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Aerodynamik: Honda nicht aggressiv genug?

30. September 2017 - 09:49 Uhr

Im Vergleich zur Konkurrenz setzt Honda auf eine filigrane Lösung: Verschenken die HRC-Ingenieure Potenzial oder kommt die RC213V ohne Flügel aus?

Jorge Lorenzo
Die Ducati-Verkleidung ist deutlich radikaler als die der Honda von Marc Marquez (93)
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Trotz Wingletverbot setzen die MotoGP-Hersteller auch in der Saison 2017 Verkleidungen ein, die Abtrieb erzeugen. Besonders die Lösung von Ducati und die Kopie von Aprilia sorgen für Aufsehen. Yamaha und KTM experimentieren seit dem Saisonstart ebenfalls mit verschiedenen Formen und auch Honda hat versucht, das Reglement für sich zu nutzen. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Lösung der HRC-Ingenieure aber sehr dezent. Verschenken die Japaner Potenzial?

"Wir haben die Flügel, die wir bereits zu Beginn der Saison hatten, aber ich verwende sie nicht", kommentiert LCR-Pilot Cal Crutchlow. "Marc (Marquez) nutzt sie und Dani (Pedrosa) auch, aber ich erkenne keine Vorteile. Mit Sicherheit sind sie in einigen Bereichen besser, haben andererseits aber auch Nachteile. Die Unterschiede sind zu gering."

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"Ich denke, wir könnten uns weiter steigern, doch wir brauchen es nicht zwingend, um konkurrenzfähig zu sein. Die anderen Hersteller sind stärker davon abhängig", analysiert der Brite und schaut in Richtung Ducati. Die Balance der Desmosedici war nach dem Verbot der Winglets nicht mehr so stimmig wie im Vorjahr. Erst seit dem Debüt der futuristischen Aero-Verkleidung passt das Paket wieder besser zusammen.

Cal Crutchlow
LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow ist kein Fan der Aero-Verkleidung
© GP-Fever.de

Bei Honda sieht es anders aus. Die RC213V funktioniert auch ohne Flügelprofile sehr gut. "Wir hatten beim Katar-Test etwas probiert. Wir haben jetzt eine Lösung, die ausreichend zu sein scheint. Man könnte auch meinen, dass unser Motorrad auch ohne die Flügel gut genug ist. Aber vielleicht könnte es noch besser werden. Wir testen keine neuen Teile in dieser Richtung", erklärt Crutchlow und fügt mit Blick auf die kommende Saison hinzu: "Ich habe keine Ahnung, ob 2018 etwas Neues kommt."

Die wesentlichste Änderung an der Honda RC213V im Vergleich zum Vorjahr war der Motor. Seit 2017 wird die Maschine von einem Big-Bang-Motor angetrieben, der durch seine Zündfolge mehr Traktion erzeugen soll. Besonders zufrieden ist Crutchlow nicht mit der Entwicklung.

"Ich denke, das Vorjahres-Motorrad ließ sich einfacher fahren. Aber es ist andererseits einfacher, mit diesem Motorrad schneller zu fahren. Wir wissen aber nicht, warum das so ist", wundert sich der LCR-Pilot, der beim 2017er-Modell einige Fragezeichen hat: "Es macht einige kleine Dinge besser und das führt zu besseren Rundenzeiten. Wir wissen aber nicht, welche Bereiche besser sind."

"Es scheint aber so zu sein, dass das besser funktioniert, was wir uns von den Ingenieuren gewünscht haben", bemerkt Crutchlow, der nach wie vor das Vorjahres-Chassis verwendet. "Wie alle anderen Honda-Fahrer auch", kommentiert er und erklärt, dass auch Marquez zum Vorjahres-Chassis zurückgekehrt ist.

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