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Rallye-WM: Fago in Faro mit BFGoodrich
 
25. März 2007 - 23:15 Uhr
 
Reifenhersteller BFGoodrich blickt voraus auf die Rallye Portugal - Fahrer sind gespannt auf das Comeback des westlichsten Events Europas
 
Daniel Sordo
In Portugal wird erstmals nach fünf Jahren wieder eine WM-Rallye gefahren
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Rhythmuswechsel in der Rallye-WM: Zwischen dem dynamischen La Cucaracha Mexikos und dem eleganten Tango Argentiniens tanzt die Rallyewelt am kommenden Wochenende in Faro den Fago. Die für die portugiesische Tanzrichtung übliche Melancholie müssen Fahrer und Teams keineswegs befürchten, schließlich gelten die Portugiesen als überaus rallyeverrückt. Zu den Hauptdarstellern auf dem blanken Parkett der Weltmeisterschaft zählen erneut die Werksteams von Citroën, Ford und Subaru. Damit die nominell 300 PS starken World-Rally-Cars auch bei heftigen Schwüngen eine gute Figur abgeben, setzen sie allesamt auf den erfolgreichen und in der WM bis dato ungeschlagenen BFGoodrich-Reifen.

Das Comeback der Rallye-WM nach Portugal gleicht einer Rückkehr in die Vergangenheit dieses Sports: Die Veranstaltung im westlichsten Land Europas gehörte der Weltmeisterschaft bereits im Gründungsjahr 1973 an und zählte bis 2001 zu den Highlights im Kalender. Wertungsprüfungen wie Arganil bleiben bei Zuschauern und Fahrern ebenso unvergessen wie der von Bildern bestens bekannte Sprung von Fafe, an dem jedes Jahr tausende Rallyefans ihren Sport zelebrierten. Die Begeisterung der Menschen im kleinen Land auf der iberischen Halbinsel kennt keine Grenzen. Bei der Auftaktprüfung der Rallye Dakar 2007 beispielsweise zählten die Veranstalter rund 500.000 Zuschauer.



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Comeback nach fünf Jahren ohne WM-Rallye

Auch wenn die legendären Prüfungen der vergangenen Jahre bei der Neuauflage dieses Events an der Algarve nicht mehr befahren werden, an Begeisterung mangelt es in Portugal sicherlich nicht. Nach fünf traurigen Jahren ohne WM-Lauf können die Portugiesen endlich wieder die besten Rallyefahrer der Welt begrüßen. Für dieses besondere Ereignis wollen die Organisatoren den erwarteten Besuchermassen einiges bieten: So findet die erste Wertungsprüfung als SuperSpecial im Algarve-Stadion statt, das bei der Euro 2004 bereits den besten Fußballern Europas als Bühne diente.

Für die Piloten hingegen steht bei der Rallye rund um die Touristenhochburg Faro eine besondere Aufgabe bevor: Nach Norwegen betreten die Lenkradartisten zum zweiten Mal in dieser Saison Neuland. Einen großen Vorteil gegenüber ihren Rivalen besitzen dabei Ford-Pilot Mikko Hirvonen sowie die beiden Citroën-Fahrer Dani Sordo und Daniel Carlsson. Das Trio stellte seine Klasse an der Algarve bereits eindrucksvoll unter Beweis: 2005 gewann Carlsson vor Hirvonen, Sordo fuhr den Sieg in der Super1600-Klasse ein.

 
BFGoodrich freut sich auf die Rallye Portugal

"Wenn man sich die Begeisterung der portugiesischen Bevölkerung bei der Rallye Dakar 2007 und bei kleineren Raid-Veranstaltungen anschaut, können wir bei der Rallye Portugal ein großartiges Festival erwarten", freut sich Cédric Valmalle aus der Kommunikationsabteilung von BFGoodrich Europa. "BFGoodrich hat in diesem Land bereits zahlreiche Offroadevents gewonnen, außerdem gehört Portugal für uns sowie für viele der Automobilhersteller der Rallye-WM zu den wichtigsten Märkten Europas. Der portugiesische Markt entspricht etwa drei Millionen Reifen, und BFGoodrich verkauft hier ein Viertel aller Allradpneus."

Eine - in gewissem Maße - Reise ins Unbekannte ist der fünfte Saisonlauf für die Rallyereifen des Typs BFGoodrich. Portugal befindet sich zwar in Europa, wird in der Rallye-WM aber wie eine Überseeveranstaltung behandelt. Das bedeutet, dass die in die WM eingeschriebenen Teams vor Ort nicht testen durften. Alternativ bereiteten sich alle Werksmannschaften sowie das Team Stobart-Ford in Spanien auf den bevorstehenden Lauf vor.

Für BFGoodrich reisten zudem zwei Ingenieure im März an die Algarve, um die Prüfungen der Rallye Portugal genau zu inspizieren. "Wir wissen jetzt, dass sich auf den Strecken eine weiche Staubschicht und darunter harter, festgefahrener Schotter befindet", erklärt BFGoodrich-Cheftechniker Patrick Letort. "Die Oberfläche erinnert in der Tat sehr stark an die in Arganil - eine der klassischen Prüfungen der Rallye Portugal. In puncto Reifen dürfte diese Veranstaltung anspruchsvoller sein als Mexiko. Besonders wenn es heißt ist, werden sich die Pneus speziell auf der 76,46 Kilometer langen Schleife am Samstagnachmittag stark abnutzen. Die Wettervorhersagen kündigen jedoch Regen vor dem Start der Rallye an, deswegen müssen wir auch mit feuchten oder sogar matschigen Verhältnissen rechnen. Doch selbst bei diesen Bedingungen gehen wir von starkem Verschleiß aus."

 
BFGoodrich g-Force Gravel: der Schotterspezialist im Detail

Der Schotterpneu besitzt ein relativ kompaktes Profil, bei dem die Kontaktfläche des Reifens (Größe: 215/65/15) auf dem Untergrund vergleichsweise groß ausfällt. Dies soll ein hohes Gripniveau und optimale Traktion ermöglichen. Wegen der verschleißintensiven Oberfläche kommt dem Mousse-System rund um das Rallyezentrum Faro eine noch größere Bedeutung als gewöhnlich zu.

BFGoodrich stellt seinen Partnern für die Rallye Portugal den erfolgreichen g-Force Gravel in drei unterschiedlichen Laufflächenmischungen zur Verfügung. Die Auswahl beginnt beim weichen BFGoodrich g-Force Gravel 8 für niedrige Temperaturen und/oder nasse Bedingungen. Bei Temperaturen von 15 bis 25 Grad und der ersten Durchfahrt einer Prüfung eignet sich der g-Force Gravel 9. Alternativ steht der harte 9+ bereit. Diese Variante ist für verschleißintensive Oberflächen und/oder hohe Temperaturen konzipiert und kommt eher beim zweiten Durchgang einer Prüfung zum Einsatz.

Für den Lauf an der Algarve durften die in die Weltmeisterschaft eingeschriebenen Fahrer maximal 60 Reifen nominieren, von denen sie bei Shakedown und Rallye höchstens 40 einsetzen dürfen. Ihre Wahl mussten die Piloten bei zum 23. März abgeben.

 
Das erwarten die Partnerteams von BFGoodrich

Während der Großteil der Spitzenfahrer in Portugal die neuen Strecken erst noch kennen lernen muss, kann BP-Ford-Youngster Mikko Hirvonen auf seine Erfahrungen aus dem Jahr 2005 bauen: "Mir hat die Streckenführung viel Spaß bereitet", erinnert sich der Finne. "Enge, kurvige Passagen wechseln sich mit schnellen Abschnitten ab. Die Straßen machten auch nach dem ersten Durchfahren noch einen ordentlichen Eindruck. Für die Reifen wird es rau. Trotzdem steht uns keine schwierige Wahl bevor: Wenn es trocken bleibt, kommt für diese Art Wertungsprüfung nur eine harte Laufflächenmischung in Frage."

Beim Schotterdebüt des neuen C4 WRC landete Citroën-Pilot Sébastien Loeb auf Anhieb den ersten Sieg, dennoch tritt der dreifache Weltmeister auf die Euphoriebremse: "Wir haben Gründe, optimistisch zu sein", so Loeb. "Aber wie wir gesehen haben, wird es nicht einfach. Ich bin mir sicher, dass im Laufe der Saison sechs Fahrer um Siege kämpfen."

Nach der gelungenen Premiere des Impreza WRC2007 blickt Subaru dem weiteren Saisonverlauf zuversichtlich entgegen: "Nach unserer guten Performance in Mexiko freue ich mich richtig auf Portugal", strahlt Petter Solberg. "Die Rallye ist für alle neu, deswegen bin ich gespannt, wie konkurrenzfähig wir sind. Die Entwicklung des neuen Impreza haben wir seit Mexiko weiter fortgesetzt, demnach müssten wir jetzt noch schneller sein als vor wenigen Wochen."

 
Stohl will in der WM Boden gutmachen

Nach einem durchwachsenen Saisonstart und einem ersten Erfolgserlebnis in Mexiko will Kronos-Citroën-Fahrer Manfred Stohl ab sofort richtig angreifen: "Bis zur Sommerpause folgen noch vier Schotterrallyes", so der Österreicher. "Das stimmt mich auch für die WM-Wertung sehr zuversichtlich." Der Routinier belegt aktuell die zehnte Position, im vergangenen Jahr rangierte er in der Endabrechnung auf dem hervorragenden vierten Platz.

Weitere Erfolgserlebnisse will auch die Mannschaft von Stobart-Ford einfahren: "Portugal sollte mit entgegen kommen, weil die Veranstaltung für alle neu ist", erklärt das Riesentalent Jari-Matti Latvala. "Ich möchte natürlich die Rallye beenden und Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig will ich auch um einen Platz unter den ersten Sechs kämpfen." Sein Teamkollege Henning Solberg plant sogar noch größeres: "Realistisch betrachtet peile ich einen Platz in den Top 5 an."

Die ersten Punkte der Saison will die Mannschaft Munchi's-Ford einfahren: Bei dem neuen Lauf in Portugal profitiert das Team um die Argentinier Luis Perez Companc und Juan Pablo Raies von der Tatsache, dass die Strecken für alle Toppiloten praktisch Neuland darstellen.

In Portugal ist eine ganze Armada starker Privatiers auf BFGoodrich Pneus unterwegs: Zu den prominentesten Vertretern zählen sicherlich die beiden Mitsubishi-Piloten Toni Gardemeister und Xavier Pons sowie die Skoda-Fahrer Jan Kopecky und François Duval. Für eine Überraschung könnte aber auch Lokalmatador Armindo Araujo sorgen. Der Portugiese gewann die Veranstaltung bereits dreimal und geht 2007 mit einem BFGoodrich-bereiften Mitsubishi Lancer WRC an den Start. Darüber hinaus setzen mit Mads Östberg (Subaru), Gareth MacHale (Ford), Guy Wilks (Ford) und Andreas Mikkelsen (Ford) hoffnungsvolle Nachwuchstalente auf die Machwerke aus Clermont-Ferrand.

 
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