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40 Jahre Formel 1 für Honda

27. Mai 2004 - 17:12 Uhr

Vor 40 Jahren versuchte sich Honda mit einem eigenen Auto auf dem Nürburgring zum ersten Mal in der Formel 1

Ronnie Bucknum im RA271 beim ersten Formel-1-Rennen von Honda
Ronnie Bucknum im Honda RA271 auf dem Nürburgring 1964
© Honda

(Motorsport-Total.com) - Zwar fährt Honda nicht seit 40 Jahren ohne Unterbrechung in der Formel 1, doch vor genau 40 Jahren debütierten die Japaner auf dem Nürburgring in der "Königsklasse". Der nahezu unbekannte Amerikaner Ronnie Bucknum durfte jenen Honda RA271 fahren, mit dem Honda die Formel 1 umkrempeln wollten.

Dabei war Honda nicht der prädestinierte Formel-1-Einsteiger, denn erst zwei Jahre zuvor stellten sie mit dem S500 das erste Auto vor. Doch von der eigenen Motorentechnik war man restlos überzeugt, es fehlte jedoch ein Chassis. Gespräche mit Lotus-Chef Colin Chapman verliefen im Sande, so wand man sich an Cooper, die gerade wiederholt Formel-1-Weltmeister wurden.

Ein Cooper-Climax T60 wird nach Tokio verschifft. Die japanischen Mechaniker trauten ihren Augen kaum, als sie das Auto zerlegten. Der verbaute Motor, ein Reihenvierzylinder-Triebwerk von Climax, überzeugte sie noch mehr, dass sie mit ihrem revolutionären Konzept in der Formel 1 leichtes Spiel hätten. Während die ersten V8-Motoren in die Formel 1 kamen, entwickelte Honda ein 1,5-Liter-V12-Aggregat.

Ausgehend vom Cooper-Chassis konstruierten sie ihr eigenes Auto. Nach langen Versuchsfahrten mit dem RA270F-Testträger, entschied man sich 1964 zum ersten Formel-1-Einsatz. In Zandvoort wurde das Auto der Öffentlichkeit präsentiert, beim nächsten Rennen auf dem Nürburgring sollte es starten. Uneinig war man sich über die Farbgebung. Honda plädierte für Gold, doch das war die von der FIA bestimmte Nationalfarbe von Südafrika.

Der RA271 wurde nun "typisch japanisch" lackiert - weiß mit dem roten Punkt der aufgehenden Sonne. Aber das erste Rennen stand unter keinem guten Stern. Bucknum konnte wegen technischer Probleme nicht die Mindestzahl der geforderten Runden absolvieren. Die Veranstalter setzten extra eine weitere Trainingseinheit an, damit der Amerikaner nie notwendigen Umläufe nachholen konnte.

Als 22. und Letzter ging Bucknum ins Rennen, fast eine Minute verlor in seiner schnellsten Runde auf John Surtees im Ferrari, der von Platz eins aus startete. Bucknums Rennen endete mit einem Dreher in der zwölften Runde. Honda musste damals jedoch einsehen, dass es ein langer Weg bis an die Spitze sein würde. Die europäischen Motorenbauer, die in Japan noch verlächelt wurden, erwiesen sich als stärker.

Zwei Siege konnte sich Honda in den darauf folgenden Jahren sichern. 1965 gewann Richie Ginther in Mexiko, zwei Jahre später entschied John Surtees den Großen Preis von Italien für sich. Ende 1968 zog man sich aus der Formel 1 wieder zurück. Als die Japaner 1983 als Motorenlieferant in die "Königsklasse" zurückkamen, sollte der große Erfolg erst noch kommen. In den nachfolgenden Jahren wurde 69 weitere Siege eingefahren. Angesichts der Stärke von BAR-Honda könnte zum 40-jährigen Jubiläum vielleicht der 72. Formel-1-Sieg folgen.