schnellen Asphaltpisten ebenfalls zu Anwärtern auf die Spitzenplätze.

Auch hier will mit dem Essener Tim Stebani (Essen) im Opel Corsa Super 1600 ein Youngster sein Können beweisen. Die Messlatte allerdings hängt sehr hoch: Der Crottendorfer Carsten Mohe im Renault Clio R3 ist nicht nur ausgewiesener Routinier, sondern pilotiert auch eines der modernsten Fahrzeuge im Feld, das nach dem zukunftsträchtigen Rallye-3-Reglement aufgebaut ist.

Die beiden Deutschen müssen sich zudem mit Kasper Nyman Andersen und Niki Bjork zwei schnellen dänischen Piloten in ihren Suzuki Ignis Super 1600 stellen. Überhaupt gehören die Gaststarter beim DRM-Auftakt zu den Highlights: Piloten wie der Niederländer Per Havergate (Skoda Octavia WRC) und sein Landsmann Jan Nijhoff im bärenstarken BMW M3 erhalten zwar keine DRM-Punkte, peilen aber ebenfalls vordere Platzierungen auf der Zielrampe der Rallye im Vogelsberg an. Zu dieser Fraktion zählt auch der Nordhesse Michael Neuschäfer-Rube, der im Gruppe-A-Lancer der "Local Hero" der Gaststarterfraktion ist.

 
Attraktive Fahrzeuge und heiße Fights in allen Klassen

Das im vergangenen Jahr überarbeitete DRM-Reglement belohnt durch eine modifizierte Punktezuteilung die Leistung in den einzelnen Divisionen. So haben auch Fahrzeuge in den leistungsschwächeren Fahrzeugklassen Chancen auf eine Platzierung in der Spitzengruppe der DRM-Wertung. Profitieren dürfte davon vor allem ein Quintett an der Spitze der Division 3, die für seriennahe Fahrzeuge bis 2.000 ccm ausgeschrieben ist. Die Favoriten sind hier durchgängig auf Honda Civic Type R unterwegs und werden angeführt von Peter Zehetmaier (Stephanskirchen), dem Piesbacher Lars Mysliwietz und dem Finnen Kalle Keskinen.

Vervollständigt wird die Divisions-Spitze von Bernd Knüpfer (Rückersdorf) und dem Lokalmatadoren Jörg Schuhey aus Fulda (beide Opel Astra). Auf spannende Sekundenkämpfe können sich die Fans auch in den kleineren Fahrzeugklassen freuen. So treten mit dem Suzuki Rallye Cup und den HJS-Diesel-Rallye-Masters gleich zwei Pokale an, die für hohe Leistungsdichte bekannt sind.

 
Viele Höhepunkte und Klasse-Service für Fans

Schon das Warm-up des ersten DRM-Laufs am Freitag (20. April) hat es in sich. Nach der Startrampe inmitten von Schlitz (20.15 Uhr) steht der legendäre Rundkurs in Willofs (ab 20.38 Uhr) auf dem Programm. Unter Flutlicht werden hier wieder tausende Fans zu einem Spektaktel der besonderen Art erwartet. Neben dem Feuerwerk, das die Rallye-Piloten in den Asphalt brennen, wird den Fans gleichzeitig ein Höhenfeuerwerk geboten.

Am Samstag dürften der Klassiker "Schotten-Ring" (ab 8.27 Uhr und ab 11.29 Uhr) und die Prüfung "Niederaula" (14.19 Uhr und 16.49 Uhr) zu Zuschauermagneten werden. Und damit die Zeit bestimmt nicht langweilig wird, gibt es als Zugabe historische Rallyefahrzeuge der Vereinigung "Slowly Sideways". Rund 30 bildschöne Rallyeboliden aus den 70er und 80er Jahren haben sich hier versammelt, die Motorsportgeschichte zum Anfassen bieten.

Ein ganz besonderer Service der Veranstalter ist außerdem das kostenlose Programmheft: Zeitplan, alle Wertungsprüfungen, die komplette Teilnehmerliste und viele Hintergrundinformationen sind in einer Zeitungsbeilage zusammengetragen, die in der Region in hoher Auflage verteilt wurde. Das informative 32-Seiten-Heft liegt in der Veranstaltungswoche außerdem an vielen Stellen aus und ist auch an den Wertungsprüfungen kostenlos erhältlich.

 
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