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KTM-X-Bow-Wintercup 2018: Drift-Spaß selbst erleben!

Driften, was das Herz begehrt: Christian Nimmervoll über sein Erlebnis im X-Bow - razoon verlost drei Rookies-Packages für die Leser von Motorsport-Total.com

(Motorsport-Total.com) - Es ist wieder so weit: Wenn sich die Formel 1 im Winterschlaf befindet und nach einer langen Saison endlich mal Zeit ist, die Batterien aufzuladen, steht der KTM-X-Bow-Wintercup operated by razoon auf dem Programm. Bereits 2017 habe ich daran teilgenommen, leider mit mäßigem Erfolg. Zeit, einen neuen Anlauf zu starten!

KTM-X-Bow-Wintercup 2018 im Thomatal

Fahr- und Driftspaß pur beim KTM-X-Bow-Wintercup 2018 im Thomatal

Gemeinsam mit meinem Vater (den ich vermeintlich locker in die Tasche stecken sollte) mache ich mich auf den Weg. Um 4:30 Uhr morgens geht's vom Home-Office in Vorderweißenbach aus los ins Thomatal bei Salzburg. Das ist aus mehreren Gründen eine perfekte Location für den Wintercup.

Erstens wegen der geografischen Lage. Die schnuckelige 300-Seelen-Gemeinde liegt im Herzen von Österreich und ist von allen Bundesländern aus mit überschaubarer Fahrzeit erreichbar. In unserem Fall aus, vom nördlichen Oberösterreich kommend, sind das knapp drei Stunden. Selbst aus München kommend benötigt man weniger als drei Stunden für die Anreise mit dem Auto.

Und ich erfahre im Laufe des Tages, dass die Teilnehmer teilweise von viel weiter her kommen. Eine weibliche Teilnehmerin erzählt mir, dass sie und ihr Freund extra aus Konstanz am Bodensee gekommen sind. Aber auch sechs Stunden Anfahrt sollten sich definitiv lohnen!

Packages beginnen schon bei 99 Euro

Zweitens ist das Gelände im Thomatal, das eigentlich nur die wetterbedingte Ersatzlocation für Saalfelden ist (wo ich 2017 erstmals Wintercup gefahren bin), optimal, um übers Eis zu driften. Und das noch dazu in idyllischer Lage, mit ein paar kleinen Hügeln, auf denen der X-Bow auch mal leicht wird. Was mir - aber dazu gleich mehr - noch zum Verhängnis werden sollte.

KTM-X-Bow-Wintercup 2018 operated by razoon im Thomatal

Gruppe 1 bedeutet: Einchecken an der Strecke um 7:15 Uhr morgens ...

Teilnehmer sein beim Wintercup, das gibt's schon ab 99 Euro für das Rookies-Package. Ehrlicherweise benötigt man, um den 270 PS starken KTM X-Bow auf Eis einigermaßen zu beherrschen, mindestens zwei volle Stints. Beim Unlimited-Package um 299 Euro gibt's dann schon zweimal 17 Minuten als Beifahrer, zweimal 17 Minuten selbst am Steuer und drei sogenannte Hot-Laps. Auf die kommt's beim Wintercup letztendlich an - zumindest dann, wenn man ihn als sportlichen Wettbewerb definiert.

Ich bestreite meine ersten Runden am Morgen als Beifahrer von Patrick Winter, einem Haudegen der österreichischen Rallye-Szene. Es geht locker zu beim Wintercup, man ist per du, der Schmäh rennt, wie wir Österreicher sagen. Schließlich soll nicht nur das Driften Spaß machen, sondern auch das Drumherum.

Beeindruckt vom Rallye-Profi

Bevor es losgeht, erzählt mir Patrick noch, dass er ein Fan meiner Kolumne "Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat" ist. Sehr schön. Und ich stelle schon nach einer Runde fest: Ich bin ein Fan seines Fahrkönnens! Unglaublich, wie diese Jungs aus dem Stand heraus loslegen, sich nirgends rantasten müssen, sondern direkt durch die Kurven fliegen und driften, als gäbe es nichts Einfacheres.


Als wir die ersten zwei Runden hinter uns haben, sage ich: "Wenn ich nur eine solche Runde hinbekomme, wie du sie grad so locker aus dem Ärmel schüttelst, wäre ich mehr als happy!" Hier wird - die Schadenfrohen unter unseren Lesern wird es freuen - der Wunsch Vater des Gedankens bleiben.

Während ich immer wieder mit dem Beschlagen des Helmvisiers kämpfe (etwas lästig, wenn die heiße Atemluft gefriert), erspähe ich aus dem Augenwinkel einen Topspeed von knapp über 80 km/h beim Rallye-Profi. Einfach um für mich einen Richtwert zu haben, wie fest ich das Gaspedal später durchdrücken kann, wenn ich auf mich allein gestellt bin.

Vierter Gang? Nicht nötig!

Und dann geht's endlich los - selbst am Steuer! Im ersten Gang losfahren, schnell hochschalten, um auf der glatt präparierten Fahrbahn möglichst viel Traktion zu haben. Im dritten Gang ist Endstation, den vierten brauche ich den ganzen Tag lang nicht. Und schon in der ersten Viertelstunde merke ich, dass es kein allzu großes Hexenwerk ist, auf die 80 Sachen zu kommen, die Patrick auf den Geraden vorgelegt hat.

Christian Nimmervoll beim KTM-X-Bow-Wintercup 2018 im Thomatal

Ich verbringe fast so viel Zeit am Abschleppaken wie im Cockpit ...

Die Krux sind die Kurven. Es dauert ein wenig, bis ich ein Gefühl für den X-Bow entwickle. Auf Asphalt spät zu bremsen, sauber einzulenken und früh rauszubeschleunigen, ist eine Sache. Aber auf Eis rechtzeitig zu bremsen, damit der X-Bow nicht geradeaus schiebt, den Hintern ins Rutschen zu bekommen und den Drift dann auch noch sauber durchzuziehen, das ist schon ein bisschen kniffliger.

Nach meinem Stint als Beifahrer und meinem ersten Stint als Fahrer endet der erste Durchgang mit meiner ersten Hot-Lap. In die Wertung kommt nämlich nicht jede Runde, sondern es zählen nur die sogenannten Hot-Laps (von der man gegen einen kleinen Aufpreis übrigens ein Onboard-Video aufzeichnen lassen kann).

Chance vertan: Morgens am meisten Grip

Ich weiß, dass ich fünf Hot-Laps habe. Was ich nicht weiß: Früh morgens hat die Strecke am meisten Grip, weil die Eisfläche aufgeraut ist. Mit jeder Gruppe wird das Eis glatter und die Herausforderung, eine schnelle Zeit zu fahren, schwieriger. Irgendwie fies: Gleich zu Beginn, wenn man noch am wenigsten Gefühl für das Auto hat, sind die Bedingungen ideal. Und später, wenn man glaubt, man hat den X-Bow durchschaut, fährt man auf Glatteis.

Christian Nimmervoll beim KTM-X-Bow-Wintercup 2018 im Thomatal

... was den Spaß am Fahren aber keineswegs trüben kann!

Mein Vater, ausgestattet mit der Gelassenheit eines bald 60-Jährigen, nutzt die Gunst der Stunde und legt im ersten Versuch eine Zeit von 53,16 Sekunden vor. Ich selbst, vom Ehrgeiz zerfressen, beende die Runde am Abschlepphaken.

Es ist die wichtigste Lektion, die ich vom Wintercup 2018 mitnehme: Auf Eis bringt es fast nichts, ein paar Meter später zu bremsen und auf Biegen und Brechen zu versuchen, noch die eine oder andere Zehntelsekunde zu holen. Viel smarter wäre es, gelassen zu beschleunigen, ein paar Meter früher zu bremsen, den Drift sauber zu ziehen und einfach keinen Blödsinn zu machen. Zu versuchen, auf der letzten Rille ein bisschen Extra herauszuholen, endet meistens am Abschlepphaken des schwarzen BMW.

Driften, wie geht das eigentlich?

Vom Instruktor gibt's zwischendurch ein paar nützliche Anweisungen. Driften, wie geht das eigentlich? Für mich am ehesten so: Vor der Kurve kurz nach innen ziehen (was eigentlich jedem Racer-Instinkt widerspricht), dann relativ abrupt nach außen lenken, um das Heck in Bewegung zu bekommen. Ein Ziel, das man auch durch Runterschalten und gleichzeitiges Einlenken in die Kurve erreicht. Sobald das Heck kommt, dosiert man mit gezielten Gasstößen den Drift.

Klingt einfach, ist es aber nicht.


In den schnelleren beiden Kurven (zweiter Gang beim Einlenken, dann Hochschalten in den dritten) gelingt mir das Driften schon ziemlich gut. Kniffliger wird's in den wirklich langsamen Ecken. Eine von denen hängt noch dazu leicht nach außen. Selbst als ich mich am Ende des Tages schon wirklich wohl fühle im X-Bow, schaffe ich den Drift bis zur Mitte der Kurve - muss ihn dann aber jedes Mal abbrechen, weil ich sonst zu weit nach außen rutschen würde.

Keine Chance gegen die Gelassenheit des Alters

Während ich mich abmühe, auch die beiden langsamsten Ecken wie ein Profi zu driften, entscheidet sich mein Vater für die gelassenere Herangehensweise: Dort driften, wo es geht, und durch die ganz langsamen Ecken einfach sauber durchfahren, möglichst weit innen und mit möglichst viel Traktion (durch schnelles Hochschalten) am Ausgang.

Christian und Gottfried Nimmervoll beim KTM-X-Bow-Wintercup 2018 im Thomatal

Das tut weh: Mein Vater Gottfried gewinnt die Gruppe 1 überlegen vor mir

Was zielführender ist, beweist das Ergebnis: Mein Vater gewinnt mit seiner Bestzeit von 53,16 Sekunden die Gruppe 1, während ich mit 55,25 Sekunden Zweiter werde. Zugegeben, das kratzt ein bisschen am Ego! ;-) Richtig weh tut: Vier von fünf Hot-Laps meines Vaters waren schneller als meine Bestzeit. Als Gruppensieger winkt ihm jetzt auch die Teilnahme am Superfinale, am 3. Februar wieder im Thomatal. Und wer sich für das Superfinale qualifiziert, bezahlt dafür natürlich nichts mehr extra!

Mit meiner Herangehensweise, mich eher von oben dem Limit zu nähern, lande ich insgesamt sechs-, siebenmal im Schnee. Immer harmlos, aber nervig für den Abschleppdienst, der spätestens beim fünften Mal flachst: "Das kostet dich jetzt aber einen Kasten Bier!" Einmal ärgere ich auch meinen Beifahrer, als wir bei Tempo 65 auf einer Welle leicht werden und abfliegen. Vor uns türmt sich eine riesige Schneefontäne auf, eine Sekunde lang ist die Sicht gleich null. Geht glimpflich aus - mal davon abgesehen, dass das offene Cockpit des X-Bow voller Schnee ist ...

Gewicht nur im Sommer kontraproduktiv

Die schönsten Runden erlebe ich übrigens in meinem dritten und letzten Stint, mit einem nicht ganz so schlanken Beifahrer im Auto. Lektion: Gewicht mag zwar auf Asphalt kontraproduktiv sein - auf Eis ist es aber durchaus hilfreich. Selbstironisch könnte ich anfügen: Klarer Vorteil für mich! Endlich kann ich die Drifts kontrollieren, endlich hat der Abschleppdienst Ruhe vor mir. "Läuft!", denke ich mir - und male mir geistig schon aus, wie ich in den letzten zwei Hot-Laps des Tages die Siegerzeit fahren werde.

Christian Nimmervoll im KTM X-Bow

Mit der Zeit klappt das mit dem Driften durch die Kurven dann ganz gut

Denkste: Kaum ist das Zusatzgewicht des Beifahrers weg (die Hot-Laps fährt man immer alleine), stehe ich schon wieder im Schnee. Noch einmal Abschleppdienst also. Die allerletzte Runde ist dann einigermaßen okay, aber da ist es schon so rutschig, dass eine Bestzeit nicht mehr geht. So bleibt nur der schwache Trost, dass ich den drittplatzierten Rainer Ermathinger um gerade mal 0,01 Sekunden unterboten habe. Mit mehr Glück als Verstand ...

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und das Erlebnis KTM X-Bow auf Eis einmal selbst ausprobieren möchte, der kann nun als Leser von Motorsport-Total.com eines von drei Rookies-Packages für die nächsten Termine gewinnen. Die da wären: 20. und 21. Januar am Zenzsee in der Steiermark sowie am 27. Januar im Thomatal in Salzburg. Und wer weiß, vielleicht schafft einer unserer Gewinner ja sogar den Sprung ins Superfinale, das am 3. Februar im Thomatal stattfindet!

Jetzt unter winter-cup.at/contest mitmachen und Drift-Fahrspaß gewinnen!

Christian Nimmervoll

PS: Folge mir oder meinen Kollegen auf Twitter unter @MST_ChristianN!

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