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Berlin: Motorworld Classics trotzt dem Sturm

Die Orkanböen tobten, doch das tat der Oldtimermesse unterm Funkturm keinen Abbruch: 28.500 Gäste kamen zu dem Mega-Event in die Hauptstadt

Motorworld Classics Berlin 2017
Motoworld Classics: Show der Superlative unterm Funkturm
© Motorworld Group

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - Nach dem Zieleinlauf heißt es bei der Motorworld Classics Berlin: Daumen hoch, trotz Wetterkapriolen! Sturmtief Xavier, der am ersten Messetag über Berlin fegte und auch den Außenbereich der Oldtimer-Messe zeitweilig in Schach hielt, konnte der magnetischen Wirkung faszinierender Oldtimer letztendlich nichts anhaben. Rund 28.500 Fach- und Publikumsbesucher tauchten vom 5. bis 8. Oktober in den historischen Hallen und im Sommergarten unterm Funkturm in eine vielfältige Welt klassischer Mobilität ein.

Das Berliner Publikum, zu dem viele internationale Gäste zählten, goutierte die abwechslungsreiche Mischung: renommierte Aussteller, unzählige Clubs, wahre automobile Schätzen und hochwertige Exponate, eine ordentliche Prise Lifestyle und das abwechslungsreiche Showprogramm ganz im Stil der guten alten Zeiten.

Automobile Highlights auf zwei und vier Rädern
Die Liste renommierter Aussteller war lang, unter anderem dabei: Arthur Bechtel Classic Motors, HK Engineering, Mechatronik Classic, ROSIER Classic Sterne sowie das Porsche Zentrum Berlin Potsdam. Diese sowie die vielen weiteren Aussteller und Clubs brachten unzählige automobile Highlights sowie eine Menge Benzin im Blut auf die Motorworld Classics Berlin 2017.

Motorräder ganz groß

Einer ganzen Welt voller Emotionen und Dynamik auf zwei Rädern gab die Messe erstmals die Bühne. Denn sie holte das Motorrad raus aus dem Schatten des Automobils, hinein ins Rampenlicht: Über acht Dekaden hinweg im "Legendenstrahl Motorrad" sowie in den Hallen "Maschinenraum" und "Motodrom" stellten Händler und Clubs nicht nur große Zweirad-Klassiker, -Raritäten und -Publikumslieblinge aus. Auch moderne Interpretationen bekannter Customizer verdeutlichten die Vielschichtigkeit des Themas Motorrad.

"Berliner Bären"
Nicht leicht hatte es die fachkundige Jury, als es galt, in vier Kategorien - ganz berlinerisch und mit einem Augenzwinkern - "Dit Originalste, dit Seltenste dit Knuffisgste, den besten Clubstand und dit Beste" auszuzeichnen. Am Ende intensiver Beratungen hieß es schließlich: Die Gewinner der Berliner Bären in Gold, Silber und Bronze sind ...

"Dit Originalste": 1972er Facel Vega IG
Der erste Preis in dieser Kategorie ging in diesem Jahr an einen Facel Vega IG - ein echter Scheunenfund, der 1972 von einem amerikanischen Soldaten im amerikanischen Virginia zugelassen und nach dessen Tod vorerst in Vergessenheit geriet. Pünktlich zur Motorworld Classics holte ihn Jürgen Kromer vom Facel Vega Club nach Deutschland.

Die Juroren hatten's schwer

Der mehr als verdiente zweite Preis ging an den Allgemeinen Schnauferl Club e.V. (ASC) für einen 1911er Lion Peugeot aus jener kurzen Zeit, in der es zwei Peugeot-Hersteller gab. Und den dritten Platz gewann eine 1965er Harley Davidson Panhead von den Harley Davidson Doctors, die in Teheran bei den Paraden des Schahs gefahren worden war.

Jahre in Anspruch. Der "Kleine" verfügt über einen Benzinmotor und kann in Deutschland mit einem Mofa-Führerschein gefahren werden. Mit dem zweiten Platz wurde der Heinkel-Clubs für seine Heinkel Kabine aus dem Jahr 1958 geehrt. Der bronzene Bär ging wiederum an eine Dürkopp vom Motorrad Clubs Blütenstadt.

"Bester Clubstand" - IG-T3
Bei der Wahl des besten Clubstands fiel es den Juroren einmal wieder sehr schwer, den tatsächlich Besten zu krönen. So viele Clubs engagierten sich rund um ihr Hobby mit witzigen und originellen Ideen. Diesmal machte das Rennen um den goldenen Bären die IG-T3, eine Vereinigung von VW-Bus Fans der Baureihe T3. In zeitgenössischen Uniformen, die thematisch zum jeweiligen Fahrzeug passten, folgten sie dem Ruf der Motorworld Classics, Outfits im Stil der guten alten Zeiten zu tragen. Absolut stilsicher!

Original Filmauto

Der Clubstand der Käferfreunde Berlin erhielt den silbernen Bären für eine wunderbare Ausstattung mit Colakiste, Parkuhr und Scheibentablett. Und der dritte Platz ging an den Glas Club, der von jedem der neun (zwischen 1951 und 1966) bei der Hans Glas GmbH produzierten Modelle eines nach Berlin gebracht hatte.

"Dit Seltenste": 1967er Mustang Shelby GT500
Der eindeutig erste Platz eines seltenen Fahrzeugs ging an den 1967er Mustang Shelby GT500 von ChromeCars. Es ist einer von drei originalen Filmautos aus dem Blockbuster "Nur 60 Sekunden" mit Nicolas Cage und Angelina Jolie. Das Fahrzeug mit dem legendären "Go-Baby-Go"-Knopf kam anlässlich der Motorworld Classics Berlin erstmals nach Europa.

Der zweite Preis in dieser Kategorie wurde an einen 1918er Milburne Electric vom ASC verliehen - ein aus heutiger Sicht visionäres Elektroauto. Der bronzene Bär ging an einen außergewöhnlichen VW Käfer aus dem Jahr 1977, der voll gepanzert ist und damit absoluten Seltenheitscharakter hat.

Auch "Elvis" war dabei

"Dit Knuffigste": Miniatur-Landrover
Den goldenen Bären räumte in dieser Kategorie ein Miniatur-Landrover in der Größe 1:1,55 von der Firma Potomac. Der originalgetreue Nachbau vom Original Landrover nahm 5 Jahre in Anspruch. Der "Kleine" verfügt über einen Benzinmotor und kann in Deutschland mit einem Mofa-Führerschein gefahren werden. Mit dem zweiten Platz wurde der Heinkel-Clubs für seine Heinkel Kabine aus dem Jahr 1958 geehrt. Der bronzene Bär ging wiederum an eine Dürkopp vom Motorrad Clubs Blütenstadt.

"Dit Beste": Elvis BMW 507
Dit Beste kommt zum Schluss. Und so ist es auch hier. Gewinner der Gesamtwertung war der Elvis BMW 507, der vom King of Rock'n Roll während seiner Zeit in Deutschland gefahren worden war. Das lange verschollene Fahrzeug wurde in liebevoller Arbeit 18 Monate lang von dem knapp 100-köpfigen Team von BMW Group Classic bis ins letzte Detail wiederhergestellt. Ein Augenschmaus und absoluter Star bei Messebesuchern und Medien!

Den zweiten Platz konnte sich der Hudson Greater Eight aus dem Jahr 1930 sichern, mit dem Rallyefahrerin Heidi Hetzer 84.000 km um die Welt gefahren ist. Ein Mercedes Benz 190 SL (Nitribit-Auto) von der Firma Anmark aus Lettland sicherte sich den bronzenen Bären.

Rennlegenden und -geschichten

Live, aber auch in Form wertvoller Exponate entdeckten die Besucher der Motorworld Classics Berlin 2017 wahre Rennlegenden und -geschichten. Stargast war unumstritten Heidi Hetzer, die ehemalige Autohausbesitzerin, Rallyefahrerin, Visionärin sowie Berliner Original. Sie besuchte mit ihrem Weltumrundungsfahrzeug "Hudo" die Messe und gab mit viel Humor Geschichten ihrer abenteuerlichen Reise von sich, mit denen sie die Besucher begeisterte.

Nicht zuletzt dafür erhielt sie von der Jury auch einen Sonderpreis: Den goldenen Bären als die beste "Weltumrunderin". Auch Hans Herrmann und Strietzel Stuck konnten dem Ansturm nach Autogrammen kaum standhalten. Beide waren nach Berlin gekommen, um vor allem über ihre legendären Fahrten auf der AVUS zu erzählen. Die erste ausschließliche Autostraße und erste Autobahn der Welt schrieb als Rennstrecke Geschichte und verläuft räumlich unmittelbar entlang der Berliner Messehallen. Hermann und Struck sind unumstritten Avus-Legenden.

Ein Magnet für alle Rennsportbegeisterte und Fans war außerdem die private Sammlung von Michael Schumacher, die eine Auswahl einzigartiger und besonders wertvoller Schätze präsentierte: Persönliche Memorabilien der einzigartigen Karriere des siebenmaligen F1-Weltmeisters sowie ein Kart aus seinen Anfangszeiten, zwei exklusive Fahrzeuge aus dem Mercedes-Benz Museum und der 1994er Benetton Ford B 194-5, mit dem Michael Schumacher seinen ersten Weltmeistertitel gewann.

Eine ganze Welt im Stil der guten alten Zeiten
Das Motto der Motorworld Classics Berlin ist Programm. Und so erfreuten sich die Messebesucher an einer bunten Erlebnisvielfalt, die sie eintauchen ließ in eine ganze Welt im Stil der guten alten Zeiten: Fahrten mit historischen Tandemfahrrädern oder, gegen eine Spende für das Projekt "Babylotsen der Charité", chauffierte Oldtimer-Rundfahrten, Showprogramm, Live Acts und Swing-Musik aus den Anfängen des 20sten Jahrhunderts und nicht zuletzt das gesamte Team der Motorworld Classics Berlin aber auch zahlreiche Aussteller und Besucher in passenden Outfits der "good old times.".

Am Ende der vier Messetage gab es unzählige begeisterte Stimmen, die vor allem diesen ganz besonderen und charmanten Charakter der Motorworld Classics hervorheben.

Sturm Xavier getrotzt
Sturm Xavier, der am ersten Messetag über Berlin und damit auch über die Außenflächen der Motorworld Classics im Sommergarten unterm Funkturm fegte, richtete glücklicherweise auf dem Messegelände keinen größeren Schaden an. Und so ließen sich die privaten Oldtimerbesitzer auch nicht davon abhalten, am täglich stattfindende Schaulaufen im Sommergarten teilzunehmen und ihre Sammlerfahrzeuge in Szene zu setzen.

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

Moderiert von Oldtimer-Profi Johannes Hübner besetzten sie Tag für Tag die Außenanlagen der Messe. Manche von ihnen nutzten den privaten Fahrzeugmarkt in Kooperation mit Classic Trader, Deutschlands führendem Online-Marktplatz für Young- und Oldtimer, um ihre Automobile zu verkaufen.

Marc Baumüller, von der Motorworld Classics Berlin, resümierte am Ende der vier Messetage zufrieden: "Vor allem am Samstag und Sonntag waren unsere elf Hallen - eine mehr als vergangenes Jahr - und der Sommergarten außerordentlich gut besucht. Unsere noch junge Messe, die 2015 Premiere feierte, ist in der Bundeshauptstadt Berlin angekommen. Konzept und Standort passen perfekt!"

2018 geht die charmante Messe ganz im Stil der guten alten Zeiten vom 4. bis 7. Oktober wieder an den Start.

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