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VW bringt Seriensieger Mitsubishi in Zugzwang

11. Januar 2007 - 18:44 Uhr

Nach sechs von 15 Etappen hat Volkswagen bei der Dakar 2007 das Geschehen fest im Griff - Rallye geht langsam in die entscheidende Phase

Carlos Sainz
Im Sand wartet nun der echte Härtetest auf Spitzenreiter Carlos Sainz
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Volkswagen vier, Konkurrent Mitsubishi null - so lautet die Bilanz nach sechs von 15 Etappen der Rallye Dakar. Der Herausforderer aus Wolfsburg bringt den Seriensieger aus Japan in Zugzwang, zumal gleich drei Race Touareg auch im Gesamtklassement ganz vorne liegen.

Eine Vorentscheidung wird noch vor dem Ruhetag am Samstag in Atar (Mauretanien) erwartet, auf der ersten schweren Sandprüfung am Freitag. "Da wird sich zeigen, ob wir uns auf weichem Sand entscheidend verbessert haben, wie sehr sich die Entwicklungen und das Testprogramm auszahlen", sagt Volkswagen-Sportchef Kris Nissen.

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Sainz beendet sechste Etappe als Vierter

Die mit 817 Kilometern längste Etappe am Donnerstag von Tan Tan in Marokko nach Zouerat in Mauretanien meisterte die von Spaniens Ex-Weltmeister Carlos Sainz angeführte VW-Armada mit Bravour. Der im Gesamtklassement führende Spanier fuhr auf den 394 gewerteten Kilometern die viertbeste Zeit hinter den beiden Buggy-Piloten Robby Gordon (USA) und Jean-Louis Schlesser (Frankreich) sowie Volkswagen-Teamkollege Giniel de Villiers (Südafrika).

Die in der Gesamtwertung auf Platz zwei geführten de Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz (Karlshof) verkürzten ihren Abstand auf die Spitze um 25 Sekunden und liegen 3:11 Minuten hinter Sainz. Weiterhin auf Position drei werden Carlos Sousa (Portugal) und Andreas Schulz (München) in einem Race Touareg des Lagos-Teams notiert, denen die sechstbeste Etappenzeit gelang.

Sainz legt bei dem Wüstenspektakel ein eindrucksvolles Zeugnis seines fahrerischen Könnens ab. Mit seinem blauen Race Touareg fuhr er bisher fehlerfrei und gewann bereits zwei Etappen.

Aber es ist erst die zweite Dakar des Spaniers, der selbst einen Erfahrungsrückstand auf weichen Sandpisten einräumt. Allerdings kommen "El Matador" jene Erfahrungen zugute, die er im November bei der Weltcup-Rallye in der arabischen Wüste um Dubai sammelte. Drei Bestzeiten und kein einziges Mal im Sand stecken geblieben - Sainz lernt offenbar schnell. Darüber hinaus fasste der 44-Jährige auch zu Beifahrer Michel Perin Vertrauen.

Volkswagen mit drei heißen Eisen

Anders als es Sainz aus der Rallye-WM kennt, ist der Beifahrer im Marathon-Rallyesport gleichberechtigt, der Fahrer ist absolut abhängig, uneingeschränktes Vertrauen unabdingbar. Sainz und der dreimalige Dakar-Sieger Perin sind ein starkes Duo und intelligent genug, sich gegenseitig zu helfen. In dem Vorjahreszweiten de Villiers und seinem deutschen Co-Piloten von Zitzewitz sowie dem dem Duo Sousa/Schulz hat Volkswagen zwei weitere heiße Eisen im Feuer.

Schon nach der ersten Etappe räumte Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys ein, vom vorgelegten Tempo des deutschen Widersachers überrascht zu sein, als fünf Volkswagen vorne lagen. Mitsubishi-Star Stephane Peterhansel, zweimal Dakar-Sieger auf vier Rädern, startete eine Aufholjagd, blieb aber völlig ungewöhnlich im ersten Wüstensand stecken, ruinierte beim Befreiungsversuch die Kupplung und verlor wertvolle Zeit bei der Reparatur.

"Es ist nichts entschieden, die Rallye ist noch sehr lang, die schwierigen Prüfungen kommen erst noch", sagt Nissen. "Mitsubishi und auch BMW darf man nicht unterschätzen, und ein großer Zeitverlust kann auf diesen schweren Etappen jeden jederzeit treffen."

Am Freitag folgt die erste echte Offroad-Etappe über 542 Kilometer nach Atar, mit Kamelgras, hohen Dünen und viel Sand.

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