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Mercedes und die Krux mit den deutschen Fahrern

08. Juni 2005 - 13:17 Uhr

Schumacher, Frentzen, Heidfeld - Mercedes hat zahlreiche deutsche Talente herangezüchtet, aber nie für das Formel-1-Team verpflichtet

Norbert Haug und Nick Heidfeld
Mercedes-Sportchef Haug gratulierte Heidfeld zu Platz zwei in Monaco
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als Mercedes in den frühen 90er-Jahren in der Sportwagen-WM mit Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger drei hochkarätige Nachwuchstalente unter Vertrag hatte, schien eigentlich klar zu sein, dass man nach dem Formel-1-Einstieg des Konzerns mit einem Fahrer aus diesem Trio zusammenarbeiten würde. Tatsächlich verpflichteten die Stuttgarter aber bis heute keinen einzigen Piloten mit einem deutschen Pass.

"Wir haben immer diskutiert, was es für unser globales Unternehmen bedeutet, einen deutschen Fahrer zu haben", erklärte Ex-Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert nun im Interview mit dem 'kicker'. "Michael Schumacher ist mit Mercedes groß, dann aber zu groß und zu teuer geworden. Danach haben wir uns immer für die aus unserer Sicht besten Fahrer entschieden. Heinz-Harald Frentzen fuhr in der Gruppe C für uns, aber da stimmte die Chemie nicht. Und Ralf Schumacher war eigentlich nie ein Thema."

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Schumacher wäre einst beinahe bei Mercedes gelandet

Lediglich mit Michael Schumacher wäre es vor der Saison 1996 beinahe zu einer Einigung gekommen, wie Ron Dennis, Teamchef von McLaren-Mercedes, im Februar erklärte: "Wir hatten die Möglichkeit, haben sie aber nicht genutzt. Unsere gemeinsame Entscheidung war, dass das nicht das Richtige für unsere Firma ist", so der Brite damals.

Nachdem man nicht bereit war, für den inzwischen siebenfachen Weltmeister die von dessen Manager Willi Weber geforderte Jahresgage von mehr als 20 Millionen Euro zu bezahlen, kam es in weiterer Folge nur noch einmal, nämlich 1999, zu Gesprächen zwischen Schumacher und den Mercedes-Granden.

"Ich glaube", sagte Dennis im Nachhinein zu den Verhandlungen, "dass wir den Punkt hätten erreichen können, an dem er für das Team gefahren wäre. Aber wenn man jemanden fragt, 'Willst du für uns fahren?', und er dann 'Ja' sagt, muss man mit diesem Prozess voll einverstanden sein. Solange man diese Position nicht erreicht hat, kann man diese Frage nicht stellen. Es war eine lange Diskussion. Wir haben dann über unsere Standpunkte nachgedacht und überlegt, ob wir diese Frage stellen sollen. Soweit ist es aber nie gekommen."

Heidfeld wollte Mercedes Ende 2001 nicht

Als sich Mika Häkkinen Ende 2001 aus der Formel 1 zurückzog, hätte Mercedes noch einmal Gelegenheit gehabt, einen Deutschen zu verpflichten, nämlich Nick Heidfeld. Der heutige BMW WilliamsF1 Team Fahrer stand damals noch bei den Stuttgartern unter Vertrag, fuhr allerdings für Peter Sauber. Sehr zu seinem Ärger entschieden sich die Verantwortlichen damals aber, Kimi Räikkönen für eine Ablösesumme von kolportierten zehn Millionen Euro ins Team zu holen.

Mit Sicherheit ist es nicht nur Pech, sondern auch Strategie, dass Mercedes es unterlassen hat, einen Deutschen an Bord zu holen. Ein Michael Schumacher beispielsweise hätte die Aufmerksamkeit der Medien auf seine Persönlichkeit gelenkt, aber weniger auf die Marke, für die er fährt. Mercedes baute stattdessen mit Erfolg Mika Häkkinen zu einem echten Sympathieträger auf und schaffte es gleichzeitig, dass die WM-Titel 1998 und 1999 vor allem dem Material zugeschrieben wurden...