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Grönholm und das Reifen-Rätselraten
 
von Britta Weddige 31. März 2007 - 22:35 Uhr
 
Ford-Pilot Marcus Grönholm rätselt über Reifenmischungen und muss jetzt auf ein Problem bei Sébastien Loeb hoffen
 
Marcus Grönholm
Marcus Grönholm ist mit dem Verlauf der Rallye Portugal nicht glücklich
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sieht die Bilanz des Ford-Werksteams nach der zweiten Etappe in Portugal noch ganz gut aus: Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen liegen als Zweiter und Dritter beide auf Podestplätzen. Trotzdem verlief der Tag alles andere als geplant, vor allem für Grönholm.

Gleich am Morgen stand die "Königsprüfung" über 30,69 Kilometer an und die meisten Piloten bezeichneten sie danach als eine der schwersten Prüfungen, die sie je erlebt haben. Schnelle Abschnitte gemischt mit engen Kurven, ständige Rhythmuswechsel und das bei nach nächtlichem Regen matschigen Straßen.



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Das Wetter machte auch die Reifenwahl zu einem Glücksspiel: Die kalten Temperaturen und der Match erforderten eigentlich weiche Reifen, aber die raue Oberfläche und die vorhergesagte Wetterbesserung ließen härtere Reifen als die glücklichere Wahl erscheinen.

Grönholm entschied sich für eine mittlere Mischung mit extra Rillen. Damit konnte er zwar in allen drei Prüfungen des Vormittags die zweitschnellste Zeit fahren, aber der Gesamtführende Sébastien Loeb war jedes Mal vor ihm und baute seinen Vorsprung allmählich aus.

 
"Ich hatte andere Reifen als Loeb, aber ich weiß immer noch nicht, was die richtige Wahl gewesen wäre."
Marcus Grönholm
"Ich hatte andere Reifen als Loeb, aber ich weiß immer noch nicht, was die richtige Wahl gewesen wäre", erklärte der Finne danach. "Ich war mir nicht ganz sicher, ob weichere Reifen auf diesen Straßen mehr als 70 Kilometer aushalten. Es hat zwar heute Morgen geregnet, aber wir wussten aus der Recce, dass die Straßen die Reifen angreifen und so blieb mir keine andere Wahl als die mittlere Mischung. Loeb hatte im Nassen weichere Reifen, aber ich habe keine klare Antwort darauf, ob er deshalb schneller war."

Am Nachmittag schien die Sonne und es war windig und Grönholm entschied sich erneut für die mittleren Reifen, doch diesmal war die Mischung zu weich und sein Rückstand vergrößerte sich auf 40,5 Sekunden. "Es ist heute Nachmittag nicht so gut gelaufen, die Reifen waren zu weich und sind geschwommen", fuhr er fort. "Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich Loeb selbst mit den richtigen Reifen eingeholt hätte. Es ist enttäuschend, aber ich denke, jetzt ist die Lücke zu groß, außer er hat ein Problem."

 
Mehr Glück bei Hirvonen

Anders Grönholm entschied sich Teamkollege Hirvonen dazu, morgens weichere Reifen zu wählen. "Die Bedingungen waren zwar rutschig, aber konstant, insofern war es nicht zu schlecht", bilanzierte der 26-Jährige. "In der ersten Prüfung war ich vorsichtig aber habe dann mehr Gas gegeben. Meine Reifenwahl war gut, aber wenn man sich die Zeiten anschaut, sieht es so aus, als ob es darauf nicht ankam. Ich war in manchen Bereichen zu vorsichtig."

 
"Ich weiß nicht, wie Marcus und Sébastien solche Zeiten fahren können."
Mikko Hirvonen
Am Nachmittag entschied sich Hirvonen ebenfalls für die Medium-Mischung und versuchte, Platz drei gegen Subaru-Pilot Petter Solberg zu verteidigen. Am Ende hielt er einen Vorsprung von 13 Sekunden. "Die Reifenwahl war richtig, auch wenn sie jetzt völlig zerstört sind. Meine Leistung war auch besser als am Morgen, aber ich weiß nicht, wie Marcus und Sébastien solche Zeiten fahren können", wunderte sich der Finne.

"Morgen muss ich hart kämpfen, um Petter hinter mir zu halten, ich muss besser werden, um den Podestplatz zu sichern. Das wird ein harter Kampf und ich werde ihn nicht einfach so vorbeilassen", schloss Hirvonen.

Trotz allem: Für Teamchef Malcolm Wilson ist es ein gutes Resultat, beide Autos auf dem Podest zu haben: "Nach den ersten drei Prüfungen hatte ich das Gefühl, dass Marcus Sébastien immer noch einholen kann, obwohl er etwas an Boden verloren hatte. Aber am Nachmittag wurde dann klar, dass er die Zeit nicht mehr aufholen kann. Mikko hat sich gut gegen Petter verteidigt und das wird auch morgen seine Aufgabe sein."

 
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