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Gigi Dall'Igna: Wie er Turning-Problem der Ducati lösen will

18. November 2017 - 16:21 Uhr

Seit Jahren kämpfen die Ducati-Fahrer mit Untersteuern in der Kurve - Gigi Dall'Igna will dieses Problem lösen, damit die Desmosedici auf allen Strecken siegfähig wird

Gigi Dall'Igna
Gigi Dall'Igna will das Chassis verbessern, um Turning-Problem zu lösen
© GP-Fever.de

(Motorsport-Total.com) - Nach dem verpassten WM-Titel liegt die Konzentration bei Ducati auf der MotoGP-Saison 2018. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass die Desmosedici auf fast allen Strecken konkurrenzfähig, aber eben nicht immer siegfähig war. Vor allem Phillip Island in Australien zeigte schonungslos auf, dass das "Turning-Problem" immer noch vorhanden ist. Seit Jahren kämpfen die Ducati-Fahrer mit Untersteuern am Scheitelpunkt der Kurve.

Auch wenn Gigi Dall'Igna Fortschritte in diesem Bereich gemacht hat, ist das Fahrverhalten noch nicht perfekt. "Es wäre schon gut, wenn wir es verbessern könnten", hält Vizeweltmeister Andrea Dovizioso fest. "Ich rede nicht davon, dass wir es komplett beheben müssen. Wir haben andere Vorteile. Ich würde nicht sagen, dass unser Turning schlecht ist. Aber meine Erfahrung mit anderen Teams und Bikes sagt mir, dass es sehr wichtig ist. Wenn wir es also nur ein klein wenig verbessern können, wäre es genug, um an jedem Rennwochenende konkurrenzfähig zu sein."

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Viel fehlt Ducati nicht, um überall um den Sieg kämpfen zu können. Dall'Igna weiß, wo er ansetzen muss. "Ich denke, das Hauptproblem ist das Chassis", so der Italiener. "Das Motorrad hat sicherlich seine Stärken und andere Punkte, wie die Kurvenmitte, wo wir etwas Mühe haben. Wir haben Ideen und testen etwas in Valencia und in Jerez, um dieses Problem zu reduzieren. Wir arbeiten an allen Aspekten des Motorrades, am Motor und der Elektronik. Auch wenn wir recht stark sind, bleibt unser Hauptfokus auf der Kurvenmitte, weil wir uns dort verbessern müssen. Bei zwei Rennen hatten wir deswegen große Schwierigkeiten."

Stärken des Motorrades dürfen nicht verloren gehen

Die Techniker müssen diesbezüglich Fingerspitzengefühl zeigen, denn "wenn man zum Beispiel die Bremsphase verbessert, sorgst du vielleicht für ein anderes Problem", gibt Dall'Igna tu Bedenken, "oder du reduzierst das Vertrauen der Fahrer in der Kurvenmitte, oder umgekehrt. Die entscheidende Frage ist, wie man das Problem löst ohne die Stärken des Motorrades zu stören, die es momentan hat. Wir haben einige Ideen und müssen diese Ideen bei den nächsten Tests bestätigen."

Daniel Pedrosa, Andrea Dovizioso
Beim Valencia-Test beobachtete Dovizioso die neue Honda aus nächster Nähe
© LAT

Dass selbst die Ingenieure von technischen Änderungen überrascht werden können, zeigte sich, als im Frühling Michelin einen neuen Vorderreifen einführte. "Wir waren die Einzigen, die gegen diesen Vorderreifen waren", blickt Dall'Igna zurück. "Ich habe in Jerez mit Michelin gekämpft, weil ich diesen Reifen nicht wollte. Alle wollten diesen Reifen für unser Heimrennen in Mugello. Ich stimmte nicht zu, aber ab Mugello hatten wir sehr gute Ergebnisse. Wir haben uns bei den Tests in Barcelona und Mugello technisch stark verbessert."

Schon kommende Woche wird Ducati in Jerez de la Frontera (Spanien) die Testarbeit am Mittwoch und Donnerstag fortsetzen. So wie in Valencia werden nur einige neue Teile getestet und Informationen bestätigt. Die neue GP18, die nur ein Update der aktuellen Maschine sein wird, kommt dann Ende Januar beim Wintertest in Malaysia erstmals zum Einsatz. Es gilt, auf der guten Basis aufzubauen und Details zu verbessern, um im nächsten Jahr wieder den WM-Titel in Angriff nehmen zu können.

"Natürlich bin ich mit dem Endergebnis der WM nicht zufrieden", seufzt Dall'Igna nach der knappen Niederlage. Schon direkt nach dem Rennen gratulierte er den Honda-Leuten zu ihrem Erfolg. "Aber ich bin mit unseren Fortschritten in dieser Saison sehr zufrieden. Ich freue mich über die Performance unserer Fahrer und auch darüber, wie die Ducati-Mitarbeiter nach den ersten Rennen reagiert haben, denn abgesehen von Katar hatten wir einige Schwierigkeiten."

"Es ist nicht einfach, sich von einer schwierigen Situation zu erholen, wie wir sie zu Saisonbeginn gehabt haben. Bei den Testfahrten in Barcelona und Mugello haben wir die Performance unseres Motorrades deutlich verbessert. 'Dovi' hat ab Mugello auch einen super Job gemacht. Wir haben bis zu den letzten sechs Runden um die Weltmeisterschaft gekämpft. Deshalb bin ich nach dieser Saison stolz." In der Team- und Herstellerwertung beendete Ducati die Saison hinter Honda und Yamaha an der dritten Stelle.

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