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Viry-Châtillon: Renaults Motorenschmiede

10. November 2005 - 14:32 Uhr

Der Abteilungsleiter von Renaults Motorenschmiede über die Arbeit in Viry-Châtillon, der Motorenschmiede des Rennstalls

Renault-Motor
Die Formel-1-Motoren von Renault werden in Viry-Châtillon konstruiert und gebaut
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Bei dem Renault-Workshop in Viry-Châtillon handelt es ich quasi um eine überdimensionales Entwicklungslabor: Hier entwickeln die Motorenexperten der "Equipe Jaune" die neuen Triebwerke, bauen sie zusammen und testen sie. Ihre Arbeit folgt dabei einem klar definierten Ziel: der Suche nach Leistung und Zuverlässigkeit.

Um die Effizienz zu steigern, und schnell auf die Bedürfnisse des Renault-Teams reagieren zu können, verfügt die Anlage in Viry-Châtillon über ihre eigene Teilefertigung. Auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern produzieren 15 Mitarbeiter die Komponenten für neue, in der Entwicklung befindliche Motoren."

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"Wir stellen sozusagen die Keimzelle von Renault Sport dar", vergleicht Abteilungsleiter Thiéry Stoll. "Genau hier befand sich früher das Atelier Gordini." Aus seinen Worten wird deutlich, wie sehr er und seine Männer das ruhmreiche Erbe der Motorsportabteilung von Renault achten.

Viele der Mitarbeiter der Fertigungsabteilung kennen weite Teile der Geschichte von Renault Sport aus erster Hand - sie waren bereits während der Zeit der Turbomotoren in der Formel 1 mit dabei und erlebten die Anfänge der Zehnzylinder-Ära live mit, die sie nun mit zwei WM-Titeln eines 100-Prozent-Renault-Teams krönen konnten."

"Es gibt nun mal nicht die typische Formel-1-Ausbildung."
Thiéry Stoll

"Nur drei Leute in meinem Team sind jünger als 32 Jahre", so Stoll. Er selbst stieß in der Saison 2003 dazu. Zuvor arbeitete er in der Flugzeugindustrie. "Es gibt nun mal nicht die typische Formel-1-Ausbildung. Die 'Königsklasse des Motorsports' ist technisch inzwischen derart komplex, dass immer mehr Experten aus anderen Hightech-Branchen angeworben werden müssen."

Kleinstserienfertigung auf Abruf

Präzision und Disziplin - mit diesen beiden Begriffen lässt sich die Arbeit in der Teilefertigung passend beschreiben. In jeder Saison entstehen hier viele hundert Komponenten für die Motorenentwicklung. "Wir produzieren sozusagen auf Zuruf und immer nur kleine Stückzahlen", fährt der Franzose fort. "Wir bekommen dann Feedback von den Entwicklungsingenieuren und modifizieren unsere Prototypen entsprechend. Somit stellen wir sicher, dass sie die gewünschte Leistung und die erforderliche Zuverlässigkeit garantieren."

In der kleinen Abteilung entstehen unter anderem Zylinderköpfe, Ölwannen, Motorblöcke und Pumpenkomponenten. "Auch die Kolben werden komplett hier in Viry-Châtillon entwickelt", ergänzt Stoll. Gleichzeitig wurde ein permanenter Selbstbewertungsprozess installiert. "Wir überprüfen unsere ständig unsere Arbeitsweisen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir stets mit den modernsten Technologien und Methoden operieren, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen."

Elektronik hin oder her, der Mensch bleibt wichtig

Können denn die Techniker in Viry-Châtillon in der heutigen, von modernster Elektronik geprägten Formel 1 überhaupt einen Unterschied machen? "Aber mit Sicherheit", betont der Franzose. "Wir arbeiten mit extrem geringen Toleranzen, für deren Einhaltung wir selbstverständlich die Unterstützung von computergesteuerten Maschinen benötigen. Letztlich geht dennoch jedes Teil durch die Hände eines erfahrenen Ingenieurs. Nur der Mensch kann die Produktion abschließen und entscheiden, ob die Komponenten den Ansprüchen genügen."

Jeder einzelne der 15 Mitarbeiter in der Motorenfertigung ist ein Spezialist auf seinem Gebiet. "Zwei meiner Leute programmieren die Bearbeitungszentren für die Kolben und Zuleitungen. Zwei weitere bedienen die Vier-Achsen-Fertigungsmaschinen, andere an den Fünf-Achsen-Maschinen. Darüber hinaus verfügen wir über modernste Drehmaschinen."

Wer die Motorenfertigung des Renault-Teams in Viry-Châtillon besucht, dem fällt eines sofort auf: der unglaubliche Teamgeist. "Wir alle hier teilen die gleiche Leidenschaft. Wenn einer von uns zum Beispiel länger arbeiten muss, erfährt er von allen Seiten Unterstützung. Jeder versucht ihm seine Arbeit zu erleichtern, indem er seinerseits Dinge soweit wie möglich vorbereitet. Wir lieben unseren Job - manchmal vielleicht sogar etwas zu viel. Für die Formel 1 nehmen wir viele Opfer in Kauf. Aber genau darauf kommt es an, wenn du um WM-Titel fahren willst..."