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Mythos Macao: Und immer wieder lockt das Risiko

Zwei ehemalige Formel-3-Rennsieger von Macao sprechen über den besonderen Reiz des Guia Circuits und warum sich eine Rückkehr dorthin lohnt

(Motorsport-Total.com) - Sie haben den vielleicht schwierigsten Stadtkurs der Welt bezwungen und standen als Sieger des Formel-3-Grand-Prix ganz oben auf dem Treppchen von Macao. Mehr geht nicht? Von wegen! 2012 trafen gleich zwei ehemalige Formel-3-Champions erneut aufeinander. Auf dem Guia Circuit, aber nicht in der Formel 3. Lucas di Grassi (2005) und Edoardo Mortara (2009, 2010) fuhren im GT-Cup.

Lucas di Grassi, Edoardo Mortara

Treffen sich zwei Formel-3-Champions in Macao: Lucas di Grassi, Edoardo Mortara Zoom

Und das auf gewohnt hohem Niveau, denn der Brasilianer und der Italiener machten erst die Pole-Position und dann auch den Rennsieg untereinander aus. Aber was bewegt einen Formel-1-Piloten wie di Grassi oder einen DTM-Fahrer wie Mortara dazu, sich nochmals der Herausforderung Macao zu stellen, wenn er diese so schwierige Aufgabe schon einmal mit Bravour gemeistert hat?

Mortara, der einzige erfolgreiche Formel-3-Titelverteidiger auf dem über sechs Kilometer langen Guia Circuit, muss nicht lange überlegen, um eine Antwort zu geben: "Für mich stellt Macao einfach die größte Herausforderung dar, die man als Rennfahrer haben kann." Kein Le Mans, kein Monte Carlo, keine Nordschleife, kein Spa-Francorchamps - der Stadtkurs von Macao ist seine Nummer eins.

Der ultimative Stadtkurs


Fotos: Formel 3 in Macao


"Für mich ist es einfach ein Vergnügen, wieder dorthin zu reisen. Ich versuche die Leute dazu zu kriegen, mich jedes Jahr erneut nach Macao zu schicken. Es ist einfach so toll", meint Mortara. Und seine Augen leuchten. Genau wie bei di Grassi, der seinem Fahrerkollegen beipflichtet: "Macao ist eine klasse Strecke. Nur ein Fehler und du landest in der Mauer. Macao verzeiht einfach gar nichts."

Edoardo Mortara

Edoardo Mortara siegte in Macao schon je zweimal in der Formel 3 und im GT-Cup Zoom

Oder wie es Mortara ausdrückt: "Es geht darum, so schnell zu fahren, ohne die Leitplanken zu berühren. Es gehört aber dazu, die Mauern leicht zu touchieren. Das macht Macao zu etwas ganz Besonderem", sagt der Audi-DTM-Pilot und merkt an: "Nach dem Rennen hatte mein Auto an allen Ecken ein paar Schrammen. Das ist die große Herausforderung." Selbst beim wiederholten Mal.

Und umso mehr, wo Mortara mittlerweile doch auf jeweils zwei Macao-Rennerfolge in der Formel 3 (Fotostrecke: 30 Jahre Formel 3 in Macao) und im GT-Auto zurückblicken kann. Das Eine oder das Andere - was ist auf dem Guia Circuit denn schwieriger? Schwer zu sagen, meint Mortara. "Für eine Strecke wie diese ist ein Formel-3-Auto einfach perfekt. Die GT-Fahrzeuge kommen den Formel-3-Rundenzeiten aber inzwischen sehr nahe."

Faszination und Gefahr gehen Hand in Hand


Fotos: Macao - Auf und neben der Strecke


"Das bedeutet: Auch in einem GT-Auto kannst du in Macao sehr viel Spaß haben." Di Grassi kann das jetzt bestätigen. Er sagt: "Das Tolle ist, dass die Mandarin-Kurve im GT-Auto wirklich eine Kurve ist. In der Formel 3 geht sie voll, doch im GT-Auto musst du etwas mehr arbeiten. Diese Ecke ist eine echt schwierige Aufgabe." Für Mortara ist die Kombination aus GT-Auto und Mandarin sogar noch mehr.

Jules Bianchi

In Macao ist die Gefahr eines Unfalls der ständige Begleiter der Rennfahrer Zoom

"Vielleicht die schwierigste meiner Karriere", sagt der insgesamt viermalige Macao-Sieger. "Du bist dort mehr als 250 km/h schnell. Und wir haben es in den Rahmenrennen gesehen: An dieser Stelle kannst du auch bei geringerer Geschwindigkeit tödlich verunglücken. Du kannst dir also vorstellen, was passiert, wenn du bei 250 km/h in der Mauer landest." Besser, man denkt gar nicht erst daran.

Oder doch? Wie sieht das ein Rennfahrer? Offenbar ziemlich entspannt: "Macao ist Macao", meint Mortara. "Wenn du hierher kommst, dann akzeptierst du das. Es ist einfach - für mich - die größte Herausforderung im Motorsport." Die er 2012 wieder einmal als Klassenbester gemeistert hat. Und Fortsetzung folgt, vielleicht erneut gegen di Grassi: "Ich hoffe, er kehrt 2013 ebenfalls wieder zurück ..."

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