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Null-Eins

anonym erstellt
13. September 2017 - 20:49 Uhr

Je besser die Fahrzeuge - respektive die sie steuernde Elektronik - werden und je mehr die Pisten entschärft werden, desto mehr verkommt die Fahrkunst, denn es wird zu einer 0-1-Prozedur (Gasgriff zu - Gasgriff voll auf). Und wenn "Gas voll auf/ Bremse voll zu" nicht klappt, gibt es halt Stürze.

Zu Agos und Angel Nietos Zeiten kannten die Fahrer die Zwischenpositionen - sie, die Fahrer, waren das, was heute die Elektronik ist -, und die Kunst war erstmal auf dem Motorrad sitzenzubleiben. Und damals waren nicht nur die Rennstrecken "schärfer", auch wurde bei Wetterbedingungen gefahren, bei denen heute abgebrochen oder erst gar nicht gestartet würde.

Die Fahrer heute können das gar nicht mehr. "Fahrkunst" ist ein Wort, welches sie schreiben können, aber sie wissen nicht (mehr), was das ist; deswegen können auch immer mehr Fahrer "Spitzenzeiten" abliefern (und das Feld ist enger zusammen als je zuvor), weil es sind nicht die Fahrer, es ist die Elektronik, die das übernimmt, was man früher Fahrkunst nannte. Sobald die Elektronik überfordert ist, stürzen sie.

Elektronik und Fahrkunst widersprechen sich, schließen einander aus. In dem Sinne könnte man gar sagen, daß Elektronik und Rennfahren sich gegenseitig ausschließen.

Das sind heute Programmierer und Knöpfchendrücker...Und dann machen sie nur noch Null oder Eins (Gas voll auf oder Gas voll zu).

Das ist für mich nicht mehr Fahrkunst, nicht mehr Rennfahren. Da könnte und sollte man besser selbststeuernde Computer statt Fahrer einsetzen, denn die verletzen sich nicht, wenn die Elektronik überfordert ist.

Wenn sich heute Einer allein ablegt und dabei den Hals bricht, ist eigentlich immer die Elektronik oder die für die Elektronik zu anspruchsvolle (respektive: "gefährliche") Piste schuld (nicht der Fahrer). Das war zu Agos Zeiten anders: Wenn sich damals Jemand allein ablegte und den Hals brach, war er selber schuld. Zu schnell.

Das mit Tod und Verletzung bei Risikosportarten ist ein anderes Kapitel, das nur Risikosportler wirklich verstehen. Daher nur kurz: Sollte ein Skiabfahrtsfahrer auf der Streif oder ein Motorradfahrer auf der Isle Of Man TT sterben, sagt man, er sei bei dem gestorben, was ihm Spaß machte. Das einzig Unpassende bei solchen Geschehnisse sind nichtrisikosportaffine Zuschauer, die dann mit ihren "Ohweis und Ohwes" und den Rufen nach mehr Sicherheit kommen. Die aber in Wirklichkeit besser Gleichmäßigkeitsrallyes, Curling oder Skilanglauf gucken sollten (statt Motorradrennen, Freeclimbing oder Skiabfahrt). Ende.

Langer Rede kurzer Sinn: Elektronik raus aus dem Motorrennsport.

Elektronik ist was für den Straßenverkehr - denn dort sind meistens keine Fahrkünstler unterwegs - und sie sollte auf den Computern, Simulatoren und den Teststrecken der Autoindustrie ausgearbeitet und erprobt werden, nicht auf der Rennstrecke im Rennsport. Sie sollte nicht den Rennsport zerstören, nur weil es eine Kausalverbindung zwischen Rennsieg und Werbeeffekt gibt (Stichwort: Konzerne lenken heutzutage den Rennsport). Elektronik gehört nicht in den Rennsport, sondern auf die Straße.

Re: MarquezDie Kunst des Hinfallens
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